Vorweihnächtliches Feuerwerk

Die Young Boys erspielen sich gegen den FC St. Gallen ein Dutzend bester Chancen. Das Tor treffen sie aber nur zweimal und müssen deshalb unnötig zittern.

Renato Steffen scheiterte gleich zweimal an Gäste-Hüter Lopar. Seine einstige Unbekümmertheit ist wie weggeblasen.

Renato Steffen scheiterte gleich zweimal an Gäste-Hüter Lopar. Seine einstige Unbekümmertheit ist wie weggeblasen.

(Bild: Keystone Peter Klaunzer)

Ruedi Kunz

Im letzten Heimspiel vor der Winterpause lädt YB jeweils zur Weihnachtsparty mit Punsch, Glühwein, Spezialbier und «After-Match-Party». Die heurige Ausgabe vermochte nur den harten Kern der Anhänger ins Stadion zu locken. Gutgezählte 10'000 Zuschauer wurden Zeuge eines eher unerwarteten Festtags-Feuerwerks ihrer Mannschaft. 25 Mal schoss sie auf das St.-Galler-Tor – ein statistischer Wert, der eher an Eishockey denn an Fussball gemahnt. Weit weniger gut war die Ausbeute: Magere zwei Treffer resultierten aus über einem Dutzend bester Chancen.

Grösster Sünder war Renato Steffen, der zweimal allein Richtung Lopar sprinten konnte und einmal aus bester Schussposition am sehr starken Gäste-Hüter scheiterte. Das passt irgendwie ins Gesamtbild, welches der Mittelfeldspieler derzeit abgibt: Er probiert viel, rennt und dribbelt, doch häufig fehlt ihm der klare Kopf. Die Unbekümmertheit, die Steffen stark machte, ist wie weggeblasen, seit er erstmals ins Nationalteam aufgeboten wurde und Gerüchte über einen möglichen Wechsel zum FCB die Runde machten.

Fehlerhafte St. Galler

Zu Beginn der Partie hatte es keinerlei Anzeichen gegeben, dass YB das Heimpublikum mit einem Offensivspektakel in die Weihnachtszeit verabschieden würde. Tréand schoss St. Gallen, das in Bern seit 10 Jahren nicht mehr hat gewinnen können, früh in Führung. Kurz darauf verpasste Tafer das 2:0 nur knapp. In den ersten 15 Minuten seien sie von den Gästen «überrollt» worden, stellte YB-Coach Adi Hütter fest. Damit hatten diese die Munition aber bereits verschossen. Und hinten schwächelten sie bedenklich.

So konnte Zakaria kurz vor der Pause inmitten einer Gruppe von St. Gallern ziemlich ungestört zum Kopfball ansetzen, der den Ausgleich bedeutete. Für den jungen Genfer war es das erste Super-League-Tor. Vom nächsten eklatanten Fehler der Ostschweizer Abwehr profitierte Gerndt in der 42. Minute. Damit waren die Weichen gestellt für den ersten Meisterschaftssieg nach zuletzt vier Unentschieden und einer Niederlage. YB lancierte gegen den immer stärker abbauenden Gegner Angriff um Angriff – allein, der Ball, der wollte beim besten Willen nicht mehr ins Netz.

Hütter mochte sich nicht erinnern, jemals einen Match gecoacht zu haben, in dem sein Team «derart viele hundertprozentige Chancen herausgespielt hat». Weil Mvogo bei einem Freistoss von Aleksic glänzend reagierte und Salli geschickt den Winkel verkürzte, wurden die Berner für ihr fahrlässiges Verhalten nicht noch bestraft. «Ich hätte mich mächtig geärgert, wenn wir die drei Punkte nichts ins Trockene gebracht hätten», sagte Hütter

Der Bund

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