«YB ist der erste Favorit auf den Titel»

FCZ-Trainer Uli Forte redet seine Mannschaft vor dem Super-League-Schlager gegen die Berner in die Rolle des Aussenseiters.

Uli Forte hat eine Mission: Mit dem FCZ gegen YB den Leaderthron verteidigen.

Uli Forte hat eine Mission: Mit dem FCZ gegen YB den Leaderthron verteidigen.

(Bild: Keystone)

Die Young Boys dürfen die Wunden nach dem mehr als unglücklich zustande gekommenen 0:1 im Champions-League-Playoffspiel gegen ZSKA Moskau nicht zu lange lecken. Wenn sie nicht schnell auf die Beine kommen, werden sie sich in Kürze wieder in ihrer Normalposition wiederfinden, auf der man sie in den letzten Jahren immer wieder angetroffen hat: braver Teilnehmer der Europa-League-Gruppenphase, in der Meisterschaft hinter dem FC Basel her humpelnd.

So gesehen, ist der Match vom Samstag im Letzigrund für die Mannschaft von Trainer Adi Hütter enorm wichtig. Die Eindrücke der 0:4-Heimniederlage gegen Thun, für die selbst in YBs engstem Umfeld niemand eine plausible Erklärung findet, müssen getilgt werden. Dies kann den Bernern nur gelingen, wenn sie zumindest nicht verlieren.

Nie in den letzten sieben, acht Jahren – man muss auf die Zeiten von Seydou Doumbia und Hakan Yakin zurückblicken – steckte derart viel Substanz in einem YB-Kader wie im jetzigen. Der Verkauf des 31-jährigen, aber immer noch leistungsfähigen Schweden Alexander Gerndt nach Lugano ist eines von vielen Zeichen dafür, wie breit und gut die Berner in dieser Saison besetzt sind. Gerndt würde man sich nur dann wieder zurückwünschen, wenn zwei oder mehr Stürmer ausfallen sollten.

YB-Trainer Adi Hütter muss im Auswärtsmatch gegen den FCZ den Sieg anstreben, ohne das Champions-League-Playoff-Rückspiel in Moskau vom nächsten Mittwoch aus den Augen zu verlieren. Er muss sich überlegen, ob er Sékou Sanogo, seinem wohl wichtigsten Spieler, eine Pause gönnt Hütter erwartet einen FCZ, der ein gutes Pressing praktiziert und über eine starke Offensive verfügt, verkörpert durch die Stürmer Michael Frey und Raphael Dwamena. Gegen einen solchen Kontrahenten kann der Österreicher eigentlich nicht gut auf den vielseitigen Sanogo verzichten.

Vor dem Match schickt Adi Hütter Blumen zu seinem Kollegen Uli Forte in den Letzigrund: «Es ist sehr gut, dass der FC Zürich sofort wieder aufgestiegen ist. Diese Mannschaft gehört hierher, und sie ist eine Bereicherung für die Liga.»

Uli Forte nimmt die Blumen entgegen und schickt einen Strauss nach Bern: «Für mich ist YB der erste Favorit auf den Titel, vor Basel. Man hat im Match gegen ZSKA wirklich gesehen, was diese Mannschaft leisten kann». Forte ist beeindruckt, wenn er sieht, was für Spieler Hütter derzeit auf die Bank setzen muss oder nicht einmal ins Aufgebot nehmen kann. «Es sind Leute», sagt Forte, «die wohl in jeder anderen Mannschaft von Anfang an spielen würden.»

Die Zürcher haben die Begeisterung des Aufsteigers und das nicht übermässig schwierige Startprogramm genutzt, um sich vor YB und Basel an die Spitze zu setzen. Zwei Siege errangen sie auf überzeugende Art, einen Sieg (gegen Thun) und ein Unentschieden (in Lugano) mit ein bisschen Glück.

Zürich - Young Boys. Samstag, 19.00 Uhr. - SR Klossner. - Absenzen: Alesevic, Schönbächler, Kryeziu, Winter und Pagliuca (alle verletzt); Seferi (verletzt). - Fraglich: Marchesano, Koné, Voser, Thelander; - . - Statistik: YB-Trainer Adi Hütter wird trotz des anstehenden Spiels bei ZSKA Moskau nicht umhin können, eine möglichst starke Formation zu nominieren. Nach dem 0:4 gegen Thun sollte sich YB nicht schon die zweite Niederlage erlauben. Aus den letzten drei Heimspielen gegen die Berner holte der FCZ nur einen Punkt.

sda

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