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Zwei Chancen genügen für drei Punkte

Beim 2:0-Auswärtssieg von YB gegen Lugano sind Torchancen wiederum rar, aber diesmal gehört der defensive Part dem Gegner.

Sulejmani trifft per Kopf zum 1:0 – für den YB-Spieler erst der dritte Treffer dieser Art in seiner Karriere.
Sulejmani trifft per Kopf zum 1:0 – für den YB-Spieler erst der dritte Treffer dieser Art in seiner Karriere.
Gabriele Putzu, Keystone

Dann stand Miralem Sulejmani genau richtig, um die Flanke von Sven Joss mit dem Kopf ins Netz zu befördern. Das dritte Kopfballtor seiner Karriere, wie er sich später erinnerte, war das Führungstor für YB gegen Lugano in einem chancenarmen Spiel. Dieses 1:0 in der 72. Minute war auch YBs erste Grosschance. Dass Guillaume Hoarau, der ansonsten blass blieb, nur zwei Minuten später zum 2:0 traf, ersparte den Gästen das Zittern um die drei Punkte.

Angefangen hatte YB im sonnigen Tessin druckvoll. Es war spürbar, dass die Mannschaft den Eindruck, den sie beim 0:0 gegen Lausanne in der Vorwoche hinterlassen hatte, korrigieren wollte. «Wir haben um einiges besser gespielt als gegen Lausanne, waren aktiv in der gegnerischen Platzhälfte, aber uns fehlte die Durchschlagskraft», resümierte Adi Hütter.

Mit einer Dreierkette, die in der Rückwärtsbewegung zur Fünferabwehr wurde, stellten sich die Luganesi den Young Boys in den Weg, denen es deshalb lange nicht gelang, für Gefahr im Strafraum zu sorgen. «Wir haben in der ersten Halbzeit nicht genug Chancen kreiert. In der zweiten Hälfte kamen wir dem Tor dann immer näher», sagte Sulejmani, der die Berner in dieser Partie auf Kurs gebracht hatte.

Nachdem er zuletzt immer wieder auf der Ersatzbank hatte Platz nehmen müssen, stand Sulejmani am Sonntag wie bereits im Spiel gegen Lausanne in der Startaufstellung. Auch er hatte in jener Partie bei dem allgemeinen Fokus auf die defensiven Pflichten nicht im Angriff glänzen können. Gegen Lugano war die Mannschaft offensiver eingestellt, rieb sich aber am bissigen Gegner auf.

«Gerade auswärts ist es schwierig, gegen eine solche Mannschaft einen Weg zu finden und ein Tor zu schiessen», erklärte Sulejmani und betonte, dass trotz der angriffigeren Ausrichtung Vorsicht geboten war: «Eine Mannschaft wie Lugano kann aus dem Nichts attackieren. Spieler wie Alioski oder Sadiku können jederzeit den Unterschied machen.»

Jung und solid

Armando Sadiku war es, der einem Tor für den Gastgeber am nächsten kam. «Er hatte die einzige Chance für Lugano. Unsere Verteidigung war stabil», sagte Adi Hütter. Yvon Mvogo, der sonst wenig zu tun hatte, parierte gegen die FCZ-Leihgabe. Gefährlich wurde es nochmals in der 81. Minute, als Nuhus Rückpass zu kurz geriet und Alioski fast profitieren konnte.

Nuhu konnte ihn beim Abschluss stören, der Ball flog über das Tor. «Das war ein individueller Fehler. So etwas sollte er nicht tun», urteilte der YB-Trainer. Neben dem Patzer vermochte Nuhu in der Innenverteidigung aber zu überzeugen. Er war Teil einer stabilen und sehr jungen Abwehrkette.

Kasim Adams Nuhu selbst ist erst 21 Jahre alt, ebenso wie Kevin Mbabu, der auf der rechten Aussenverteidigerposition spielte. Joss, der am Sonntag auf links wechselte und den Vorzug vor Lecjaks erhielt, ist 22 Jahre alt. Zwölf Jahre älter ist Alain Rochat, der mit Nuhu zusammen die Innenverteidigung bildete. Steve von Bergen stand wegen seiner Rückenbeschwerden, die vom Spiel gegen Lausanne herrühren, nicht im Aufgebot.

«Wie die Stürmer nach hinten, müssen die Defensivspieler auch nach vorne arbeiten», hielt Hütter fest. Ersterem wurde gegen Lausanne Rechnung getragen, Joss und Mbabu als Vorbereiter der beiden Tore verkörperten am Sonntag den zweiten Teil des Credos. Luft nach oben hat YB allemal, doch bekanntlich zählt im Fussball am Ende das Resultat. So lautete auch das Fazit von Hütter ganz trocken: «Guter Auftritt mit verdientem Sieg.»

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