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YB verglüht im Letzigrund

Nach dem 1:4 gegen GC liegen die Young Boys nach sechs Runden schon wieder um 9 Punkte hinter Basel zurück.

Die Young Boys, hier Yoric Ravet, hatten mehr Spielanteile – im Gegensatz zu GC waren sie im Abschluss jedoch nicht effizient.
Die Young Boys, hier Yoric Ravet, hatten mehr Spielanteile – im Gegensatz zu GC waren sie im Abschluss jedoch nicht effizient.
Ennio Leanza, Keystone

Es war der Höhepunkt der Hitzeschlacht: Nach einem Corner von YB kam Ridge Munsy etwa vier Meter ausserhalb des Strafraums in der 39. Minute an den Ball. Der Luzerner und ehemalige Thun-Stürmer spurtete über 80 Meter zum anderen Torgehäuse im Letzigrund; Scott Sutter vermochte ihn an der Mittellinie nicht zu stoppen, an der YB-Strafraumgrenze überlief Munsy auch noch Steve von Bergen und überlistete Goalie Yvon Mvogo zum 1:0 für GC.

Ein fabelhaftes Tor und bemerkenswert, was Munsy nach dem Spiel zu den Journalisten sagte. «Ich durfte in dieser Szene meine Schnelligkeit ausnutzen», erklärte der Torschütze ganz brav und bescheiden. Der GC-Stürmer wählte in der Stunde des Triumphs Worte, wie ein braver Klosterschüler.

Weniger angenehm war die Situation für Steve von Bergen, der bei dieser Aktion schlicht überlaufen wurde. «Wir waren in dieser Situation nicht gut positioniert. Ich hätte versuchen müssen, früher zu intervenieren, vielleicht hätte auch Scott schon im Mittelfeld mit einem Kopfball die Sache verhindern können. Fakt ist, dass wir zu viele Tore erhalten», sagte der YB-Abwehrchef.

10 Tore in den beiden Spielen gegen Borussia Mönchengladbach und GC. Das gibt aus YB-Sicht Anlass zu Sorge. Klar, dass das auch bei Adi Hütter für Ärger sorgt. «Wir haben nun die Länderspielpause und während dieser Tage müssen wir genau analysieren, was zu ändern ist.»

Der YB-Trainer bemängelt vor allem zwei Punkte. «Wir haben zu viele Fehler im taktischen Bereich und zu viele individuelle Fehler.» Versucht man die moderaten Sätze von Hütter in Klartext zu übersetzen, bedeutet dies: Es ist eine ziemlich umfangreiche Mängelliste.

Auch YB-Besitzer Andy Rihs auf der Tribüne musste mit ansehen, wie sich YB nach dem mit viel Aufwand erkrampften zwischenzeitlichen 1:1 durch Frey mit der ersten Offensivaktion von GC in der zweiten Halbzeit wieder ausspielen liess. Källströms flache Hereingabe verpassten alle YB-Spieler im Strafraum, nicht aber Numa Lavanchy, der den Ball ins Netz lenkte.

Bereits wieder im Krisenmodus

Danach spielte YB Risiko, der 19-jährige Kwadwo Duah kam für Lecjaks, und die Young Boys verglühten in der Bullenhitze des Letzigrunds. Einwechselspieler Sigurjonsson auf einen Konter mit dem zweiten Abschluss und Caio mittels Penalty schossen für GC einen komfortablen 4:1-Sieg heraus, der aufgrund des Spielverlaufs zu deutlich ausfiel.

Den Grasshoppers gelang an diesem Nachmittag fast alles. Sie gingen in der Phase in Führung, als YB das Spielgeschehen zumindest aufgrund des Ballbesitzes dominierte.

Und GC, mit dem überragenden, 34-jährigen Kim Källström am Regiepult, schaffte mit der ersten Torchance nach der Pause die erneute Führung. Danach war YB sowohl körperlich wie moralisch am Ende. «Das zweite Tor hat uns kaputt gemacht», konstatierte Alain Rochat. «Danach mussten wir auf Risiko gehen. Die beiden letzten Tore waren eigentlich für nix.»

YB-Sportchef Fredy Bickel sah man nach dem Schlusspfiff durch eine Türe auf der Rückseite der Haupttribüne in den Schatten, den ein Lieferwagen abwarf, eilen und nervös an einer Zigarette ziehen. Nach sechs Runden hat YB bereits wieder 9 Punkte Rückstand auf den FC Basel. Das wird zu reden geben. Diesmal aber macht es deutlich den Anschein, dass der Trainer nicht das schwächste Glied in der Kette ist.

Trotz der langen Verletztenliste –gegen GC musste der angeschlagene Zakaria vorzeitig vom Feld – bleibt bei YB eine grosse Baustelle. Und das ist in erster Linie die Defensive. Mit derart vielen Pannen in der Abwehr kann eine Mannschaft keine Stabilität erlangen. Die Young Boys sind nach sechs Runden bereits wieder im Krisenmodus.

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