YB im Glück gewinnt turbulentes Derby

Die Young Boys schaffen beim 3:2-Sieg in Thun den vierten Sieg in Folge.

Das Siegtor: Michael Frey markiert mit diesem Kopfball das 3:2 – es ist sein sechster Saisontreffer.

Das Siegtor: Michael Frey markiert mit diesem Kopfball das 3:2 – es ist sein sechster Saisontreffer.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Seit 12 Meisterschaftsspielen sind die Young Boys ungeschlagen, das 3:2 im hart umkämpften Derby beim FC Thun ist nach den Erfolgen gegen Sion, Lausanne und Basel der vierte Sieg in Serie. Die letzte Niederlage in der Super League datiert vom 28. August, beim 1:4 im Letzigrund gegen GC. Und die 35 Punkte von YB aus 18 Spielen bedeuten die beste Vorrunde seit sieben Jahren, seit den Zeiten von Vladimi Petkovic.

Doch zum Abschluss vor der Winterpause in der Stockhorn-Arena überzeugten die Young Boys nicht. YB-Trainer Adi Hütter holte an der Pressekonferenz zuerst tief Luft, liess einigen Sekunden vergehen und sagte dann: «Wir haben zum Abschluss der Vorrunde ein Derby gesehen, bei dem die bessere Mannschaft verloren hat.»

Vor allem von der Leistung seiner Mannschaft während der ersten 45 Minuten sei er masslos enttäuscht, bekannte Hütter. «Das war die schlechteste Halbzeit dieser Vorrunde.» Zur Pause habe er ein grosses Problem gehabt. «Ich wusste nicht, wo ich mit der Kritik anfangen sollte, hinten oder vorne, wir waren derart schlecht.»

Er sei in der Kabine nicht laut geworden, er sei einfach enttäuscht gewesen. Die Mannschaft hat dies offenbar gespürt, denn nach dem Wechsel zeigte sich YB in den Zweikämpfen aggressiver und bot auch spielerisch mehr. Hütter hatte umgestellt. Für Gerndt, der links stürmte, kam Sutter in die Mannschaft. Mbabu rückte vor, Schick wechselte auf die rechte Seite im Mittelfeld. Dennoch bekundeten die Berner mit den gradlinig spielenden Thunern weiter Probleme, vor allem in defensiver Hinsicht.

Leonardo Bertone sprach hinterher von einem «grausigen Sieg», auch Torschütze Michael Frey räumte ein, dass der Gegner diesmal kein Glück hatte. Dieses Derby war wieder einmal ein Beispiel dafür, dass der Sieger im Fussball nicht immer der Logik folgt. Zweimal waren die Oberländer aufgrund des Spielverlaufs verdient in Führung gegangen; zuerst durch Tosetti, der nach einem Stellungsfehler von Lecjaks mit einem Volleyschuss traf. Und nach einer knappen Stunde Spielzeit durch Sorgic, der den Fehler von Benito nutzte und den zu kurz geratenen Rückpass an Mvogo als ideales Zuspiel nutzte. Beide Male glichen die Young Boys jedoch innert weniger Minuten aus.

Zuerst kam Hoarau nach einem flachen Zuspiel von Mbabu von der Strafraumecke (!) im Fünfmeterraum an den Ball (37.). Und beim 2:2 in der 60. Minute wuchtete Sanogo Thuns Captain Hediger mitsamt dem Ball über die Linie; der Schiedsrichter indes anerkannte das Tor.

Zudem wehrte Hoarau später einen Schuss von Peyretti in Corner, Mvogo wäre wohl geschlagen gewesen (81.) Beim anschliessenden Eckball kam der Ball zu Sorgic, der ihn mit dem Kopf an den Innenpfosten lenkte, worauf Mvogo mit einer Reflexbewegung den Ball von der Torlinie weglenkte. Es ging phasenweise drunter und drüber vor dem YB-Tor, die Thuner aber schafften es nicht mehr, wenigstens einen Punkt zu retten.

Fast zwei Punkte pro Spiel

Auch wenn Hütter die letzte Vorstellung seiner Mannschaft in Thun nicht gefallen hat, insgesamt sprach er von einer guten Vorrunde. «Die 35 Punkte aus 18 Spielen bedeuten einen Schnitt von fast zwei Punkten pro Spiel. Das ist ein guter Wert, aber in der Schweiz reicht das natürlich nicht, weil der FC Basel da ist.»

In der Tat: Die Young Boys liegen weiterhin um 12 Punkte hinter dem Meister zurück. Auch Frey bemühte sich um eine kurze Zwischenbilanz und haderte damit, «dass wir zu Beginn der Saison sinnlos Punkte abgegeben haben».

Aber in der Rückrunde werde YB nochmals angreifen, prophezeite der Schütze des Siegestors in Thun. Vorerst geht es allerdings in die Winterpause. Trainingsauftakt im neuen Jahr ist bei YB am 4. Januar.

Der Bund

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