Gut – und doch ziemlich ärgerlich

Der EHC Biel hat in dieser Saison eine grosse Chance verpasst – und wie die nächste verläuft, ist wie immer ungewiss.

Die Bieler verabschieden sich von ihren Fans nach dem Ausscheiden im Playoff-Viertelfinal gegen den SC Bern.

Die Bieler verabschieden sich von ihren Fans nach dem Ausscheiden im Playoff-Viertelfinal gegen den SC Bern. Bild: Lukas Lehman/Keystone

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Martin Steineggers Nacht war okay. Nach dem letzten Viertelfinalspiel gegen den SC Bern kam Biels Sportchef erst sehr spät ins Bett, fiel dann aber «relativ schnell in Tiefschlaf». So wie Steineggers Nacht war auch die Saison des EHC Biel: ziemlich okay. Natürlich: Nimmt man die Prognosen vom letzten Herbst zum Massstab, war sie gut. Denn nicht viele trauten den Seeländern die Qualifikation fürs Playoff zu. So wie die Saison dann verlief, wäre aber durchaus mehr möglich gewesen.

«Bern weit weg»

Allerdings nicht gegen den SC Bern: Auch wenn die Bieler nur im ersten Heimspiel der Serie wirklich chancenlos waren, so fehlte am Ende doch einiges für eine Überraschung. Exemplarisch dafür stand die letzte Partie am Dienstag: Goalie Jonas Hiller spielte ordentlich, aber nicht gut genug. Und in der Offensive reichte die Klasse nicht, um Torchancen konsequent auszunutzen. Von den Ausländern überzeugte im Playoff eigentlich nur Robbie Earl, von den Schweizer Leistungsträgern tauchten manche komplett ab (Schmutz, Rossi). «Wir waren nah dran und doch weit weg», sagt Martin Steinegger. «Berns Klasse hat sich zu Recht durchgesetzt.»

Vielmehr ärgert sich der Sportchef darüber, dass wir «den fünften Platz in der Qualifikation noch hergegeben haben». Nach der relativ entspannten Playoff-Qualifikation fielen die Seeländer in ein Loch, rutschten in der Tabelle noch ab – und bekamen es mit dem Meister statt mit einem durchaus schlagbaren Lausanne zu tun. Das Halbfinale wäre also möglich gewesen.

Trotzdem haben die Bieler in dieser Saison vieles richtig gemacht. Die Transfers waren gut, die Trainerentlassung kam gerade noch rechtzeitig: Der Wechsel vom extrovertierten Motivator Schläpfer zur strukturierten Vaterfigur McNamara stabilisierte das Team. In der nächsten Saison wird McNamara nun ein neuer Assistent zur Seite gestellt. Dieser soll ihn 2018 idealerweise als Headcoach beerben, wofür es allerdings «keine verbindlichen Zusagen gibt», wie Steinegger festhält. Es dürfte sich um den 41-jährigen HCD-Nachwuchstrainer Anders Olsson handeln.

Finanziell verlief die Saison im Seeland enttäuschend. Viele Zuschauer blieben lange Zeit weg, das Gastro-Geschäft harzte. Der Club hat aber wie immer in den letzten Jahren genügend Reserven eingebaut, um die Verluste aufzufangen. Und kann – dank steigender TV-Einnahmen und der neu alleinigen Verantwortung für das Gastro-Geschäft – das Budget von knapp 14 Millionen Franken in der nächsten Saison halten.

Plüss «zu teuer»

Die neue Mannschaft ist schon fast komplett: Der Kanadier Marc-Antoine Pouliot, der während der Saison aus Freiburg kam, wird bleiben. Dafür muss der amerikanische Verteidiger Mike Lundin schon wieder gehen. Die Bieler werden also mit vier ausländischen Stürmern in die Saison starten. Als neuer Chef der Verteidigung kommt Beat Forster aus Davos, dafür verlassen mit Haas, Rossi, Wellinger und Sutter mehrere Leistungsträger den Club.

Steinegger will noch zwei Schweizer Stürmer verpflichten, Berns scheidender Captain Martin Plüss ist dafür «zu teuer». Sie stünden schon jetzt wieder auf Zehenspitzen, würden alles daran setzen, die nächste Saison noch besser vorzubereiten: «Das Auf und Ab der letzten Jahre akzeptieren wir nicht mehr», gibt sich der Sportchef kämpferisch. Mit Blick auf das Kader lässt sich indes jetzt schon sagen: Gut möglich, dass der EHC Biel im nächsten Jahr wieder gegen den Abstieg spielt. (Der Bund)

Erstellt: 16.03.2017, 07:25 Uhr

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