«Xamax kann für den Schweizer Fussball gefährlich sein»

Alex Frei nimmt Stellung zum dubiosen Geldgeber Bulat Tschagajew. Was der FCB-Star zum neuen Xamax-Machthaber sagt, im Video-Interview mit DerBund.ch/Newsnet.

Sebastian Rieder@RiederSebastian

Alex Frei ist einer der wenigen Fussballer in der Schweiz, die keine Angst davor haben, ihre Meinung zu sagen. Ohne Umschweife und Phrasendrescherei kommentiert er die Entwicklung bei Xamax Neuchâtel – dem nächsten Gegner des FC Basel am Sonntag. «Ich weiss nicht, ob das sehr gesund ist, was Xamax macht», sagt FCB-Stürmer Alex Frei. Gemeint ist Bulat Tschagajew. Dem milliardenschweren Xamax-Machthaber aus Tschetschenien werden Verbindungen mit der russischen Mafia nachgesagt.

Bis heute hat Tschagajew jegliche Fragen zu seinem Vermögen, das er mehrheitlich in Rohstoffe und Immobilien investiert, mit einem süffisanten Lächeln kommentiert. Bis zum Start der Super League war Tschagajew, der pro Jahr rund 30 Millionen Euro in Xamax stecken will, auch stets bei bester Laune. Am letzten Sonntag verging dem neuen Investor das Lachen aber gründlich. Sein Team verlor auf der Maladière gegen Luzern mit 0:3, Tschagajew verliess die Haupttribüne eine Viertelstunde vor Schluss und liess seinen Statthalter Andrei Rudakow allein sitzen. Ein Indiz dafür, dass Geduld wohl nicht zu Tschagajews stärksten Charakterzügen zählt.

«Ich hoffe, es kommt gut mit Xamax»

Das Verhalten des eigenwilligen Xamax-Besitzers wirft eine zentrale Frage auf, die auch Alex Frei beschäftigt: Wie lange hat Tschagajew Lust, seine Millionen in eine erfolglose Mannschaft zu stecken? «Ich hoffe, es kommt gut mit Xamax. Es ist zwar nicht mein Problem, aber die Vergangenheit im Schweizer Fussball hat gezeigt, dass solche Sachen gefährlich sein können», sagt Alex Frei und weckt Erinnerungen an seinen früheren Verein Servette Genf (2001 bis 2002).

Kriminelle Machenschaften führten Servette ins Verderben

Ex-Servette-Präsident Marc Roger wurde im Februar 2007 in Spanien verhaftet, nachdem er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden war. Ungetreue Geschäftsführung, betrügerischer Konkurs, Urkundenfälschung und Veruntreuung wurden Roger vorgehalten. Zwei Jahre zuvor ging Servette in Konkurs und wurde von der Super League in die 1. Liga zwangsrelegiert.

Für negative Schlagzeilen sorgte auch der ehemalige Lugano-Präsident Helios Jermini, der insgesamt 61 Millionen Franken veruntreute. Ins Zwielicht geriet der Immobilien-Spezialist, als er beim FCL einen dubiosen italienischen Investor ins Spiel brachte. 2002 beging Jermini unter ungeklärten Umständen Selbstmord.

DerBund.ch/Newsnet

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