Und Petkovic sagt: «Ich liebe alle»

Captain Xhaka ist kaum schwerer verletzt. Petkovic hätte sich mehr Tore gewünscht. Und Shaqiri ist weiterhin Dauerthema.

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Ueli Kägi@ukaegi

Manchmal ist das medizinische Bulletin fast noch wichtiger als der Rückblick auf die Partie. Am Sonntagabend in Sitten war das so. Granit Xhaka hatte die Schlussphase von der Seitenlinie aus erlebt, zuvor war er wegen Schmerzen ausgewechselt worden. Er habe seit Wochen Probleme mit der Achillessehne, sagte der Captain, erwartet aber keine andauernden Schwierigkeiten. «Es tut etwas weh, doch ich glaube, dass alles in Ordnung ist.»

Was das Spiel gegen Gibraltar anging, störte sich Xhaka vor allem daran, dass die Schweiz fast 40 Minuten benötigt hatte, um in Führung zu gehen. Sie hätten die ersten Tore früher machen müssen, sagte er. Doch zu kritisch wollte er nicht sein. «Ein solches Spiel müssen wir einfach gewinnen – egal wie. Wir haben die Pflicht definitiv erfüllt.»

Xhaka hofft, dass es bald nur noch um Fussball geht

Das Glück der Schweizer war an diesem Abend, dass Dänemark in Georgien nicht gewinnen konnte (0:0). Mitte Oktober kommt es innert vier Tagen zu den vermutlich entscheidenden Partien gegen Dänemark (in Kopenhagen) und Irland (Genf). Xhaka redet von «zwei ganz grossen Spielen». Und Xhaka hofft, dass bis dahin wieder Ruhe eingekehrt ist und es «nur noch um Fussball geht» nach den vielen Geschichten um Shaqiris Absenz in den vergangenen Tagen.

«Die Leute schreiben, reden, tun und machen», sagte er, «das können wir leider nicht beeinflussen. Aber wir haben in den vergangenen zwei Spielen gesehen, dass die Mannschaft einen guten Spirit hat. Egal, ob es gut oder schlecht läuft.» Und er sei stolz, Teil dieses Teams zu sein, bemerkte Xhaka auch noch.

Die Leute schreiben, reden, tun und machen, das ist ganz bestimmt so, wenn es um die Schweizer Nationalmannschaft und ihre Fussballer geht. Allerdings schien Xhaka in Sitten schon vergessen zu haben, was am Donnerstag in Dublin passiert war. Da hatte er die Shaqiri-Debatte selbst wieder befeuert mit seinem Angebot, dem abwesenden Mitspieler das Captain-Bändeli zu überlassen, falls es nur darum gehe.

Embolo wünscht sich Mitspieler mit Freude und Form

Die Causa Shaqiri beschäftigt die Fussball-Schweiz. Und sie beschäftigt auch weiterhin die Nationalmannschaft. Nicht nur im Fall von Xhaka. Sondern auch im Fall von Breel Embolo. Der Stürmer hoffte nach dem Sieg gegen Gibraltar, dass im Oktober «alle mit Freude und guter Form dabei sein werden».

Vladimir Petkovic wird sich in den kommenden Wochen sicher nicht nur um sein Verhältnis mit Shaqiri kümmern, sondern auch um seine Beziehung zu Stephan Lichtsteiner, den er zuletzt nicht mehr aufgeboten hat. «Ich liebe alle», sagte der Nationaltrainer gegenüber SRF, «ich werde sicher Kontakt mit allen Spielern haben. Wann das passiert, ist im Moment noch schwierig zu sagen.»

Damit hatte auch er noch seinen Anteil geredet zu den Personaldebatten. Zum Spiel wusste Petkovic auch noch etwas zu sagen: «Wir müssten viel souveräner sein und viel höher gewinnen mit so vielen Chancen, so vielen Schüssen, so viel Ballbesitz.» Überkritisch allerdings mochte auch Petkovic nicht sein. Er fand ebenso: «Wir befinden uns auf einem guten Weg.»

Petkovic glaubt, dass die Dänen nun noch stärker unter Druck sind

Den Stolperer der Dänen wollte der 56-Jährige zuerst nicht kommentieren, ein paar Sekunden danach hatte er seinen Vorsatz bereits gebrochen, er findet das Remis in Georgien für die Schweiz «sicher positiv». Petkovic denkt, dass die Dänen nun «vielleicht noch mehr unter Druck sind», wenn sie die Schweizer empfangen. Er warnt aber auch davor, nur noch an die zwei Spiele gegen die beiden grössten Konkurrenten der Gruppe zu denken. «Es gibt noch einige Partien, die heikel sind. Für uns. Aber auch für unsere Gegner.»

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