Erste Dossiers beim SCB schon auf dem Pult

Die frei gewordene Stelle als SCB-Assistenztrainer scheint gefragt: Sportchef Sven Leuenberger und Trainer Larry Huras wurden mit Anfragen überhäuft. Die Wahl des Kossmann-Nachfolgers eilt aber nicht.

Larry Huras braucht einen neuen Assistenten an der Bande. (Manuel Zingg)

Larry Huras braucht einen neuen Assistenten an der Bande. (Manuel Zingg)

Gestern wurde vonseiten des HC Fribourg-Gottéron offizialisiert, was bereits am Tag zuvor durchgesickert war: Hans Kossmann, der als Assistenztrainer beim SCB noch einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison hatte, wechselt per sofort als Headcoach zu Gottéron. Der 49-jährige kanadisch-schweizerische Doppelbürger unterschrieb für zwei Jahre und übernimmt damit erstmals eine NLA-Mannschaft als Hauptverantwortlicher. 2001 hatte er bei Sierre ein NLB-Team geführt, danach war er bis 2008 Assistenztrainer von Chris McSorley, bevor er nach einer Saison bei Lausanne zum SC Bern kam, mit dem er 2010 den Meistertitel feierte.

«Das Engagement in Bern hat mir sicher geholfen, diese Möglichkeit zu erhalten», sagt Kossmann. «Nun fühle ich mich bereit, noch mehr Verantwortung zu übernehmen.» Mit René Matte, der Gottéron nach dem Abgang von Serge Pelletier interimistisch übernommen hatte, wird Kossmann einen Mann an seiner Seite haben, der den Klub und die Spieler kennt. Und den er – zumindest indirekt – ebenfalls bereits kennt: Mit Renés Zwillingsbruder Louis Matte arbeitete er bei Genf zusammen. Und mit Christian Dubé und Simon Gamache, die beide vom SCB nach Fribourg wechseln, trifft er auf weitere bekannte Gesichter. Auf der Position des Torhüters (für eine mögliche Freigabe Cristobal Huets von den Chicago Blackhawks wird Gottéron sich wohl erneut lange gedulden müssen) und auf einer Ausländerposition erwarten Kossmann allerdings noch zwei Baustellen.Obwohl SCB-Sportchef Sven Leuenberger bereits vor zwei Wochen von Kossmann erstmals informiert wurde, sei es am Schluss «relativ schnell» gegangen. Am Montag sowie gestern Vormittag hätten noch «Kleinigkeiten», unter anderem betreffend Wohnung und Auto, geregelt werden müssen, bevor der Vertrag aufgelöst wurde. «Wir wollten Hans bei dieser Chance keine Steine in den Weg legen, aber auch sichergehen, dass wir durch seinen Abgang nicht noch Geld drauflegen.» Zudem habe Kossmann jeweils im Sommer sowohl für die 1. Mannschaft als auch im Nachwuchsbereich Aufgaben wahrgenommen, die nun anderweitig verteilt werden müssten. «Um eine Ablösesumme ging es aber nie», so Leuenberger.

Huras-Support für Kossmann

Unter Druck, bereits vor dem Beginn des Sommertrainings am 2. Mai einen neuen Assistenten für Larry Huras vorstellen zu müssen, stehe er nicht, sagt Leuenberger. An Interessenten für den Posten mangelt es nicht: Sobald die Meldung publik geworden sei, «lagen die ersten Dossiers auf meinem Tisch». Unter den Bewerbern, die sowohl in der Schweiz wie im Ausland tätig seien, befänden sich auch welche, die bereits mit Huras zusammengearbeitet hätten. Dieser wurde offenbar mit Anrufen überhäuft, doch auch er sagt: «Wir nehmen uns Zeit, wir haben keine Eile.» Huras wurde von seinem ehemaligen Assistenten schon etwas früher ins Bild gesetzt. Und er ermunterte ihn auch, die Stelle in Gottéron anzunehmen. Er sagt: «Hans versteht die Liga, kennt die Spieler, bekam von Chris und mir viele Inputs, erlebte mit Genf einen Final und holte mit Bern den Titel. Er ist bereit. Wenn er es jetzt nicht ist, wird er es nie sein.»

SCB-Assistenztrainer Hans Kossmann wird Gottéron-Chefcoach. Foto: Keystone

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