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«Wenn nur ein bisschen Zunder im Spiel ist, dann ‹chlepft› es»

Liga-Chef Claudius Schäfer spricht über Randale, die Rückkehr der Banane – und ob die Schweizer Liga zu schwach für den Europacup ist.

Mehrere Verletzte nach Ausschreitungen in Thun. Video: Leserreporter.

Zum Schluss der Hinrunde gibt es noch einmal Aufregung rund um die Super League. Nicht sportlich, zu gross ist der YB-Vorsprung auf Verfolger Basel (19 Punkte). Nein, es ging mal wieder um Unverbesserliche, die sich selber als Fans bezeichnen, aber kaum als solche bezeichnet werden dürfen. Vor einer Woche war es eine Banane, die in Richtung FCB-Spieler Aldo Kalulu flog, am Wochenende zerstörten Chaoten aus der GC-Kurve in Thun mehrere Busse, Velos und lieferten sich eine Auseinandersetzung mit der Polizei. In einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» klagt Claudius Schäfer an: «Der Fussball wurde von Randalierern missbraucht.»

Der CEO der Swiss Football League (SFL) sagt, dass der ganze Fussball unter Randalen wie denjenigen in Thun leide. Gleichzeitig sei es schwierig, das Problem in den Griff zu kriegen, zumal einige der anwesenden Chaoten gar nicht erst den Fussballmatch besuchten, weil sie Stadionverbot hätten: «Ein grosses Problem. Wenn nur ein bisschen Zunder im Spiel ist, ‹chlepft› es.» Ebenfalls ein grosses Problem ist für Schäfer der Bananenwurf aus der FCZ-Fankurve in Basel: «Man versucht mit Hochdruck, herauszufinden, wer die Banane geworfen hat. Mit den hochauflösenden Kameras. Das wird nicht einfach.» Dem Täter drohen Stadionverbot und eine strafrechtliche Verfolgung, so der 46-Jährige weiter.

Was hingegen der Super League droht: Langeweile auf Dauer. Zwar schaffte es YB, die Dominanz des FCB zu durchbrechen, allerdings gelang das den Bernern so gut, dass sie zur Saisonhalbzeit in der Rangliste ohne Konkurrenz sind. Deshalb denkt Schäfer über eine Modusänderung nach, wie er der «Aargauer Zeitung» sagt: «Eine Punktehalbierung nach der ersten Phase, wie es in Österreich gemacht wird, könnte schon interessant sein.»

Vielleicht wird das aber auch gar nicht nötig sein, schliesslich muss YB spätestens zum Saisonende mit einem grossen Aderlass rechnen. Nicht zuletzt auch wegen der zumeist überzeugenden Auftritte in der Champions League, gekrönt vom Sieg gegen Italiens Serienmeister Juventus Turin. «Unser Meister hat eine der besten Mannschaften Europas geschlagen. Darauf habe ich viel internationales Feedback gekriegt», erzählt Schäfer.

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Video: YB-Sternstunde gegen Juve

Hoarau schiesst die Berner zum überraschenden Sieg. Video: SRF

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Es sei schön, dass im Verband European Leagues – Schäfer sitzt dort im Vorstand – mal wieder über Fussball statt Fussballpolitik gesprochen werde. Denn: «Wir stören uns sehr an der momentanen Entwicklung.» Die Vertreter der kleineren Ligen klagen über fehlende Solidarität: «Die Grundsätze sehe ich verletzt. Künftig wird aus einer Zweiklassengesellschaft gar eine Dreiklassengesellschaft.» Deshalb fordert der Schweizer Ligaboss, dass die Solidaritätszahlungen fast verdreifacht werden.

Als aktueller Vertreter der zweiten Klasse droht der Schweiz der Fall in die Drittklassigkeit, sprich aus den Top 15 der Fünfjahreswertung. Die Hoffnungen ruhen auf dem FCZ, dem letzten Schweizer Vertreter im Europacup. Ein Abrutschen hätte zur Folge, dass alle Teams ausser dem Meister ab 2020/21 direkt in der neuen Europa League 2 antreten: «Das haben wir uns natürlich auch selbst eingebrockt, weil die Clubs in den Qualifikationsspielen hängen blieben.» Zwar hält Schäfer die Schweizer Liga deshalb nicht für zu schwach für Europa, aber: «Logisch, für uns ist es ärgerlich.»

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