Langnau zurück im Konzert der Grossen

Die SCL Tigers haben die erste Promotionschance gepackt. In der ausverkauften Ilfishalle schlagen sie die Rapperswil-Jona Lakers 5:1.

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Ruedi Kunz

Die Tigers und die Lakers lieferten Präzisionsarbeit ab. Exakt 22 Uhr zeigte die Stadionuhr an, als die Schlusssirene ertönte. Die Aufsteiger aus Langnau schmissen ihre Stöcke, Handschuhe und Helme aufs Eis und fielen einander hinter Ciaccios Tor in die Arme. Sie hatten gleich ihre erste Promotionschance gepackt und zählen ab der nächsten Saison wieder zur Eliteklasse. Tigers-Präsident Peter Jakob liess es sich eine halbe Stunde später nicht nehmen, den Aufstiegshelden und dem Publikum via Mikrofon ausdrücklich zu danken. «Vor zwei Jahren lagen wir in Lausanne am Boden. Doch wir haben uns schnell aufgerappelt.» Dann wurde der Unternehmer pathetisch: «Liebe Fans, das ist auch euer Verdienst. Gute Freunde halten auch dann zusammen, wenn es schlecht geht.» Dann gab er das Eis frei für die Aufstiegsparty. Im Nu füllte sich die Eisfläche mit strahlenden Tigers-Fans. Es war der Startschuss für eine rauschende Frei­nacht im Emmentaler Eishockey-Mekka.

Tigers brauchen Verstärkung

Unter ihnen waren mit Sicherheit etliche Aufsteiger wie die zweifachen Torschützen DiDomenico und Haas. Die beiden werden zusammen mit Hecquefeuille, Captain Stettler, den Moggi-Zwillingen und den Brüdern Lindemann das Gerüst bilden in der nächsten Saison. Unbestritten ist, dass dieses noch verstärkt werden muss, um im raueren Wind der NLA nicht innert Kürze zusammenzukrachen. Die Verpflichtung von zwei weiteren sehr guten Ausländern ist eine Notwendigkeit. Das Angebot von Schweizer Spielern ist sehr überschaubar: Von Absteiger Rapperswil genügen nur Goalie Wolf, die Verteidiger Blatter und Hächler sowie das Sturmtrio Ryser-Walsky-Murray höheren Ansprüchen. Ohne Vertrag, aber kaum finanzierbar, ist der langjährige Servette-Verteidiger Goran Bezina. Möglich ist, dass Samuel Kreis, der bei SCB-Coach Boucher zwischen Stuhl und Bank gefallen ist, leihweise ins Emmental wechselt.

Doppelschlag in der 54. Minute

Das klare Schlussresultat von 5:1 gab die wahren Stärkeverhältnisse in Match 4 verzerrt wieder. Die Lakers durften bis sieben Minuten vor Schluss zumindest auf die dritte Verlängerung in dieser Serie hoffen. Dann verlor der hinterste Rapperswiler die Scheibe am energisch forecheckenden DiDomenico, welcher Goalie Punnenovs nicht die geringste Abwehrchance liess. Das kanadische Temperamentbündel lief danach eine Ehrenrunde übers ganze Eis und forderte das Publikum mit energischen Handzeichen auf, die Tigers noch lauter anzufeuern. Noch lauter? Das war fast nicht mehr möglich. Oder doch? Als Haas in der 54. Minute das 4:1 gelang, explodierte die Ilfishalle ein weiteres Mal. Fortan bewegte sich der Lärmpegel nur noch im 100-Dezibel-Bereich.

Schon früh hatten die Tigers Grund zum Jubeln gehabt. Nach 2 Minuten 58 zappelte der Puck nach einem Bucher-Slapshot erstmals im Lakers-Tor. Walser hatte die unfreiwillige Vorarbeit geleistet mit einem Puckverlust im eigenen Drittel. Die komplett verunsicherten Gäste halfen auch beim 2:0 kräftig mit. Diesmal war es Haas, welcher von einem Obrist-Aussetzer profitierte. Weil die Tigers in der Konzentration nachliessen, überstand der NLA-Vertreter das erste Drittel ohne weiteren Schaden. Ab dem zweiten Abschnitt besass er leichte Vorteile, doch im gegnerischen Drittel war es mit der Herrlichkeit meistens vorbei.

Der Bund

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