Krimi im Schoren

Beim ersten Berner NLB-Derby zwischen dem SC Langenthal und den SCL Tigers wurde den 4108 
Zuschauern von Anfang bis Ende Spannung und 
Spektakel geboten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Gäste aus dem Emmental erspielten sich bis zur 32. Minute eine komfortable 4:1-Führung, wogen sich danach aber in zu grosser Sicherheit. Die Langenthaler bestraften diese Nachlässigkeit und nutzten eine grobe Unkonzentriertheit der Gäste sechs Sekunden vor der Schlusssirene zum kaum mehr für möglich gehaltenen Ausgleich aus.

Wenige Sekunden vor Ende der darauffolgenden Verlängerung verhielten sich die Tigers erneut nicht sehr clever, als sie mit zwei Spielern in die gegnerische Zone stürmten und dabei vergassen, dass sie sich in Unterzahl befanden. Stefan Tschannen profitierte vom Scheibenverlust und bediente beim schnell eingeleiteten Gegenstoss den mitgelaufenen Jeff Campbell, der in allerletzter Sekunde die Scheibe hinter SCL-Hüter Damiano Ciaccio zum 5:4 versorgen konnte.

Beide Teams auf dem richtigen Weg

Sandro Moggi suchte nach Spielende gar nicht erst nach Ausreden: «Wir sind absolut selber schuld, weil wir es verpassten, nach dem 4:1 die Führung weiter auszubauen.» Gemäss dem Flügel, der in Langnau erstmals über längere Zeit nicht in derselben Linie wie Zwillingsbruder Claudio agiert, habe man nach der 3-Tore-Führung vor Langenthal-Goalie Marc Eichmann nicht mehr zielstrebig genug agiert. «Das ist ein Problem, dass uns schon eine Weile begleitet. Immer wenn wir mit zwei oder drei Toren führen, fangen wir an, zu kompliziert zu spielen und einen Pass zu viel zu suchen», meint der 31-Jährige, um noch anzufügen, «dass man aus solchen Spielen mit Negativerlebnissen lernen kann, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht.» Trotz der schmerzlichen Niederlage sieht Moggi keinen Grund, in Panik auszubrechen.

Man sei im Saisonplan schliesslich weiter als noch im letzten Jahr. Langnau kann spielerisch durchaus jeden Gegner dominieren, dies aber noch nicht während der ganzen 60 Minuten durchziehen. Und wenn es einmal eine brenzlige Phase zu überstehen gilt, sind sich die Emmentaler oft zu schade, einfach und destruktiv zu spielen. Gefallen dürfte Trainer Gustafsson hingegen das Unterzahlspiel und die Ausgeglichenheit der vier Linien.

Ein Dreikampf an der Spitze

Die fehlende Ausgeglichenheit wird dem SC Langenthal wiederum schon seit einigen Saisons angehängt. Kritiker monieren, dass die Mannschaft von Olivier Horak zu stark von ihrer Paradelinie um Tschannen, Campbell und Brent Kelly abhängig ist. David Stämpfli, am Samstag zweifacher Torschütze, bildet in diesem Block mit Marco Schüpbach das Verteidigerduo: «Unsere anderen Formationen sind defensiv sehr stabil. Ohne sie würden die Tore unseres Blocks nichts bringen.»

Der 23-jährige Offensivverteidiger wechselte auf diese Saison von Ajoie zum EV Zug, wurde aufgrund der grossen Konkurrenz beim EVZ aber bereits vier Mal mittels B-Lizenz in Langenthal eingesetzt. Obwohl Stämpfli nur selten beim SCL weilt, denkt er, dass sich die Oberaargauer ebenfalls auf dem richtigen Weg befinden. «Die Ambitionen sind hoch, und es wird stets konzentriert und hart gearbeitet. Unsere Punkteausbeute ist bis jetzt auch nicht so schlecht.»

Nach den ersten sieben beziehungsweise sechs Runden lässt sich schon erahnen, dass sich der SC Langenthal, die SCL Tigers und der letztjährige Meister Visp um die ersten drei Plätze in der NLB streiten werden.

Langenthal - SCL Tigers 5:4 (1:1, 1:3, 2:0, 1:0) n.V.

4108 Zuschauer. – SR Popovic, Gnemmi/Micheli. – Tore: 2. Sterchi (Adrian Gerber, Lukas Haas) 0:1. 11. Füglister (Gemperli, Luca Triulzi) 1:1. 21. (20:34) Nüssli 1:2. 28. Sandro Moggi (DiDomenico, Tobias Bucher) 1:3. 33. Yves Müller (Sandro Moggi, DiDomenico) 1:4. 40. (39:30) Stämpfli (Campbell/Ausschluss Yves Müller) 2:4. 54. Stämpfli 3:4. 60. (59:54) Füglister 4:4 (ohne Torhüter). 65. (64:59) Campbell (Tschannen/Ausschluss DiDomenico) 5:4. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Langenthal, 7-mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. (Der Bund)

Erstellt: 06.10.2014, 09:36 Uhr

Artikel zum Thema

Noch ein Sieg bis zum NLB-Meistertitel

Langnau schlägt Visp 5:2. Entscheidend war die DiDomenico-Linie mit drei Toren. Mehr...

Entscheidung um NLB-Titel vertagt

Die Finalserie in der NLB wird am Dienstagabend in Langnau in einer «Belle» entschieden. Der EHC Visp gewinnt das sechste Finalspiel gegen die Tigers mit 4:3 und gleicht die Serie zum dritten Mal aus. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Kommentare

Blogs

Mamablog Gespalten zwischen Glück und Trauer

Tingler Zensur als Gratiswerbung

Die Welt in Bildern

Bump it: Angela Merkel mit dem mexikanischen Präsidentenpaar an der Hannover Messe. (23. April 2018)
(Bild: Fabian Bimmer) Mehr...