Respekt oder Resultat – was ist wichtiger?

Ein Nachwuchstrainer wird entlassen, weil sein Team zu hoch siegt. Stellt sich die Frage: Kann man überhaupt respektvoll gewinnen?

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Paolo Brogelli, Präsident des betroffenen Vereins ASD Invictasauro, hatte in einer Mitteilung erklärt: «Die Trainer müssen den Spielern auch den Respekt gegenüber den Gegenspielern beibringen. Das war in diesem Match nicht der Fall. Unsere Trainer haben nicht in erster Linie die Aufgabe, die Spieler zu trainieren, sondern die Jugendlichen zu erziehen.»

Gespaltene Meinungen

In den Kommentaren gingen die Meinungen der Leserinnen und Leser weit auseinander. So schreibt Marion Büchler: «Ich finde es respektlos, wenn man bewusst schlechter spielt. Damit signalisiert man der anderen Mannschaft ja, dass man sie nicht mehr ernst nimmt, und stellt sie so bewusst schlecht. Und ab welchem Spielstand sagt man sich, dass der Gegner geschont werden muss?»

Erwin Brigger hingegen findet es daneben, einen Gegner an die Wand zu schiessen. Er schreibt: «Wenn ich sehe, dass eine Mannschaft beim Stande von 6:0 auf Teufel komm raus noch 10 Tore und mehr erzielen will, so ist das einfach respektlos dem Gegner gegenüber. Denn dieser könnte ja eventuell infolge Verletzungen oder sonstiger unverschiebbarer Absenzen mit einer geschwächten Mannschaft antreten müssen. Wieso soll man sie dafür bestrafen?»

Und ein weiterer Leser fragt sich: «Was wäre gewesen, wenn der Trainer seine Jungs nach dem 5:0 zurückgepfiffen hätte und die Mannschaft am Ende noch 5:6 verloren hätte dadurch?» Wo sind hier die Grenzen zu setzen? Es werden Stimmen laut, die an das Spiel zwischen dem Frauenteam der USA und Thailand an der WM erinnern, als die Spielerinnen aus den Staaten 13:0 gewannen und dabei jeden einzelnen Treffer bejubelten. Clare Rustad, eine frühere Nationalspielerin Kanadas, meinte im Nachgang kritisch: «Sie hätten mit etwas mehr Demut und Gnade gewinnen können.»

Wie siegt man demütig?

Der Sport und der Fussball kennen in den meisten Fällen nur Sieger und Verlierer. Der Leistungsgedanke steht im Vordergrund, und trotzdem polarisiert das Thema. Deshalb möchten wir Ihre Meinung wissen. In einer ersten Umfrage waren 66 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Entlassung Riccis nicht gerechtfertigt sei, da der Gegner selber die Schuld daran trage, wenn er so schlecht spiele.

Jetzt wollen wir von Ihnen wissen, wie für Sie ein würdevoller Umgang mit dem Gegner aussieht und welche Coaching-Massnahme Sie ergreifen würden. Nehmen Sie jetzt teil an unserer Umfrage:


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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