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Verarbeiten statt aufarbeiten

Die Spieler des FC Thun wähnen sich beim 2:7 in Sitten im falschen Film.

Shirt über dem Kopf: Die Enttäuschung sitzt bei den Thuner Spielern nach dem Spiel tief.
Shirt über dem Kopf: Die Enttäuschung sitzt bei den Thuner Spielern nach dem Spiel tief.
Keystone
So hätte sich Nicola Sutter den Verlauf dieses Spiels wohl nicht vorgestellt.
So hätte sich Nicola Sutter den Verlauf dieses Spiels wohl nicht vorgestellt.
Keystone
Thuns Mickael Facchinetti on fire.
Thuns Mickael Facchinetti on fire.
Keystone
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Nachdem sie in der zweiten Halbzeit vom Gegner vorgeführt worden sind, müssen sich die Thuner nach dem Spielende allerhand Unzitierbares von den Fans anhören. Der Gang vor den Fansektor endet ohne Versöhnung. Ihnen bleibt an diesem nasskalten Regentag im Wallis nichts erspart. «Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen», sagt Flügel Matteo Tosetti wenig später in der Mixedzone des Tourbillon. «Sie machen viel für uns. Und ein solches Resultat im Abstiegskampf darf nicht passieren. Aber wir stecken alle im selben Boot. Jetzt gilt es, zusammenzu­halten.»

Dass das 2:7 dennoch passierte, lag nicht etwa an fehlendem Einsatz, in dieser Hinsicht konnten sich die Oberländer keinen Vorwurf machen: Sie wollten, aber konnten nicht.

Viele Fouls, ein Platzverweis

Neben Tosetti steht Captain Dennis Hediger. Er sagt: «Wir wussten, es wird ein Abstiegskampf. Und es war auch tatsächlich ein Kampf.» In der ersten Halbzeit kam es fast im Minutentakt zu Fouls, der Sittener Xavier Kouassi grätschte Tosetti einmal rüde um, kurz darauf stieg Thuns Chris Kablan hart ein. Und weil der rechte Verteidiger kurz vor der Pause nach einem weiteren Foul des Feldes verwiesen wurde, spricht Hediger danach von ei­nem Spiel, in dem alles zusammengekommen sei, und zählt chronologisch alle Szenen auf, in denen die Partie einen anderen Verlauf hätte nehmen können.

Hediger erwähnt die Anfangsphase, in der er zu zwei aussichtsreichen Gelegenheiten kam. Die Schiedsrichterentscheidungen, die nicht zugunsten der Thuner ausgefallen waren. Die Flanke von Sions linkem Verteidiger Ermir Lenjani, die ungewollt zu einem sehenswerten Tor wurde. Es ist alles plausibel, was der Captain sagt. Aber eben: Am Ende steht es 2:7. «Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film», sagt Hediger. Und: «Die Frage ist, wie man ein solches Resultat abhackt.» Er liefert sogleich einen Ansatz: Es gelte nicht, die Partie analytisch aufzuarbeiten, sondern psychisch zu verarbeiten.

Drei Gegentore im Schnitt

Dennoch werden die Oberländer nicht drumherum kommen, über ihre Defensive nachzudenken. Sie haben in den sechs Partien nach der Winterpause 18 Gegentore erhalten, ein Schnitt von drei Treffern pro Partie. So wird sich der Abstieg ziemlich sicher nicht verhindern lassen. «Wir machten es dem Gegner zu einfach», sagt Hediger. Die Erkenntnis ist nicht neu.

Es hilft nicht, haben die Thuner schon seit Monaten Verletzungspech zu beklagen. Am Sonntag fehlten mit Roy Gelmi (Fussverletzung) und Nicolas Bürgy (Hirnerschütterung) die erfahrensten Innenverteidiger kurzfristig, zwei weitere, Miguel Rodrigues und Elia Alessandrini, sind derweil seit Monaten verletzt. Und so bildeten im Wallis der gelernte Mittelfeldspieler Nicola Sutter sowie der 19-jährige Timo Righetti das Abwehrzentrum. Sie zahlten gegen die prächtig aufgelegte Sion-Offensive viel Lehrgeld.

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