Er begann auf gefrorenen Teichen

Im letzten Herbst geriet seine Karriere arg ins Stocken, im SCB nimmt Mason Raymond einen neuen Anlauf. Bis er wieder drin sei im Rhythmus, benötige er aber noch Zeit, sagt der Kanadier.

Mit der Erfahrung von über 600 NHL-Spielen in Bern angekommen: Berns neue Nummer 9, Mason Raymond aus Calgary.

Mit der Erfahrung von über 600 NHL-Spielen in Bern angekommen: Berns neue Nummer 9, Mason Raymond aus Calgary. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Herumgekommen ist er oft in seinem Leben, Mason Raymond. In Vancouver, Toronto, Calgary und Anaheim hatte er Eishockey auf NHL-Niveau gespielt, und spätestens mit seinem Auftritt am Spengler-Cup in Davos im vergangenen Winter nahmen die hiesigen Sportchefs Notiz von ihm. Zweitbester Skorer des Turniers mit sechs Punkten in fünf Spielen war er da und gewann mit dem Team Canada den Traditionsanlass. Das war auch eine Art Befreiungsschlag für den Kanadier, nachdem seine Karriere im letzten Herbst arg ins Stocken geraten war.

In Anaheim kam er kaum noch zum Zug, lediglich vier Einsätze verbuchte er bis im November 2016. Ein Wechsel in die tiefere American Hockey League oder nach Europa kam für ihn nicht in Frage, deshalb löste er seinen Kontrakt auf. Diese Vertragsauflösung hatte einen speziellen Hintergrund: Seine Frau war erkrankt, Raymond wollte bei ihr und den zwei gemeinsamen Kindern bleiben. An der Universität von Calgary hielt er sich bis zum Spengler Cup fit. Dort, begleitet von der gesamten Familie inklusive Eltern und Schwiegereltern, entdeckte er nach schwierigen Monaten seine Spielfreude wieder und erhielt einen ersten Eindruck vom Schweizer Eishockey.

Auf der Suche nach dem Rhythmus

Mitte Juni unterschrieb Raymond beim SCB, Anfang August kam er in Bern an und am Montag bezog er die eigene Wohnung. Seine Familie wird ihm bald folgen, was auch ein Zeichen dafür ist, dass es seiner Frau besser geht. Der 31-Jährige spricht nicht gerne über dieses Thema. «Sie hat noch einen langen Weg vor sich», sagt er, «aber sie macht Fortschritte und das ist ermutigend.» Viel lieber spricht Raymond übers Eishockey, gerät gar ins Schwärmen, wenn er über die Qualitäten der hiesigen Liga spricht. «Das Hockey hier ist sehr schnell», sagt er beeindruckt und erwähnt die läuferischen Qualitäten der Spieler. «Man sollte die National League auf keinen Fall unterschätzen.»

Raymond selber kam mit der Erfahrung von 609 NHL-Partien nach Bern, sechsmal hatte er in Nordamerika Playoff gespielt. Während sechs Spielzeiten lief er für die Vancouver Canucks auf, dort traf er zum ersten Mal auf seinen jetzigen Teamkollegen Andrew Ebbett. Doch das ist lange her. Seit über einem Jahr fehlt ihm die regelmässige Spielpraxis, in der Vorbereitung vermochte er noch nicht zu überzeugen. Raymond sagt von sich selber, er sei immer noch daran, den Rhythmus wiederzufinden. «Um ehrlich zu sein, werde ich dafür noch ein wenig Zeit benötigen.» Er müsse sich zudem an das grössere Eisfeld und die für ihn neuen Spielsysteme gewöhnen, sagt er. «Dieser Lernprozess wird noch Monate dauern. Aber ich mag diese Herausforderung.»

Aufgewachsen auf einer Farm in Calgary, hatte er einst im Alter von vier Jahren mit Eishockey begonnen. Sein Vater habe ihm einen Eisrink gebaut, «und wir spielten auf gefrorenen Teichen». Im Keller habe er an seinen Schussfertigkeiten geübt. «Und jetzt bin ich schon fast 32 und habe eine Eishockeykarriere hinter mir», sagt Raymond und staunt über sich selbst. Er sei nie der Grösste gewesen, habe immer zu den kleineren gehört. Dafür spiele er seine Schnelligkeit gerne aus – gezeigt hatte er das im Dezember am Spengler-Cup. In der Statistik war er an jenem Turnier nur von einem überflügelt worden: von Andrew Ebbett, seinem Sturmpartner im SCB. (Der Bund)

Erstellt: 07.09.2017, 06:42 Uhr

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