Langnau reisst Tor zur Eliteklasse weit auf

Die SCL Tigers besiegen die Lakers zweimal nach Verlängerung 4:3. Ein weiterer Sieg und die Emmentaler sind wieder A-klassig.

Nach dem Osterwochenende im Siegestaumel: Die SCL Tigers besiegen die Lakers zweimal nach Verlängerung 4:3.

Nach dem Osterwochenende im Siegestaumel: Die SCL Tigers besiegen die Lakers zweimal nach Verlängerung 4:3.

(Bild: Keystone)

Ruedi Kunz

Was für eine Dramatik in der Ligaqualifikation zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und den SCL Tigers. Am Ostersamstag erzwang der NLA-Vertreter in Spiel 2 dank Franssons Weitschusstor 8,8 Sekunden vor Schluss die Verlängerung, in der der gleiche Spieler als hinterster Mann die Scheibe verlor. Blatter konnte den losstürmenden DiDomenico nur noch mit einem Foul am Torschuss hindern. Den Penalty verwertete Langnaus Topskorer mit einem prächtigen Hocheckschuss. Gestern Nachmittag hatten die Tigers in der fast ausverkauften Diners-Club-Arena bis kurz vor Schluss fast alles unter Kontrolle. Dann leisteten sie sich zwei unnötige Strafen, welche das zuvor immer wirrer spielende Heimteam auszunützen wusste. Verteidiger Weisskopf erzielte in der 56. Minute mit einem Schuss von der blauen Linie den Anschlusstreffer. Als Gerber 71 Sekunden vor Schluss wegen eines Hakens auf die Strafbank musste, eilte Lakers-Goalie Wolf bei der erstbesten Gelegenheit vom Eis. Und es kam, wie es kommen muss, wenn der Meister des Nervenkitzels ­Regie führt: In doppelter Überzahl ­liessen die Rapperswiler die Scheibe ­solange zirkulieren, bis ihr Topskorer ­Johansson freie Schussbahn hatte. 21 ­Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit stand es tatsächlich wieder 3:3.

Alle Vorteile bei den Lakers? Doch nicht bei einem Team, welchem das Selbstvertrauen fehlt und das Pech an den Stöcken klebt. Wie schon am Samstag gaben die Tigers in der Verlängerung den Ton an. DiDomenico erkämpfte sich hinter dem Lakers-Gehäuse die Scheibe, passte vors Tor, wo Gustafsson angebraust kam und drin war der Puck.

Die Tigers bildeten eine Traube um den Siegesschützen, welcher im Playoff bereits 16 Mal getroffen hat. Auf den ­Tribünen lagen sich die mehr als 2000 Tigers-Supporter, die mit dem Car, dem Privatauto oder dem ÖV an den oberen Zürichsee gereist waren, in den Armen. Sie wussten haargenau um die grosse ­Bedeutung des erneut in extremis erkämpften Erfolges. Wer zweimal hintereinander nach einem Gegentor in den Schlusssekunden unverzüglich wieder aufsteht und weitermacht, als sei nichts von Bedeutung geschehen, der könnte im Bedarfsfall auch ein Bergmassiv versetzen. «Wenn wir defensiv gleich konsequent arbeiten wie bis anhin und ­bereit sind, weitere blaue Flecken zu ­holen, dann schaffen wir den Aufstieg», verkündete Yves Müller, der zweifache Torschütze von Spiel 3.

Lakers müssen auf Wunder hoffen

Konträr ist die Gefühlslage bei den ­Lakers. Nach den zwei verlorenen Duellen über die Ostertage bleibt den notorischen Verlierern ausser der Hoffnung auf ein Eishockey-Wunder fast nichts mehr, woran sie sich halten können. Während die meisten von ihnen mit zittrigen Händen Eishockey spielen, funktioniert bei den Tigers das Angriffsspiel immer besser. Gestern schufen sie sich ab dem Mitteldrittel ein klares Chancenplus. Lange Zeit war Lakers-Goalie Wolf ein schier unüberwindbares Hindernis. Tom Gerber, Hecquefeuille und DiDemonico scheiterten aus besten Schusspositionen. Bucher brachte die Scheibe in drei Versuchen nicht am Lakers-Goalie vorbei. Es passte zum Elend der Lakers, dass auch Wolf einen verhängnisvollen Aussetzer hatte. Beim 2:1 liess er ein harmloses Schüsschen von Müller aus der Fanghand ins Tor fallen (35.).

DerBund.ch/Newsnet

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