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YB-Leihgabe macht GC zum neuen Leader

Roman Bürki parierte im Spitzenspiel gegen St. Gallen einen Penalty, bewahrte damit das 1:0 und hält nun den Rekord mit 630 Minuten ohne Gegentor.

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Eben noch hatte das Publikum zu seinen Ehren geklatscht, sich aus den Sitzen erhoben, im Chor seinen Namen gerufen. Und Roman Bürki, dem Mann im GC-Tor, dem diese Rufe galten, schmeichelte es für einen Moment. Verständlicherweise. Denn als 72 Minuten um waren im Spitzenkampf gegen St. Gallen, stand der Berner als neuer Rekordhalter im Schweizer Fussball fest: Während 612 Minuten war er ohne Gegentor geblieben. Fünf Jahre lang hatte der Luzerner David Zibung den Rekord innegehabt.

630 Minuten ohne Gegentor

Nur: Der Applaus im Letzigrund verstummte jäh, als keine zwei Minuten später Schiedsrichter Sébastien Pache einen strengen Foulpenalty pfiff und so St. Gallen die Gelegenheit bot, auszugleichen. Bürki dachte nur: «Zum Glück erst jetzt.» Der Ball lag bereit, der angeschlagene Scarione nahm, so schien es jedenfalls, Anlauf. Es schoss aber Jagne Pa Modou. Für Aussenstehende wirkte die Aktion ziemlich spontan, ebenso für St. Gallens Trainer Jeff Saibene. Doch Bürki hielt den Ball fest. Und damit auch den siebten Sieg der Grasshoppers in Serie. Womit in dieser Saison auch der dritte Penalty gegen GC ungenutzt blieb.

Nach dem siebten Sieg in Serie ist Bürki bei 630 Minuten ohne Gegentor angekommen. Captain Veroljub Salatic zog den Hut: «Chapeau», war sein Kürzestkommentar.«Hätte mir das jemand vor der Saison vorhergesagt, dass wir sieben Spiele lang kein Tor erhalten würden, hätte ich ihn als Spinner bezeichnet», sagte der Goalie der U-21-Nationalmannschaft. Die Rekordhandschuhe behielt er indessen nicht, um sie als Erinnerung aufzubewahren, sondern schenkte sie einem Fan in der stimmungsvollen und erstaunlich gut gefüllten Kurve.

Grichtings Out

Aus zwei Gründen: Erstens sei er in Bezug auf seine Handschuhe nicht abergläubisch, zweitens sei der Rekord ja kein persönlicher Erfolg. «Ohne unsere Mannschaft wäre der Rekord nicht möglich gewesen», sagte er. Die Hoppers hatten St. Gallen weder Raum noch Zeit gelassen, sich zu entfalten. Selber kombinierten sie sich immer wieder gefällig nach vorne. Etwa nach 17 Minuten, als Salatic nach herrlichem Direktspiel darüber schoss, führte zu Szenenapplaus. Vor allem aber führte GC zur Pause. Nassim Ben Khalifas drittes Saisontor zum 1:0 fiel nach einem an sich zu kurz getretenen Corner.

Weil der junge Stürmer aber reaktionsschnell antizipierte, war er vor seinem Gegenspieler am Ball.Nicht zuletzt Stéphane Grichtings verletzungbedingtes Out – in einer ersten Diagnose war von einem Aussenbandriss im Fuss die Rede – führte zu einer anderen Gewichtung der Verhältnisse nach der Pause. Ohne den zuvor souveränen Abwehrpatron wurde die Abwehr der Grasshoppers immer wieder in Verlegenheit gebracht. Sie trotzte allen Widerständen erfolgreich.

Hitzfeld will Ben Khalifa

Trainer Uli Forte hatte Bürki in dieser Saison auch schon kritisiert, gestern nun erklärte er ihn zum Matchwinner, «ihn und Nassim Ben Khalifa». Der 20-jährige Stürmer hatte das dritte Tor nach seiner Rückkehr zu GC. Und er war der Mannschaft auch gegen St. Gallen ein Vorbild in Sachen Engagement und Laufvolumen; keinen Ball gab er verloren.

Den Lohn dürfte der formstarke Ben Khalifa noch in dieser Woche von Ottmar Hitzfeld erhalten: Dieser will den U-21-Nationalspieler wieder einmal ins A-Nationalteam befördern und ihn für die WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen (12. Oktober) und in Island (16.) aufbieten. Bislang hatte Ben Khalifa drei Spiele mit insgesamt 35 Minuten Einsatzzeit bestritten. Auch so ist das ein kleines Zeichen von gesteigerter Wertschätzung für den Rekordmeister: Ben Khalifa wäre der erste GC-Nationalspieler seit Innocent Emeghara im August 2011.

(si)

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