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Wird Shaqiri jetzt zum Problem im Nationalteam?

Er verzichtet auf eines der schwierigsten EM-Qualifikationsspiele: Xherdan Shaqiri lässt einen alten Konflikt wieder aufleben.

Daumen hoch: Shaqiri gab bekannt, in Zukunft wieder für das Schweizer Nationalteam zu spielen. Zur Zeit laboriert der 27-Jährige an einer Wadenverletzung.
Daumen hoch: Shaqiri gab bekannt, in Zukunft wieder für das Schweizer Nationalteam zu spielen. Zur Zeit laboriert der 27-Jährige an einer Wadenverletzung.
Jean-Christophe Bott, Keystone
Zuvor braucht er eine Pause, um die mentalen Batterien aufzuladen: Xherdan Shaqiri hatte der Nationalmannschaft im September eine Absage erteilt.
Zuvor braucht er eine Pause, um die mentalen Batterien aufzuladen: Xherdan Shaqiri hatte der Nationalmannschaft im September eine Absage erteilt.
Luis Vieira, Keystone
Hat Shaqiri damit ein Problem? Granit Xhaka wurde ihm in der Captain-Hierarchie vorgezogen.
Hat Shaqiri damit ein Problem? Granit Xhaka wurde ihm in der Captain-Hierarchie vorgezogen.
Jean-Christophe Bott, Keystone
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Es ist eine der wichtigsten Partien dieser EM-Qualifikation. Das Auswärtsspiel gegen das nach vier Spielen noch ungeschlagene Irland dürfte für den weiteren Verlauf der Kampagne wegweisend sein. Mit einer Niederlage steigt der Druck, auch wenn sich in der Fünfergruppe zwei Teams für die Europameisterschaft 2020 qualifizieren.

Deshalb ist Xherdan Shaqiris Verzicht umso überraschender. Er kann sogar als Respektlosigkeit gegenüber seinen Kollegen ausgelegt werden. Am Sonntag gegen Gibraltar in Sitten sollte die Schweiz auch ohne Shaqiri gewinnen, das darf von dieser Mannschaft erwartet werden. Drei Tage zuvor in Dublin könnte das Team seinen offensiven Leistungsträger allerdings gut gebrauchen. Vor allem aber ist es eine schlechte Botschaft an seine Mitspieler, wenn ein Schlüsselspieler Wichtigeres zu tun hat, als schwierige Qualifikationspartien zu bestreiten.

Denn Shaqiri will sich lieber auf seinen Club konzentrieren, wie er ausrichten lässt. Für Liverpool kam der 27-Jährige in den ersten vier Matches dieser Saison gerade mal fünf Minuten zum Einsatz. Die Spielpraxis mit dem Nationalteam hätte er also gut gebrauchen können. Umso mehr wirft dieser Entscheid Fragen auf. Und er nährt die Gerüchte, wonach sein Verhältnis mit Trainer Vladimir Petkovic zumindest angeschlagen sein soll.

Er fühlt sich übergangen

Dabei geht es vor allem um Wertschätzung. Shaqiri, mit 22 Toren und 22 Assists in 82 Länderspielen, findet offenbar, er erhalte nicht den Platz in der internen Hierarchie, den er seiner Meinung nach verdient. Besonders soll sich der Linksfuss daran gestört haben, dass ihm Granit Xhaka vor Jahren in der Captain-Reihenfolge vorgezogen wurde – und das, obwohl Shaqiri ein Jahr länger im A-Nationalteam spielt. Mehrfach fühlte er sich übergangen, was er mit Liebesentzug quittierte. Vor anderthalb Jahren zog Shaqiri den Abstiegskampf mit Stoke den beiden Testspielen gegen Griechenland und Panama vor. Im Team kam das alles andere als gut an.

Ebenso wenig wie die jüngste Absage. Deshalb wird die Medienkonferenz mit Petkovic heute Nachmittag (ab 15 Uhr im Livestream) mit Spannung erwartet. Wie rechtfertigt er Shaqiris Entscheid? Wie hat er darauf reagiert? Und belastet das die künftige Zusammenarbeit?

Viele offene Fragen. Wegen Shaqiri wird sich kaum eine um den nächsten Gegner drehen.

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