SCB entlässt Antti Törmänen

Nach der 1:4-Derby-Niederlage gegen den EHC Biel ziehen die SCB-Chefs die Konsequenzen – und trennen sich von Meistertrainer Antti Törmänen.

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Statt wie sonst der Trainer kam der CEO zum Mediengespräch, das nach den Spielen zum Ritual gehört: Marc Lüthi benutzte einen Kraftausdruck, sammelte sich kurz und meinte dann, leider könne er nicht die ganze Mannschaft entlassen. Womit klar war, was kommen würde: Antti Törmänen war nicht mehr Trainer des SC Bern. Menschlich und fachlich bedaure er das sehr, sagte Lüthi. Im Spiel heute in Freiburg werden Assistenztrainer Lars Leuenberger und Goalie-Trainer Rupert Meister das Team betreuen.

Es war für Törmänen die eine Niederlage zu viel gewesen. Am Dienstag nach dem Spiel gegen Servette hatte das Publikum den Spielern nach der Partie noch aufmunternden Applaus gespendet. Gestern pfiff es sie gnadenlos aus. Das ist die «Höchststrafe» für den SCB, hatte Lüthi jüngst im «Bund»-Interview gesagt. Jetzt wurde sie dem Trainer zum Verhängnis. Drei Wochen zuvor hatten ihm die Bieler noch Schützenhilfe geleistet. Sie liessen sich an gleicher Stätte vorführen, verloren klar und ermöglichten Törmänen ein Weiterarbeiten während der Nationalmannschaftspause. Gestern nun taten ihm die Seeländer diesen Gefallen nicht mehr. Das auswärtsschwächste Team zeichnete sich durch hohe Disziplin und grosse Effizienz aus. Mehr brauchte es nicht, um einen Gegner zu schlagen, der sich nur bezüglich Harmlosigkeit und Verunsicherung von Minute zu Minute steigerte.

Kein Aufbäumen

Die neunte Niederlage der letzten 12 Spiele ist mittlerweile sogar mit Blick auf die Tabelle gravierend. 4 Punkte liegt der SC Bern nun unter dem Strich; zum ersten Mal droht er damit den Kontakt zu den Playoff-Plätzen zu verlieren. Noch bedenklicher als die Niederlage war allerdings die Art und Weise, wie sie zustande kam. Es gab kein Aufbäumen, keine nennenswerten Versuche, das Debakel mit Sonderefforts abzuwenden. Erstarrt und paralysiert gaben sie sich in ihr Schicksal. Die Bieler, nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen ebenfalls nicht mit überschwänglichem Selbstvertrauen ausgestattet, waren in jeder Beziehung ein verdienter Sieger. Sogar was die Spielanteile betraf, hatten sie Vorteile. Und im Gegensatz zu den Bernern verfügten sie über einen überragenden Spieler in ihren Reihen: Topskorer Aron Spylo. Bei allen vier Treffern war sein Stock im Spiel.

Nur ein Strohfeuer

Beim SC Bern hingegen vermochte kein einziger Akteur Akzente zu setzen. Rückkehrer Hnat Domenichellis Torerfolg blieb ein Strohfeuer, Neuverpflichtung Rostislav Olesz blieb ein Fremdkörper, Byron Ritchie blass, Mikko Lehtonen unsichtbar wie die meisten seiner Kollegen, und Captain Martin Plüss scheint seinen physischen Sonderschichten, die er in den letzten Partien eingelegt hatte, Tribut zollen zu müssen: Auch er konnte dem Spiel des SCB keine Impulse mehr verleihen. Womit das Schicksal des Trainers besiegelt war. (Der Bund)

Erstellt: 22.11.2013, 22:16 Uhr

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25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

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4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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