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Zwiespältige Gefühle der Young Boys

Die YB-Spieler waren nach dem 2:2 gegen Brügge froh, nicht verloren zu haben – und enttäuscht, den Sieg verpasst zu haben.

Gut im Schuss: Marco Schneuwly präsentierte sich auch gegen den FC Brügge als torgefährlicher Stürmer.
Gut im Schuss: Marco Schneuwly präsentierte sich auch gegen den FC Brügge als torgefährlicher Stürmer.
Keystone

Das Schweizer Fernsehen dürfte in zwei Wochen ein paar Probleme weniger haben – wenn sich die Schweizer Beteiligung am Europacup auf ein Minimum reduziert hat. Gestern standen mit YB, Bellinzona und dem FC Zürich drei Super-League-Teams im Uefa-Cup-Einsatz – alle waren an torreichen Begegnungen beteiligt, benötigen aber in den Rückspielen Exploits, um noch im Wettbewerb zu bleiben.

Die Partie im Stade de Suisse wurde direkt übertragen, von Bellinzona gab es immerhin eine Zusammenfassung, vom FCZ dagegen gar nichts. Die SF-Führung hat für Europacup-Spiele mit Schweizer Präsenz einen Betrag fixiert, den sie nicht überschreiten will. Dem Vernehmen nach sollen die italienischen TV-Rechte-Inhaber, eine Firma, die im Besitz Silvio Berlusconis steht, keinerlei Anstalten gemacht haben, den Schweizern entgegenzukommen – Mattscheibe statt San-Siro-Spektakel.

Zu viele Fehler

YB-Verteidiger Saif Ghezal wäre vermutlich froh gewesen, hätte man seinen Fehler am Fernseher nicht zu sehen bekommen. Der Tunesier verlor vor dem 1:1 in der 37. Minute den Ball als hinterster Mann an Torschütze Wesley Sonck. «Unsere Fehler sind bitter bestraft worden», sagte Thomas Häberli, der nach seiner Verletzungspause eingewechselt worden war. Der Innerschweizer sagte, YB habe die Chance auf den Sieg gehabt. Diese Gewissheit müsse für Selbstvertrauen im Hinblick auf das Rückspiel am 2. Oktober sorgen.

Die Young[0] Boys[0] schwankten nach der Punkteteilung zwischen einigermassen zufrieden und ziemlich enttäuscht. Goalie Marco Wölfli sagte, der späte Treffer zum Ausgleich verleihe der Mannschaft Moral. «Die Belgier haben den Rasen nach dem 2:2 mit hängenden Köpfen verlassen.» Das Ziel in Brügge müsse sein, kein Tor zu erhalten und mit Kontern zum Erfolg zu finden. Wölfli pflichtete Häberli bei. «Wir können weiterkommen. Brügge ist ein gutes Team, aber keine Übermannschaft.»

Marco Schneuwly, in den letzten Wochen YB-Torschütze vom Dienst, wies auf die Unzulänglichkeiten im eigenen Spiel hin. «Wir müssen analysieren, was nicht gut gelaufen ist.» Mit andern Worten: Zwei Gegentore waren zwei Gegentore zuviel.

Gerber als YB-Chefscout?

Hinter den Kulissen laufen Gespräche, den ehemaligen Vaduz-Sportchef Werner Gerber als neuen Chefscout der Young Boys zu verpflichten. In diesem Bereich haben die Berner noch Nachholbedarf. Gerber, der als Mann mit gutem Näschen für entwicklungsfähige Spieler gilt, könnte YB womöglich wertvolle Dienste leisten. Allerdings steht der ehemalige YB- und Thun-Sportchef auch bei anderen Klubs hoch im Kurs.

Testspiel gegen Köln

Die Young Boys gaben gestern bekannt, dass sie am Donnerstag, 9. Oktober, um 19.30 Uhr im Stade de Suisse ein Testspiel gegen den 1. FC Köln austragen werden. Das Schweizer Fernsehen dürfte an einer Direktübertragung nicht interessiert sein.

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