«Wir brauchen einen mutigen Auftritt»

Trainer Urs Fischer glaubt zwar nicht an Wunder, aber trotzdem daran, dass sein FC Basel gegen Arsenal eine Überraschung schaffen kann.

Der strenge Blick des Trainers: Urs Fischer überwacht den Lauf seines Mittelfeldspielers Mohamed Elyounoussi.

Der strenge Blick des Trainers: Urs Fischer überwacht den Lauf seines Mittelfeldspielers Mohamed Elyounoussi. Bild: Keystone

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Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt der FC Basel am Dienstag gegen Arsenal mindestens einen Punkt mehr als Ludogorez Rasgrad gegen Paris St-Germain, dann überwintert er in der Europa League. Wenn nicht, scheiden die Basler erstmals seit 2009 vor der Winterpause aus dem Europacup aus.

Urs Fischer sagt am Tag vor dem Spiel, seine Mannschaft habe den dritten Platz in der Champions-League-Gruppe verdient. Und der Trainer des FCB spricht viel über jenen Mut, der den Baslern beim 0:2 im Hinspiel gegen Arsenal gefehlt hat.

Urs Fischer, braucht der FCB gegen Arsenal ein Wunder? Oder glauben Sie gar nicht an Wunder?
Ich bin schon eher Realist. Was ich glaube, ist, dass wir das nötige Wettkampfglück brauchen werden.

Es braucht wohl einen perfekten Auftritt. Wenn Sie Abschnitte aus den bisherigen Auftritten Ihres Teams in der Champions League zusammenfügen könnten, welche Teile würden Sie wählen?
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich von verschiedenen Spielen Teile nehmen muss. Gewisse Auftritte von uns waren gesamthaft gut, da hat die Leistung gestimmt. Aber klar, gegen Arsenal brauchen wir einen optimalen Tag, und wir dürfen sicher nicht solche Fehler wie am Samstag gegen die Young Boys machen. Wenn wir unser bestes Niveau abrufen können, ist etwas möglich.

Werden Sie es noch einmal mit einer Dreierabwehr versuchen wie beim 0:2 in London? Das hat damals ja eher nicht geklappt. Und rechnen Sie damit, dass Arsenal ein paar Spieler schonen wird?
Zur ersten Frage: Lasst euch überraschen. Und zur zweiten Frage: Ich gehe davon aus, dass Arsenal in absoluter Bestbesetzung antreten wird.

Besteht die Gefahr, dass der FCB mit zu viel Respekt ins Spiel gehen wird? Mit Blick auf das Hinspiel und den aktuellen Formstand?
Es war wichtig, dass wir die Erfahrung in London gemacht haben. Danach haben wir eine Reaktion gezeigt und einige sehr gute Leistungen. Ein gewisser Respekt muss vorhanden sein, aber ich glaube, dass wir mit unserem Publikum im Rücken mit Selbstvertrauen auftreten und gewisse Risiken eingehen müssen.

Welche Lehren ziehen Sie aus dem Hinspiel?
Es macht schon ein wenig den Eindruck, dass unser Respekt damals zu gross war. Wir brauchen unbedingt den Mut, gegen vorne zu verteidigen. Wenn wir noch einmal so spielen wie in London, dann kannst du gar nicht so viel Glück haben, dass es trotzdem noch zu einem Punkt reicht. Wir müssen Arsenal unter Druck setzen, um Bälle erobern zu können. Wir brauchen einen mutigen Auftritt.

Hat es der FCB verdient, europäisch zu überwintern? Und wenn ja, warum?
Am Ende zeigt die Tabelle, ob wir es verdient haben oder nicht. Morgen Abend nach dem Spiel sehen wir, auf welchem Platz wir stehen. Die Momentaufnahme vor diesem Spiel entspricht nicht wirklich dem Gezeigten. Wir hätten uns schon den einen oder anderen Punkt mehr verdient. Aber am Ende lügt die Tabelle nicht.

Die Situation ist ja eigentlich paradox: Der FCB braucht eine Sternstunde, um eine grosse Enttäuschung zu verhindern: das frühzeitige Aus im Europacup.
Das ist immer die Frage der Betrachtung. Im Moment ist doch immer noch etwas möglich. Da jetzt schon von einer Enttäuschung zu sprechen …

Aber Sie brauchen den grossen Wurf, um eine Enttäuschung zu verhindern.
Ja, das brauchen wir. Aber das mit der Enttäuschung ... es ist ja noch nicht so weit. Wir haben weiter die Möglichkeit, etwas zu schaffen. Wenn es nicht gelingt, sind wir sicher enttäuscht. Aber bevor es nicht so weit ist, erlaube ich mir eine andere Betrachtungsweise.

Dem FCB könnte möglicherweise auch ein 0:0 reichen. Fliesst das in Ihre Spielvorbereitung ein?
Wir werden sicher nicht auf 0:0 spielen, das wäre fahrlässig gegen ein Team, das so gut in Form ist wie Arsenal. Wir wissen, dass wir Tore schiessen müssen. Bislang hatten wir damit unsere Probleme in der Champions League. Wir hatten unsere Möglichkeiten, jetzt hoffe ich, wir besitzen auch die letzte Konsequenz, die Ruhe. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.12.2016, 15:36 Uhr

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