Die Pittsburgh Penguins wie der SC Bern

Die Pittsburgh Penguins gewinnen zum vierten Mal den Stanley-Cup. Missstimmung gibt es ausgerechnet wegen Superstar Sidney Crosby.

Umstritten: Sidney Crosby erhielt von NHL-Commissioner Gary Bettman die MVP-Trophäe.

Umstritten: Sidney Crosby erhielt von NHL-Commissioner Gary Bettman die MVP-Trophäe.

Neue Besen kehren gut. Was zuletzt der SC Bern mit dem Wechsel von Guy Boucher zu Lars Leuenberger bewiesen hatte, der seine Zeit in der Hauptstadt mit dem Titel krönte, zeigte sich nun auch in der besten Liga der Welt. Am 12. Dezember 2015 war Mike Sullivan, der vorherige Trainer vom AHL-Farmteam Wilkes-Barre/Scranton befördert worden als Ersatz von Mike Johnston, genau sechs Monate später stand der vierte Stanley-Cup-Titel der Pinguine fest, der erste seit 2009 und nach Jahren voller Verletzungen, Enttäuschungen und Zweifel. Sie sind die sechste Organisation, der das Kunststück nach einem Trainerwechsel während der Saison gelungen ist.

So schwach sie unter Sullivan gestartet waren – vier Niederlagen mit einem Gesamtskore von 4:15 –, so stark hatten sie anschliessend zugelegt. Im Playoff eliminierten sie der Reihe nach die New York Rangers, Qualifikationssieger Washington, Vorjahresfinalist Tampa Bay und nun in sechs Spielen die San Jose Sharks. Hochverdient, die Haie konnten die Serie nur dank überragender Torhüterleistungen auf sechs Partien erstrecken, sie führten nur gerade 49:15 von total 374:53 Minuten.


Thornton muss weiter warten

Der Titeltraum von Joe Thornton, überragender HCD-Ausländer während des vorletzten Lockout, hat sich somit auch mit fast 37 Jahren noch nicht erfüllt. Allerdings denkt der spielintelligente Hüne mit dem beeindruckenden Bart noch lange nicht ans Aufhören, er kann sich sogar vorstellen, wie derzeit Jaromir Jagr bis ins biblische Alter zu spielen. Der Schweizer Jungstar Mirco Müller war in allen Finalpartien überzählig.


Crosby, die politische Wahl

Dass Sidney Crosby die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler des Playoff erhielt, lässt sich sportlich nicht nachvollziehen. Er war nicht der erfolgreichste Skorer seines Teams mit 19 Punkten (6 Tore), seine Plus-Minus-Bilanz ist mit minus 2 sogar negativ. In den letzten 10 Partien traf «Sid, the Kid» einmal, in den letzten sieben Partien gar nicht mehr. «Er ist aber ein enormer Leader, die Punkte werden seiner Leistung allein nie und nimmer gerecht», versuchte Sullivan die Wahl seines Captains zu rechtfertigen. Vor allem ist das Mitglied des «Triple Gold Club» aber auch der Posterboy der NHL und damit für Marketingzwecke deutlich attraktiver als beispielsweise Phil Kessel (10 Tore / 12 Assists). Crosby ist einer von sechs Spielern, die schon beim Titelgewinn 2009 dabei waren – wie auch Jewgeni Malkin.

DerBund.ch/Newsnet

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