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Wirbel um Barças neues Sturmjuwel

Verwirrte Mutter, wartende Fans und verärgerte Römer: Der Transfer des jungen Brasilianers Malcom dürfte ein juristisches Nachspiel haben.

Diese Transfers sind schon fix:Der spanische Stürmer Francisco «Paco» Alcacer wechselt für ein Jahr leihweise mit Kaufoption vom FC Barcelona zum Bundesligisten Borussia Dortmund. So erhält BVB-Trainer Lucien Favre kurz vor Transferschluss noch die geforderte Verstärkung im Sturmzentrum.
Diese Transfers sind schon fix:Der spanische Stürmer Francisco «Paco» Alcacer wechselt für ein Jahr leihweise mit Kaufoption vom FC Barcelona zum Bundesligisten Borussia Dortmund. So erhält BVB-Trainer Lucien Favre kurz vor Transferschluss noch die geforderte Verstärkung im Sturmzentrum.
Laurens Lindhout/Getty Images
Der 40-fache holländische Internationale Kevin Strootman wechselt für rund 25 Millionen Euro von der AS Roma zu Olympique Marseille. Der 28-jährige defensive Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag über fünf Jahre.
Der 40-fache holländische Internationale Kevin Strootman wechselt für rund 25 Millionen Euro von der AS Roma zu Olympique Marseille. Der 28-jährige defensive Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag über fünf Jahre.
Marco Canoniero/Getty Images
Dass der Schweizer Meister wohl einige Spieler verlieren wird, ist klar. Einer davon ist Marco Bürki. Der Bruder des Schweizer Nationalgoalies Roman verlässt YB und wechselt nach Belgien zu Zulte Waregem.
Dass der Schweizer Meister wohl einige Spieler verlieren wird, ist klar. Einer davon ist Marco Bürki. Der Bruder des Schweizer Nationalgoalies Roman verlässt YB und wechselt nach Belgien zu Zulte Waregem.
Thomas Hodel, Keystone
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Der Deal schien fix. So fix, dass die Vereine AS Roma und Girondins Bordeaux via Social Media eine Einigung um den Spieler Malcom verkündeten. Im digitalen Zeitalter eigentlich eine Vollzugsmeldung. Doch es kam alles anders. Wieso? Roma-Sportchef Monchi sagt in einem achtminütigen Videostatement mit gewohnt grimmigem Blick: «Es ist einfach zu erklären, aber schwer zu verstehen.»

Malcom erhielt am Montagabend gegen 17 Uhr von Bordeaux die Erlaubnis, nach Rom zu fliegen, dort den Medizincheck zu absolvieren und den Fünfjahresvertrag mit dem vereinbarten Salär von 2,5 Millionen Euro jährlich zu unterschreiben. Sogar die Mutter war auf dem Weg in Italiens Hauptstadt. Der 21-Jährige hätte die Maschine um 21 Uhr besteigen sollen, euphorisierte Roma-Fans warteten bereits am Flughafen auf ihn. Und sie mussten enttäuscht feststellen: Der 1,71 kleine, dribbelstarke Flügelstürmer ist nicht wie geplant um 23 Uhr im Flughafen Ciampino eingetroffen.

Dummerweise hatte Bordeaux plötzlich andere Pläne. Weil Barça kurzfristig ein höheres Angebot abgab, zogen die Franzosen ihre Autorisierung zurück und baten den Brasilianer, auf weitere Instruktionen zu warten. Gespannt wartete auch die Mama, die in Portugal ihren Anschlussflug sausen lassen musste – und nicht wusste, wo sie jetzt hin soll. Spätestens da war klar: Malcom wird wohl nicht mehr nach Rom fliegen.

Monchi erklärt die Seifenoper

Doch so einfach war es dann doch nicht. Ab da wurde es kurios – und wir übergeben das Wort an Monchi: «Ich rief Bordeaux-Präsident Stéphane Martin an und zu meiner Überraschung sagte er, dass wir unser Angebot erhöhen müssen, wenn wir den Spieler haben wollen. Ich habe ihn an unsere Abmachung erinnert, er antwortete aber nur, dass wir nichts unterschrieben hätten. Wir haben ihnen aber die Dokumente geschickt, darauf sagte er nur, er könne leider nichts mehr machen. Sofort rief ich unseren Präsidenten an, um ihn auf den neusten Stand zu bringen. Er war der Meinung, dass wir Barças Angebot überbieten sollen. Ich wollte das nicht, aber der Präsident sagte mir: ‹Tun Sie es, Direktor.›»

Gesagt, getan. Gegen 23 Uhr unterbreitete die AS Roma eine neue Offerte, rechtsgültig unterzeichnet: «Beide Parteien, Berater und Bordeaux, sagten mir, dass alle akzeptiert hätten und der Spieler nach Rom reisen wird. Malcoms Berater Francisco Garcia sagte mir, dass er um 11 Uhr eine Sitzung mit Martin hätte, um alles zu bestätigen. Knapp einen halben Tag später teilten sie mir zu meiner Überraschung gemeinsam mit, dass wir unser Angebot erneut verbessern müssen, weil Barcelona den Druck erhöhte. In diesem Moment sagte ich: ‹Genug!› Wir hörten da auf, weil ich keinen Auktionskrieg wollte. Wer zur Roma kommen will: gut. Wer nicht will: nicht gut.» So verkündete der FC Barcelona am Dienstagabend: «#EnjoyMalcom»

Nicht in den Genuss des aussergewöhnlich talentierten Fussballers kommen die Römer, die nun eine Klage prüfen. «Wir wissen noch nicht, ob es möglich ist, weil wir nichts unterzeichnet haben. Aber ich habe zahlreiche Nachrichten von Spielerberater und Vereinspräsident. Jetzt schauen wir, was da zu machen ist.»

Leicht angesäuert versprach Monchi den Fans, dass die Roma nun halt einen mindestens so starken Spieler wie Malcom verpflichten wird. Wie diese Verstärkung heissen wird, ist noch unklar. Währenddessen wird Malcom den Medizincheck absolvieren und zum heute Morgen gelandeten Team in Portland stossen. Das ist jetzt endgültig fix.

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