Was Guardiola seinem Nachfolger in der Kabine hinterliess

Bei den Bayern bricht die neue Ära an. Unter dem neuen italienischen Trainer Carlo Ancelotti «menschelt» es offenbar wieder in München.

Zwei, die sich mögen und schätzen: Carlo Ancelotti (r.) und sein Vorgänger in München, Pep Guardiola.

Zwei, die sich mögen und schätzen: Carlo Ancelotti (r.) und sein Vorgänger in München, Pep Guardiola.

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Pep Guardiola geht und hinterlässt in München einen zwiespältigen Eindruck. Obwohl er drei Meistertitel und zwei Pokalsiege gewonnen hat, schaffte er nie das, was seinem Vorgänger Jupp Heynckes gelungen war. Nämlich, das Triple zu holen.

Jetzt ist der Nachfolger des temperamentvollen Katalanen in München angekommen. Carlo Ancelotti, der geradezu stoisch ruhige und besonnene Italiener, der einen ganz anderen Führungsstil pflegt. Während Guardiola seine Philosophie konsequent durchgesetzt hatte, will Ancelotti auch auf seine Spieler hören.

Rätselhaft und anstrengend

Spiegel.de wartete nach der Präsentation des Italieners mit der Schlagzeile auf: «Es menschelt wieder», und kommentiert, es werde jetzt alles wieder etwas normaler beim deutschen Rekordmeister. Bodenständiger, geerdeter. Nach drei Jahren unter Josep Guardiola, in denen der Club durch andere Sphären schwebte, eine Zeit, die am Ende auch etwas sonderbar war, rätselhaft und anstrengend.

«Carlo ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit am richtigen Ort», sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der Guardiola noch salbungsvoll verabschiedet hatte, anlässlich der Präsentation des Italieners. Rund 120 Journalisten waren in München zugegen, als Ancelotti auf Englisch sagte: «Ich kann nicht sagen, dass das Halbfinale genug ist. Wir wollen die Champions League gewinnen», formulierte er sein primäres Ziel auf Englisch.

«Mit viel Wertschätzung»

Pep Guardiola, der in der neuen Saison Manchester City trainiert, hinterliess Ancelotti in der Trainerkabine eine Grussbotschaft. «Con tanta stima. In bocca al lupo, Carlo!!» Zu Deutsch: «Mit viel Wertschätzung, viel Glück, Carlo!!»

Ironie der Geschichte: Ancelotti hatte Guardiola vor zwei Jahren eine schmerzhafte Niederlage zugefügt, als er mit Real Madrid die Bayern mit einer taktischen Meisterleistung in den Halbfinals der Champions League eliminiert und dann die Königsklasse auch gewonnen hatte.

DerBund.ch/Newsnet

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