Der EHC Biel kämpft sich zurück

Die Seeländer gewinnen bei Servette nach 1:2-Rückstand 4:2. Auch Zug gelingt gegen die ZSC Lions eine spektakuläre Wende.
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57 Minuten lang beherrschten die ZSC Lions das Spiel in Zug, doch dann kam es noch zur spektakulären Wende. EVZ-Coach Dan Tangnes ersetzte gut dreieinhalb Minuten vor Schluss beim Stand von 2:4 Torhüter Genoni durch einen sechsten Feldspieler und sah seinen Mut belohnt. Der neue Tscheche Kovar glich in der 58. Minute mit einer Doublette innert 46 Sekunden aus, Lindberg krönte den Zuger Endspurt mit dem 5:4 nach 16 Sekunden in der Verlängerung. Sehr zur Freude der meisten der 6886 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Bossard-Arena.

Das, was vorher gewesen war, wurde somit zur Makulatur. Da hatten die ZSC Lions die Kreise der Zuger mit aggressivem Spiel eingedämmt und auf Zuger Tore jeweils gleich selber mit Treffern geantwortet. Angeführt vom starken Wick, der das Skore in der 13. Minute eröffnet hatte. In der hitzigen Endphase wurde der Flügel dann aber zur tragischen Figur für die Zürcher: Er traf Schlumpf in der 58. Minute mit dem Stock am Kopf ermöglichte so den Zugern eine doppelte Überzahl, die diese zum Ausgleich nutzten.

Biel Leader per Kunstschuss

Wären die Bieler auf der Suche nach Ausreden, eine erste Niederlage im zweiten Saisonspiel hätte sich bestens begründen lassen. Im Tor Paupe statt Hiller, im Sturm Namen wie Wüest (19), Tanner (20) und Karaffa (20) statt Brunner, Gustafsson oder Riat: alles andere als ideale Voraussetzungen für einen Sieg bei einem der fünf besten Heimteams der letzten Saison. Nur schien das Luca Cunti nicht zu kümmern. Nachdem drei von vier Treffern im Powerplay ­gefallen waren, gelang dem Seeländer Zuzug aus dem Hand­gelenk die Wende zum 3:2. Rajalas Empty-Netter, der bereits fünfte Saisontreffer des Finnen, besiegelte in der 60. Minute die Tabellenführer von Biel, das ohne Punktverlust bleibt.

Für Servette dagegen bedeutete das 2:4 nach dem Startsieg in Langnau einen ersten, empfindlichen Rückschlag. Zwei der ersten drei Bieler Ausschlüsse bestrafte die Mannschaft des neuen Trainers Pat Emond noch mit Toren. Doch nach Cuntis Kunstschuss verpasste sie es in mehreren Anläufen, dem Match in Überzahl eine zweite Wende zu geben.

Lakers-Shutout zum ersten Sieg

Für ein Team, das im Vorjahr als Aufsteiger nur eines seiner ersten elf Spiele gewann, sind die Lakers blendend in die Saison gestartet. Auf den späten Einbruch im Startspiel bei Meister Bern reagierte die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson mit einem überzeugenden 3:0 im Heim-Debüt. Clarks 1:0 liess Cervenka im Gestocher das 2:0 folgen (25.), zehn Minuten später gelang Dünner per Backhand mit seinem dritten NL-Tor, dem ersten für die Lakers, das 3:0. Ambri fand nie einen Weg zurück ins Spiel, am Ende blieb es bei 24 Tessiner Abschlussversuchen und einem Shutout für Lakers-Goalie Nyffeler.

Damit ist der Fehlstart der Leventiner komplett. Im Gegensatz zum Auftakt gegen Zug, als sie sich vom 0:2 und vom 1:3 zurück in die Partie kämpften, blieb diesmal jede Reaktion aus. Das Resultat sind null Punkte aus zwei Spielen sowie der letzte Tabellenrang. Und am Dienstag folgt der Auswärtsmatch in Bern. Das neue Stadion, die erstmalige Champions-League-Teilnahme, das Spengler-Cup-Debüt: Ambri droht ob der ungewohnte Kür die Pflicht in der Meisterschaft zu entgleiten.

Zug - ZSC Lions 5:4 (0:1, 1:2, 3:1, 1:0) n.V.
6886 Zuschauer. – SR Dipietro/Lemelin, Progin/Altmann. – Tore:13. Wick (Suter) 0:1. 24. Thorell (Klingberg/Ausschluss Marti) 1:1. 26. Prassl 1:2. 28. Roe (Trutmann) 1:3. 43. Hofmann (Martschini/Ausschlüsse Roe, Blindenbacher) 2:3. 44. (44:00) Pedretti (Suter) 2:4. 58. Kovar (Martschini) 3:4 (ohne Goalie). 58. Kovar (Ausschluss Wick) 4:4 (ohne Goalie). 61. (60:16) Lindberg 5:4. – Strafen: keine gegen Zug, 7x2 plus 10 (Marti) gegen die ZSC Lions.

Genf-Servette - Biel 2:4 (2:1, 0:0, 0:3)
5331 Zuschauer. – SR Stricker/Tscherrig, Kovacs/Wolf. – Tore:9. Wingels (Smirnovs/Ausschluss Cunti) 1:0. 12. Rathgeb (Pouliot, Tschantré/Ausschluss Miranda) 1:1. 19. Fehr (Winnik/Ausschluss Pouliot) 2:1. 48. (47:35) Rajala (Schneider, Salmela) 2:2. 49. (48:44) Cunti (Ulmer, Kreis) 2:3. 60. (59:15) Rajala 2:4 (ins leere Tor). – Strafen:3x2 gegen Servette, 6x2 gegen Biel.

Rapperswil-Jona Lakers - Ambri-Piotta 3:0 (1:0, 2:0, 0:0)
4315 Zuschauer. – SR Wiegand/Vikman, Fuchs/Schlegel. – Tore: 19. Clark (Cervenka) 1:0. 25. Cervenka (Egli) 2:0. 35. Dünner (Hüsler, Ness) 3:0. – Strafen: 4x2 gegen Rapperswil-Jona Lakers, 4x2 gegen Ambri-Piotta.

sg/phm

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