Der SC Bern wies dem EHC Biel den Weg

Ab Samstag trifft der SC Bern im Playoff-Viertelfinal auf Biel. Ein Derby mit einer reichen Geschichte.

Zweimal im Playoff am SC Bern gescheitert. Biels Legende Norman Dupont gegen Berns Bernhard Schümperli in einem Spiel vor 25 Jahren: Februar 1992.

Zweimal im Playoff am SC Bern gescheitert. Biels Legende Norman Dupont gegen Berns Bernhard Schümperli in einem Spiel vor 25 Jahren: Februar 1992. Bild: Keystone

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Ob Playoffs oder nicht: SCB gegen Biel, Gross gegen Klein, Hauptstadt gegen Provinz: Diese Attribute versprechen immer Zündstoff. Seit dem Aufstieg des EHC Biel in die NLA 1975 (bis 1995) und dann erneut ab 2008 standen insgesamt 120 Derbys auf dem Spielplan. Zahlreiche davon liessen es nicht an Brisanz missen. Schon die Bieler NLA-Premiere im damaligen Allmendstadion am 11. Oktober 1975 hatte es in sich: Dank eines «Last-minute-Treffers» von Dellsperger, der einen abgeprallten Cadieux-Schuss 61 Sekunden vor Schluss zum 8:7 verwertete, behielten die Hauptstädter standesgemäss die Oberhand.

Biels erster Titel dank dem SCB

Einen grossen Dienst erwies der SCB seinem Rivalen am 25. Februar 1978. Er besiegte in der Schlussrunde das um einen Punkt vor Biel liegende Langnau in der Ilfishalle 6:3 und kürte damit den zu Hause gegen Kloten siegreichen EHCB erstmals zum Schweizer Meister. Von 1976 bis 1979 machten übrigens jeweils Bern, Langnau und Biel die ersten drei Plätze unter sich aus und «degradierten» damit die Schweizer zur Kantonalmeisterschaft.

Neu mit dem Ex-Berner Serge Martel und Ex-SCB-Trainer Ed Reigle eroberte sich der EHC Biel 1981 seinen 2. Titel, wobei er den Rivalen aus der Hauptstadt 7:5 (vor 9000 Kiebitzen), 6:4 (nach einem 1:4-Rückstand dank fünf Toren im Schlussdrittel) und 11:5 bezwang. Aber auch der SCB machte mit einigen Derby-Kantersiegen von sich reden: 11:1 1987, 10:2 2008 und 8:1 2010.

SCB-Abstieg wegen des EHCB

Bös spielte der EHC Biel dem SCB 1982 mit. In einem dramatischen Entscheidungsspiel im Kampf gegen die Abstiegsrunde gewann er in Olten durch zwei Tore Martels innert 18 Sekunden in der 54. Minute 3:2, nachdem Goalie Anken einen Penalty Wittwers abgewehrt hatte. In der Folge stiegen die Berner für vier Jahre in die NLB ab. In den 50 Derbys seit dem Wiederaufstieg des EHC Biel 2008 spricht einiges gegen den Aussenseiter.

31 Partien gingen für Biel verloren, nur 19 wurden gewonnen, davon einzig deren 5 in der Postfinance-Arena. Auch der Start in diese 2. Bieler NLA-Phase erfolgte wie 1975 in der Bundesstadt und endete mit einem 5:2 für die Platzherren, wobei Martin Steinegger nach 13 Jahren beim SCB erstmals wieder für seinen Stammclub auflief.

Nur einmal im Halbfinal

Bei den total acht Playoff-Teilnahmen ab 1985 erwiesen sich die Bieler nicht als Riesentöter. Trotz ehrenvollem 3:4-Ausscheiden gegen Freiburg (2013) oder die ZSC Lions (2015) gelang das Vordringen in die Halbfinals nur ein einziges Mal: 1990. Dort traf man just auf den SCB. Im Vorjahr war man gegen Bern (mit einem überragenden Rexi Ruotsalainen) im Viertelfinal ausgeschieden, nun traf man nach einem 2:0-Erfolg über Zug im Halbfinal aufeinander. Zwar resultierte erst ein 4:3-Auswärtssieg, aber dann folgten drei Niederlagen und das Aus. Dupont, Gingras, Boucher, Jean-Jacques Aeschlimann und Kölliker hiessen die damaligen Leistungsträger auf Bieler Seite, Haworth, Howald, Peter Bärtschi, Sven Leuenberger und Montandon beim SCB. (Der Bund)

Erstellt: 02.03.2017, 11:27 Uhr

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