Das Ziel Playoff als offenes Geheimnis

Resultatmässig können die SCL Tigers in ihren Tests bislang nicht überzeugen. Das Interesse am Club, der mit Gewinn gewirtschaftet hat, ist dennoch gross.

Das Interesse an den Tigers von Langnau ist gross.

Das Interesse an den Tigers von Langnau ist gross. Bild: Valeriano Di Domenico

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Eigentlich waren sie fast durchwegs positiv, die Nachrichten, mit denen die SCL Tigers in diesem Sommer aufwarten konnten. Wären da nicht die Testspiele. Doch der Reihe nach.

An Eishockey war noch nicht zu denken, als die Organisation Anfang August bei strahlend schönem Sommerwetter den Beinahe-Ausverkauf der Sitzplatz-Saisonkarten bekannt geben konnte. Diese, Stand heute, insgesamt fast 4600 verkauften Jahreskarten sind gemäss Geschäftsführer Peter Müller «ein Clubrekord der Neuzeit».

Eishockey besitzt weiter einige Strahlkraft im Emmental, auch weil die Tigers nach desolatem Start noch eine ganz ordentliche letzte Saison ablieferten. An der Generalversammlung vom 23. August vermeldete der Club schliesslich den Abschluss des Geschäftsjahrs mit einem Gewinn von 293'000 Franken. Alles gut also? Fast. Noch nicht in die Gänge gekommen ist ausgerechnet die erste Mannschaft. Aus sieben Testspielen resultierten ebenso viele Niederlagen, zuletzt ein 0:1 gegen Kloten.

Zuvor hatte Langnau schon gegen Rouen (2:3), Moskau (0:1), Nitra (2:3), Biel (0:2), den SCB (0:2) und Vitkovice (3:4) verloren. Der Langnauer Sportchef Jörg Reber will die Niederlagen nicht überbewerten, ebenso wenig den Umstand, dass die von ihm zusammengestellte Mannschaft in diesen Tests lediglich sieben Tore zustande brachte. «Ich wäre beunruhigt, wenn wir viele Gegentore erhalten hätten. Aber das ist nicht der Fall», sagt er.

Von einer schlechten Vorbereitung will er nichts wissen. «Wir sind in der Defensive stabil, wir schiessen einfach noch zu wenig Tore», sagt er, und: «Wir sind auf dem richtigen Weg. Es wäre unseriös, die Mannschaft jetzt schon zu beurteilen.»

Die Defensive hatte Reber im Sommer mit Federico Lardi und Samuel Erni verstärkt, für die Offensive verpflichtete er Benjamin Neukom, Emanuel Peter, Aaron Gagnon, Antti Erkinjuntti, Eric Himelfarb und bewegte Anton Gustafsson zur Rückkehr ins Emmental.

Noch vermochten die ausländischen Offensivkräfte Gagnon, Erkinjuntti, Elo und Himelfarb nicht zu überzeugen, ihr Vorteil ist aber, dass sie bei Langnau eine etwas längere Anlaufzeit erhalten, als das bei einem Spitzenclub der Fall wäre. «Die Ausländer müssen auch bei uns Verantwortung übernehmen. Wichtiger ist aber, dass das Team als Ganzes funktioniert», sagt Reber, «und dass die Entwicklung über die gesamte Saison hinweg gesehen stimmt.»

Der neue Captain heisst Berger

Mit Pascal Berger, der nach seiner Ankunft vor einem Jahr sofort zur Leaderfigur avancierte, verlängerte Reber den Vertrag vorzeitig um drei Jahre. Der ehemalige dreifache Meisterspieler des SCB dürfte die Tigers in dieser Saison aller Voraussicht nach als Captain auf das Eis führen. Die Verpflichtung von Martin Plüss gelang Reber indes nicht. Es habe ein reger Kontakt bestanden, «es wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen, wenn er zu uns gekommen wäre», sagt der Sportchef. Der langjährige SCB-Captain erteilte Langnau jedoch eine Absage. Eine andere Schweizer Eishockeylegende ist hingegen sporadisch bei den Tigers zugegen: Martin Gerber springt zwischendurch als Assistenztrainer bei den Novizen ein, bestätigt Reber.

Was sind die Ziele der von Heinz Ehlers gecoachten Mannschaft in der kommenden Saison? «Natürlich möchten wir ins Playoff kommen, das ist kein Geheimnis», sagt Reber. Gelingen soll es, weil das Kader etwas stärker besetzt ist als in der Vorsaison und «weil wir punkto Qualität einen Schritt nach vorne gemacht haben.» Klar ist aber auch, das alles zusammenpassen müsste für die erste Playoff-Qualifikation seit 2011. Keinen Platz hätte da ein Fehlstart wie in der Vorsaison, als die Tigers ihre ersten neun Ligaspiele am Stück verloren.

Ein erfolgreicher Saisonstart würde weiterhin gute Nachrichten aus dem «Hockey Country» bedeuten. Im Emmental hat man sich in diesen Tage eigentlich schon fast daran gewöhnt. (Der Bund)

Erstellt: 02.09.2017, 08:05 Uhr

Die neuen Gesichter

Die neuen Gesichter Langnaus falscher Center
Antti Erkinjuntti. Ein Name, den man sich auf der Zunge zergehen lassen kann. Aber auch ein Name, der in der Schweiz bislang nur einem sehr kleinen Kreis von Eishockeyfans bekannt war. Das, so hoffen die SCL Tigers, soll sich sehr bald ändern. Der 31-jährige Flügelstürmer gehört zu den Hoffnungsträgern im Emmental, wenn es um eine Playoff-Teilnahme geht. Eine Tormaschine sollte dabei nicht erwartet werden, der Finne ist ein Flügel, der wie ein Center alter Schule spielt: stark am Puck, kreativ bei der Spielgestaltung, entsprechend denkt er eher «Pass» als «Schuss». Erkinjuntti wird erstmals in seiner Karriere im Ausland spielen, die hohe Erwartungshaltung an NLA-Söldner wird für ihn neu sein. Verantwortung zu übernehmen, ist er allerdings gewohnt. Zuletzt war er Captain bei den Lahti Pelicans, und die letzte Saison war vielleicht seine beste: Die erstmalige WM-Teilnahme verpasste Erkinjuntti nur knapp, mit 41 Skorerpunkten (32 Assists) war er so produktiv wie nie zuvor. (kk)

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