Mit Powerplay-Effizienz

Playoff

Der SC Bern gewann nach dem vierten auch das fünfte Halbfinal-Spiel und verkürzte durch den 4:1-Sieg in der Serie auf 2:3. Die drei ersten Tore erzielten die Berner in Überzahl.

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Das 1:3 durch Klotens Marko Luomala zehn Minuten vor Spielende sorgte noch einmal für Nervosität beim SCB. Oder «ein bisschen Panik», wie es Trainer Larry Huras formulierte. Er nahm ein Time-out, versuchte seine Mannschaft zu beruhigen – und hatte damit Erfolg. Eine knappe halbe Minute später stellte Topskorer Christian Dubé, der seinen eigenen Abpraller backhand einschob, die 3-Tore-Differenz wieder her. «Das ist Coaching», meinte Huras hinterher schmunzelnd, auf seine Reaktion zur offenbar richtigen Zeit angesprochen. Der Torschütze sagte, der Trainer habe ihnen in Erinnerung gerufen, dass sie immer noch mit zwei Toren führten: «Er sagte: Entspannt euch, Jungs.» Schliesslich sei die Gefahr vorhanden gewesen, dass das Momentum auf die Seite des Gegners kippen könnte. Mit Dubés Tor war die Frage beantwortet, ob sich der SCB ein weiteres Heimspiel in dieser Saison erkämpfen würde.

Der Start war allerdings wenig verheissungsvoll gewesen: Eine der Forderungen von Huras hatte gelautet, sogenannt dumme Strafen zu vermeiden. Doch Spiel 5 in Kloten war noch keine Minute alt, als Captain Martin Plüss auf die Strafbank musste. Das machten die Berner jedoch bald einmal vergessen. Auch dank den Klotenern, die mehr mit Körper als mit Köpfchen agierten. Und Jean-Pierre Vigier, mit dessen Rückkehr am Dienstag der SCB zum ersten Sieg in der Halbfinal-Serie gekommen war, holte die Überzahlsituationen für sein Team heraus: Erst liess sich Flyers-Goalie Ronnie Rüeger zu einem Beinstellen hinreissen, eine knappe Minute später fuhr Verteidiger Mark Bell die Fäuste gegen den Berner Leitwolf aus.

Der SCB nutzte die Möglichkeit in doppelter Überzahl zum Führungstreffer durch Ivo Rüthemann. Und in Sachen Powerplay-Effizienz fuhren die Berner weiter, wie sie angefangen hatten, obwohl ihr wichtigster Stratege für Überzahlsituationen, Offensiv-Verteidiger Travis Roche, angeschlagen fehlte. Die Berner münzten auch die nächsten beiden Strafen gegen Kloten in Tore um. Simon Gamache stocherte den Puck nach einem Ablenker von Ryan Gardner ins Tor, nachdem Rüthemann von der blauen Linie abgezogen hatte. Und zu Beginn des zweiten Drittels erhöhte Brett McLean auf 3:0. Der Kanadier schloss eine Ablenker-Staffette via Gardner und Plüss ab. Verteidiger Philippe Furrer hatte geschossen.

Immer noch zu viele Strafen

Trotz dem Sieg hatte Huras wiederum die zu hohe Anzahl an Strafen zu bemängeln. In der Tat waren mehr als die Hälfte unnötig und brachten die Berner unnötigerweise in Not. «Es ist nicht nur, dass wir die Unterzahl-Situationen überstehen müssen, wir verlieren so auch jedes Mal den Rhythmus», enervierte sich der Kanadier. Dank einem guten Boxplay, einem sicher wirkenden Marco Bührer im Tor und dem fehlenden Glück der Klotener überstand der SCB jedoch alle Strafen schadlos.

Hoffen auf das Heimpublikum

Die Blicke in die Gesichter des Berner Teams verrieten, dass die Freude über den Sieg schon kurz nach Spielende wieder dem Blick auf die nächste Aufgabe gewichen war. Da war keine Euphorie auszumachen, sondern bereits wieder hohe Konzentration. «Wir erwarten ein starkes Kloten und einen harten Kampf», sagte Huras mit Blick auf den Samstag. «Aber wir zählen auch auf unser Heimpublikum. Das ist für uns wie ein siebenter Mann auf dem Eis.»

Der Bund

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