Wenn selbst das Sorgenkind umjubelt wird

Wie oft wurde Gareth Bale bei Real Madrid schon abgeschrieben? Nach dem 3:1-Auftaktsieg bei Celta Vigo scheinen sich bei den Königlichen wieder alle lieb zu haben.

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«Am besten morgen» solle Gareth Bale den Verein wechseln – dies sagte Reals Trainer Zinédine Zidane noch Mitte Juli. Ein Transfer nach China platzte in letzter Minute, eine Rückkehr nach England kam ebenfalls nicht zustande. Ein paar Wochen sind seither vergangen, und am letzten Samstag sagte Zidane: «Bale bleibt.» Zwei Wörter, mit denen man nicht gerechnet hatte.

Und noch mehr: Der 30-jährige Bale stand gegen Celta Vigo in Reals Startformation. Dies war bei Zidane weder bei dessen erster noch zweiter Amtszeit regelmässig der Fall. «Ich hatte immer die Absicht, ihn heute beginnen zu lassen», sagte Zidane, der betonte, dass die Nominierung Bales nichts mit dem Ausfall von Neuzugang Eden Hazard gehabt habe.

Wie auch immer, die zuvor viel kritisierten Madrilenen wirkten zum Saisonauftakt wie verwandelt. Die spanische Zeitung «Marca» wollte bereits eine «Revolution» bei den Königlichen erkannt haben. «Das depressive Madrid aus den Freundschaftsspielen des Sommers hat sich im offiziellen Spiel in eine seriöse, solidarische, geeinte und effektive Mannschaft verwandelt», schwärmte das Blatt. «Mit dem gleichen Schema wie immer, mit den gleichen Elf wie immer – aber ein ganz anderes Madrid.»

Warmer Applaus

Sogar Wechselkandidat Bale wurde nach dem Sieg umjubelt. Der Waliser hatte die Vorarbeit für Karim Benzemas Führungstreffer in der 12. Minute geleistet. Und wie: Ein Haken nach innen, ein Übersteiger, ein Haken nach aussen, schon war Verteidiger David Costa ausgetanzt, ein Querpass zu Benzema, der nur noch einzuschieben brauchte.

Da war sie wieder, die unbestrittene Klasse Bales. Als er in der 76. Minute durch Isco ersetzt wurde, bekam der Waliser sogar Applaus von den Fans – das war in jüngster Vergangenheit nicht oft der Fall. Viel eher war, dass er ausgepfiffen wurde, wenn er wieder einmal auf dem Platz herumstolzierte.

Bleibt er nun?

Nun deutet einiges darauf hin, dass Bale, dessen Vertrag bis 2022 läuft, in Madrid bleibt. Zum einen ist er wegen seiner Verletzungsanfälligkeit, seines Alters, seines Preises und seiner Launen nicht einfach loszuwerden. Zum anderen fallen Eden Hazard und Marco Asensio, beides Kandidaten für die Bale-Position, vorerst aus. Und ob sich ein möglicher Transfer von Neymar konkretisiert, scheint derzeit fraglich.

rom/dpa

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