Der perfekte Start

Der SC Bern überfordert im ersten Saisonspiel Gottéron. Der 6:1-Sieg ist auch in dieser Höhe verdient.

Einsatz am falschen Ort: Jim Slater fährt seinen Hüter Barry Brust über den Haufen. SCB-Captain Simon Moser schaut interessiert zu.

Einsatz am falschen Ort: Jim Slater fährt seinen Hüter Barry Brust über den Haufen. SCB-Captain Simon Moser schaut interessiert zu. Bild: Anthony Anex/Keystone

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Der Saisonstart ist eine Komponente in der Saisonplanung, der eine hohe Bedeutung zugemessen wird. Erst recht, wenn das Ziel der erneute Gewinn der Meisterschaft ist. Dass die Organisation SC Bern sich zu einer Hockeymacht entwickelt hat, ist Fakt. «3 Title i 5 Jahr – t Houptstadt regiert» steht auf einem grossen Schriftzug im Stadion. An dieser Vorherrschaft soll sich nichts ändern, und sie soll mit dem dritten Titel en suite – dem Triple – gefestigt werden.

Der Start am Samstag ist vorzüglich gelungen. Unsicherheiten wegen gewichtiger verletzungsbedingter Absenzen, angeschlagener Spieler oder der enttäuschenden letzten beiden Auftritte in der Hockey Champions League wichen schnell der Begeisterung, die der SCB in der bereits im ersten Heimspiel ausverkauften und stimmungsvollen Arena entfachte. Zu stark präsentierte sich der Meister, was alle Zweifel rasch verfliegen liess.

Dabei war das Geschehen im ersten Drittel trotz SCB-Führung noch ausgeglichen. Die Gäste hatten sogar ein leichtes Chancenplus. Alain Berger, Anführer der jungen 4. Sturmlinie, erzielte das erste Berner Saisontor. Mit Beginn des zweiten Drittels erhöhte der SCB jedoch Tempo und Rhythmus und überforderte zuweilen den Gast aus dem Nachbarkanton. Mit drei Toren innerhalb von rund acht Minuten erhöhte Bern das Resultat bereits vor Spielhälfte vorentscheidend auf 4:0. Bern dominierte die Partie bei numerischem Gleichstand, in Überzahl und sogar in Unterzahl. Zwei Tore, erzielt durch Haas und Ebbett, fielen mit einem Spieler weniger auf dem Eis.

Die Gäste traten nicht etwa schlecht auf. Mit dem Selbstvertrauen aus ihrem erfolgreichen Saisonauftakt – einem Sieg am Abend zuvor gegen Genf – hielten sie teilweise gut mit und erspielten sich ab und an vielversprechende Tormöglichkeiten. Doch bis auf Sprunges Treffer konnten sie den bereits wieder stark aufspielenden Leonardo Genoni nicht bezwingen. Generell konnten die Freiburger mit der Wucht und Ausgeglichenheit des Meisters – mit sechs verschiedenen Torschützen – erneut nicht mithalten. Saisonübergreifend verloren sie zum fünften Mal in Serie gegen den SC Bern. «Mir gefiel die Energie, die Kraft und das Tempo meiner Mannschaft», sagte Kari Jalonen nach dem Auftritt. In seinen Augen war es «ein guter Auftakt», wobei er vor allem die Winnermentalität seines Teams hervorhob. Auch Tristan Scherwey sprach von einem «äusserst gelungenen Start».

Lob gab es nach dem Spiel auch vom Gegner. «Wir müssen ihnen hohen Respekt zollen. Die Berner kennen ihr System, befolgen die Regeln und nützten jeden Fehler konsequent aus», sagte Gottérons neuer Trainer Mark French zum überlegenenen Auftritt des Meisters.

Ein gutes Omen

Die Euphorie rund um den SC Bern ist bereits wieder spürbar. Der Auftakt zur Mission Triple, einem Kunststück, das zuletzt dem EHC Kloten Mitte der 90er-Jahre gelang, ist somit perfekt geglückt.

Der SCB ist seit nunmehr 6 Saisonauftaktspielen zu Hause ungeschlagen. In den letzten beiden Spielzeiten, die am Ende den Titel brachten, wurden die Auftaktpartien zu Hause ebenfalls mit Kantersiegen gewonnen. Ein gutes Omen. (Der Bund)

Erstellt: 10.09.2017, 21:28 Uhr

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