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Wer setzt Xhaka unter Druck?

Der Vater von Granit Xhaka wirft den Verantwortlichen des Schweizerischen Fussball-Verbands vor, seinen Sohn wegen Olympia unter Druck zu setzen. Doch kommt der Druck wirklich von dort?

Zankapfel: Granit Xhaka muss sich zwischen Club und Olympia entscheiden.
Zankapfel: Granit Xhaka muss sich zwischen Club und Olympia entscheiden.
Keystone

Der Schweizer Olympia-Trainer Pierluigi Tami gab gestern im Haus des Fussballs in Muri bei Bern sein Aufgebot für London 2012 bekannt. Die grosse Überraschung war, dass darin auch Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach figuriert. Tami erklärte, Xhaka sei ein wichtiger Spieler in seinem Konzept, deshalb werde er auch um ihn kämpfen – obwohl es nach einem zwischenzeitlichen Okay wieder Gegenwehr aus Mönchengladbach gebe.

Heute Morgen folgte dann die mediale Keule aus Deutschland. «Ich möchte nicht nach London. Mein Fokus liegt klar auf Borussia – das habe ich den Verantwortlichen in der Schweiz auch gesagt», zitiert «Bild» Granit Xhaka. Dessen Vater und Berater Ragip legt nach: «Der Junge bleibt hier, das Thema ist durch. Der Verband setzt ihn unter Druck. Jetzt reicht‘s! Andere Spieler wie Shaqiri müssen auch nicht zu Olympia. Granit spielt gerne für sein Land. Aber er muss jetzt in Gladbach Fuss fassen.»

Die Aussagen sind dicke Post für den stets um ein gutes Klima bemühten Erfolgscoach Tami, der gestern ausführte, er habe bei den Selektionen auch auf die Interessen der Vereine geachtet und darauf, dass die Nominierten wirklich motiviert sind, an Olympia teilzunehmen. Diese Linie äusserte sich unter anderem auch darin, dass Basel-Goalie Yann Sommer, der Captain der U-21-Vize-Europameister, und der zu Bayern München transferierte Xherdan Shaqiri nicht an die Spiele reisen werden. Dass Tami ausgerechnet bei Xhaka nicht die Wahrheit sagt, erscheint alles andere als plausibel.

Die Frage ist deshalb, wer sonst den Druck auf Xhaka ausübt. Ist es nicht vielleicht sein neuer Club, der viel Geld für ihn bezahlt hat und die Qualifikation für die Champions League anstrebt? Vielleicht wird die Suppe aber auch gar nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird, und der vermeintliche Eklat ist eher ein Versuch von «Bild», das Fussball-Sommerloch nach der Euro 2012 zu füllen. Xhaka selbst gilt als besonnen und freundlich, auch sein Vater machte noch nie negative Schlagzeilen.

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