«Ehrlich, ich bekam schon etwas Hühnerhaut»

Sein Treffer zum 2:0 wurde zum schönsten des Abends gekürt: Joël Vermin (19) über spezielle Gefühle, seine Sturmpartner und die Junioren des Gegners.

Joël Vermin war mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:0 gegen Kloten der gefeierte SCB-Spieler beim dritten Berner Sieg in Folge. (Keystone)

Joël Vermin war mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:0 gegen Kloten der gefeierte SCB-Spieler beim dritten Berner Sieg in Folge. (Keystone)

Joël Vermin ist erst 19 Jahre alt, traf in seinem ersten Playoff aber schon drei Mal, am Samstag erstmals auch im Halbfinal. Neben Trainings und Spielen befindet sich der Junior, der in der Meistersaison bereits ein Dutzend Qualifikations-Partien mit der ersten Mannschaft bestritt, in den Vorbereitungen für die Matura im Sommer. Ebenso abgeklärt wie er diese angeht («es herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm»), nahm er auch die Interviews im Anschluss an die sechste Halbfinal-Partie in Angriff.

Sie zeigen im Playoff keine Nerven.
(Schmunzelt.) Na ja, ich weiss nicht, ob man das so ausdrücken kann. Es geht im Moment einfach alles tipptopp auf.

Können Sie die Gedanken, dass Sie erstmals auf höchster Stufe in der entscheidenden Phase dabei sind, komplett verdrängen?
Ganz ausblenden kann ich es nicht, nein. Es ist speziell, im Playoff zu spielen, besonders vor dieser Kulisse. Es ist herrlich, unbeschreiblich.

Ihr Tor wurde zum schönsten des Abends gekürt, Ihr Name von den Fans auf der Stehrampe skandiert. Welche Gefühle löste dies aus?
Ehrlich gesagt bekam ich schon etwas Hühnerhaut. Es war mega schön. Aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben.

Sie haben in dieser Saison eine ähnliche Entwicklung durchgemacht wie Tristan Scherwey im vergangenen Winter. Was verbindet Sie sonst noch mit ihm?
Wir sind auf und neben dem Eis sehr gute Freunde, haben es immer lustig zusammen und unternehmen auch Dinge, gehen etwas Trinken oder sonst in die Stadt. Im Moment ist das allerdings schwierig. Das Programm mit Schule, Eistraining und Matches ist ziemlich voll.

Auch die Junioren der Kloten Flyers kennen Sie gut ...
Ja, Samuel Walser, Nicholas Steiner und Thomas Mettler sind ebenfalls in derU-20-Nationalmannschaft. Mit Walser habe ich auch schon in der gleichen Linie gespielt. Ihn kenne ich schon sehr lange, seit der U-16. Auf Junioren-Niveau spielten wir zwar schon oft gegeneinander. Aber nun, vor dieser Kulisse und auf diesem Niveau, das ist schon etwas Spezielles.

Beim SCB stürmen Sie neben Ivo Rüthemann und Martin Plüss.Inwiefern hilft Ihnen dies?
Diese Konstellation ist perfekt für mich. Es ist unglaublich, dass ich mit ihnen spielen kann. Die zwei haben so viel Erfahrung, auch auf internationaler Ebene. Sie geben mir immer wieder Tipps, was ich noch besser machen kann. Das hilft mir sehr.

Zwischendurch standen Sie jedoch bloss als 13. Stürmer in der Aufstellung. Wie schwierig waren diese Wechsel für Sie?
Das ist der Alltag, damit muss man umgehen können, und das ist auch kein Problem für mich. Ich habe auch zu Beginn der Saison nicht so viel gespielt, von dem her habe ich mich gut daran gewöhnt.

Im Herbst schienen Sie körperliche Defizite zu haben, nun nicht mehr. Ist dies eine Frage des Selbstvertrauens oder des Krafttrainings?
Beides. Ich war viel im Kraftraum, habe aber vor allem im Sommer ein bisschen an Masse zugelegt. Während der Saison ist das schwierig. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber auch an die grössere Spielhärte. Mit den vielen Trainings und Matches kam das mehr und mehr.

Mit dem dritten Sieg in Folge hat der SCB die «Belle» in Kloten erzwungen. Wie sehen Sie die Ausgangslage für Spiel 7?
Die Chancen stehen fifty-fifty. Kloten hat den Heimvorteil, wir sind im Aufwind. Aber wir sind alle Profi genug, um zu wissen, dass man nach einem Sieg nicht zu hoch und nach einer Niederlage nicht zu tief sein darf. Deshalb müssen wir jetzt runterfahren, damit wir am Dienstag wieder bereit sind.

Der Bund

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