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Im Fifa-Skandal beschuldigt die US-Justiz einen Ex-Präsidenten

Die USA fordern die Auslieferung des früheren Präsidenten von Honduras, Rafael Callejas. Er ist einer von 15 weiteren Fussball-Funktionären, die im Visier der Ermittlungen stehen.

Die US-Justiz fordert seine Auslieferung: Der ehemalige Präsident von Honduras, Rafael Callejas (r.), mit dem suspendierten Fifa-Präsidenten, Sepp Blatter (11. April 2011).
Die US-Justiz fordert seine Auslieferung: Der ehemalige Präsident von Honduras, Rafael Callejas (r.), mit dem suspendierten Fifa-Präsidenten, Sepp Blatter (11. April 2011).
EPA/Gustavo Amador

Im Fifa-Korruptionsskandal fordern die USA die Auslieferung von Rafael Callejas. Einen entsprechenden Antrag machte am Donnerstag die Regierung des zentralamerikanischen Landes bekannt. Der frühere Präsident von Honduras leitete nach seiner Amtszeit als Präsident den heimischen Fussballverband.

Callejas wies die Anschuldigungen auf einer Pressekonferenz zurück und betonte, er sei bereit sich vor Gericht dagegen zu wehren. In der Klageschrift wird auch Hector Trujillo genannt, ein Richter des Verfassungsgerichts von Guatemala. In Washington sagte US-Justizministerin Loretta Lynch, im Fussball-Geschäft sei Korruption tief verwurzelt. Zu Callejas äusserte sie, dieser habe sich mutmasslich um Bestechungsgelder bemüht und seinen Einfluss in der Fifa verkauft. Zugleich richtete Lynch eine generelle Kampfansage an korrupte Fussball-Funktionäre: «Ihr werdet unserem Fokus nicht entkommen.»

Zwei Verhaftungen in Zürich

Callejas ist einer von 16 Beschuldigten, dem die US-Ermittler eine Beteiligung an millionenschwerer Bestechung im Zusammenhang mit der Vergabe von Vermarktungs- und Senderechten vorwerfen. Das US-Justizministerium ermittelt im Fifa-Korruptionsskandal gegen hochrangige Fussball-Funktionäre. Darunter ist auch der ehemalige Vizepräsident des Weltverbandes, Ricardo Teixeira. Ferner handelt es sich um den früheren brasilianischen Verbandspräsidenten Marco Polo del Nero und das ehemalige Fifa-Exekutivmitglied Rafael Salguero aus Guatemala. Das gab US-Justizministerin Loretta Lynch an einer früheren Pressekonferenz in Washington bekannt. «Das Ausmass der Korruption ist unglaublich», sagte Lynch.

Im Zusammenhang mit den US-Ermittlungen hatte es bereits in den frühen Morgenstunden des 3. Dezember 2015 in einem Hotel in Zürich nahe der Fifa-Zentrale zwei Festnahmen gegeben. Betroffen waren Alfredo Hawit aus Honduras, Chef des Fussballverbands für Nord- und Zentralamerika sowie Karibik (Concacaf), sowie Juan Angel Napout aus Paraguay, Vorsitzender des südamerikanischen Fussballverbands (Conmebol). Unter den von den US-Behörden bekanntgegebenen 16 Namen – allesamt Süd- und Mittelamerikaner – sind Napout und Hawit Banegas die einzigen mit derzeit hochrangigen Fifa-Ämtern.

Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen

Lynch macht aber auch klar, dass die Untersuchungen der US-Justiz weitergehen werden und dass sie mit allen verfügbaren Kräften gegen die Korruption im internationalen Fussball vorgehen werde:

Laut Lynch haben sich bereits acht Verdächtige, gegen die bereits seit der ersten grossen Verhaftungswelle im vergangenen Juni ermittelt wurde, für schuldig erklärt.

SDA/ofi / afo

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