YB gefällt beim Test im neuen Look

Die Young Boys erzielen bei der Saison-Generalprobe vier Tore gegen den VfB Stuttgart.

Guillaume Hoarau (rechts) ging resolut zur Sache, blieb bei der Premiere im neuen YB-Dress beim 4:1 gegen Stuttgart aber ohne Torerfolg.

Guillaume Hoarau (rechts) ging resolut zur Sache, blieb bei der Premiere im neuen YB-Dress beim 4:1 gegen Stuttgart aber ohne Torerfolg.

(Bild: Keystone)

Die Young Boys präsentierten sich eine Woche vor dem Saisonstart beim FC Zürich im Testspiel gegen den VfB Stuttgart nicht nur in ihren neuen Leibchen, sondern zeigten gegen den Bundesligisten eine ordentliche bis gute Vorstellung. Nach einem frühen Rückstand reagierte YB robust und mit guten spielerischen Aktionen.

Den Ausgleich schaffte Vilotic nach einem Eckball von Steffen, nach ­einer Viertelstunde sprintete Gerndt nach einer Vorlage von Steffen in die Tiefe und traf zum Führungstreffer. Zuzug ­Sulejmani traf dann – erneut servierte Steffen das Assist – nach einer halben Stunde mit einem satten Weitschuss zum 3:1 und kurz vor Schluss traf auch noch der eingewechselte Tabakovic.

Was bleibt nach diesem komfortablen 4:1-Sieg zu konstatieren? Die Startaufstellung gegen den VfB wird wohl auch die Formation sein, mit der YB am Samstag (20.00) im Letzigrund gegen den FCZ einlaufen wird. Ein Fragezeichen bleibt allerdings: Sékou Sanogo musste nach einem Schuss mit Adduktorenbeschwerden ausgewechselt werden. Wie schwer die Verletzung des Ivorers ist, wird die ärztliche Untersuchung zeigen.

Sein Ersatz, der von Servette verpflichtete Schweizer U-19-Nationalspieler Denis Zakara, zeigte sofort körperliche Präsenz, Zweikampfstärke und spielte mit viel Selbstvertrauen.

Zumindest in den ersten Partien der neuen Super-League-Saison könnte YB davon profitieren, dass das Team eingespielt ist. Zu Beginn gegen den VfB stand ein einziger neuer Spieler auf dem Platz – Sulejmani und der Serbe zeigte im ­linken Mittelfeld Balltechnik, Spielübersicht und Abschlussgefährlichkeit.

Auffälliger Sulejmani

Was allerdings in einigen Szenen auch auffiel: In defensiver Hinsicht sind die Young Boys weiterhin nicht über alle Zweifel erhaben. Anfällig wirkten die Berner besonders bei kurzen Doppelpässen im Strafraum.

Die Stuttgarter, die letzte Saison bis in der Schlussrunde um den Ligaerhalt kämpfen mussten, reisten vom Trainingslager im österreichischen Zillertal zu diesem Test. Der VfB begann unter dem neuen Trainer Alexander Zorniger mit den Neuzugängen Heise, Rupp und Goalie Tyton. In der zweiten Halbzeit wechselte Zorniger auf zehn Positionen. Verzichten musste der VfB auf seinen neuen Torhüter Mitchell Langerak. Der von Borussia Dortmund verpflichtete Australier fehlte wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel.

«Es war eine gute Leistung meiner Mannschaft, sagte YB-Trainer Uli Forte: «Wir sollten jedoch das 4:1 nicht überbewerten. Stuttgart ist noch nicht im Saft, die Bundesliga beginnt in Deutschland erst Mitte August.» Die Stuttgarter hatten vor ein paar Tagen in einem Testspiel den tschechischen Meister Viktoria Pilsen 6:3 bezwungen.

Zorniger ortete in Bern vor allem eine ­ungenügende Abwehrleistung. Verteidiger Antonio Rüdiger, deutscher Nationalspieler und bei Atlético Madrid im Gespräch, spielte auch gegen YB nicht. «Ich würde mir wünschen, vier zentrale Abwehrspieler im Kader zu haben, die ich alle in der Bundesliga einsetzen kann, sodass der Konkurrenzkampf um die zwei Plätze vorhanden ist. Zurzeit ist das leider noch nicht der Fall», bedauert Zorniger.

«Ich bin kein Teppichhändler»

Erstmals ernst wird es für den VfB am 8. August, beim DFB-Pokalspiel bei den ­«Störchen» des Drittligisten Holstein Kiel. YB spielt morgen Dienstag den ­letzten Test auf der altehrwürdigen und dem Abriss geweihten Gurzelen in Biel gegen Xamax (19.00 Uhr). Dort werden die Spieler zum Einsatz kommen, die ­gegen Stuttgart nicht in der Anfangs­formation standen oder auf der Ersatzbank sassen, kündigte Forte an.

Einer aber wird wohl auch in Biel nicht einlaufen: Moreno Costanzo. Die Berner hoffen immer noch, den Mittelfeldspieler abgeben zu können. «Er ist bei einigen Klubs im Gespräch, aber wie konkret, weiss ich nicht genau», sagt YB-Sportchef Fredy Bickel. «Ich bin kein Teppichhändler. Deshalb gehe ich mit unseren Spielern nicht hausieren.» Young Boys - Stuttgart 4:1 (3:1) Stade de Suisse. – SR Klossner. – 6084 Zuschauer. – Tore: 5. Maxim 0:1. 8. Vilotic 1:1. 15. Gerndt 2:1. 31. ­Sulejmani 3:1. 87. Tabakovic 4:1. Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Vilotic, Von Bergen, Lecjaks; Bertone, Sanogo (40. Zakaria); Steffen (63. Afum), Gerndt (81. Kubo), Sulejmani (63. Nuzzolo); Hoarau (81. Tabakovic). Stuttgart: Tyton (46. Vlachodimons); Klein (46. ­Niedermeier), Schwaab, Sama (46. Ristl), Heise (46. Hlousek); Serei Die (46. Gruezo); Maxim (46. Ferati), Didavi (46. Stöger), Rupp (46. Kostic); Harnik (46. ­Kiesewetter), Ginczek (46. Kliment). Bemerkungen: YB ohne Gajic, Benito und Seferi (alle verletzt). Stuttgart ohne Langerak, Baumgartl, Rüdiger, Gentner, Wanitzek, Ibisevic, Werner und Abdellaoue. 40. Sanogo angeschlagen ausgeschieden.

Der Bund

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