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Und alles denkt wieder an Luxemburg

Ein Blick auf die Paarungen der 1. Hauptrunde im Schweizer Cup ruft die Schmach der Nationalmannschaft vor zehn Tagen gegen Luxemburg in Erinnerung. Ein Drittligist und vier Zweitligisten versuchen, die Sensation zu kopieren.

Die fünf Unterklassigen können mit ihrer Auslosung zufrieden sein. Tavannes trifft auf Bulle (1. Liga), Oerlikon/Polizei Zürich spielt gegen Europacup-Teilnehmer Bellinzona, Saxon Sports gegen Neuchâtel Xamax, Widnau gegen den Milan-Kontrahenten FC Zürich und Plaffeien gegen ASL-Schlusslicht Luzern. Sie alle hoffen am Wochenende auf den «Luxemburg-Effekt» und wollen den grossen Favoriten ein Bein stellen. Alle diese Underdogs spekulieren zumindest mit ansehnlichen Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Festwirtschaft.

45'000 Franken investiert

Bevor jedoch geerntet werden kann, muss tüchtig investiert werden. Der Luzerner Erstligist Schötz lässt sich das Cupspiel gegen Double-Gewinner und Champions-League-Teilnehmer Basel 45'000 Franken kosten. In aufwändiger Arbeit wurde eine Stehplatztribüne für rund 1200 Basler Fans erstellt. Erwartet werden im 3000-Seelen-Dorf zirka 4500 Zuschauer, die alle darauf hoffen, dass die Partie ähnlich spannend verläuft wie der letzte grosse Schötzer Cupfight vor zwölf Jahren. 1996 unterlag der damalige Zweitligist dem NLA-Klub St. Gallen bei strömendem Regen erst im Penaltyschiessen 1:4.

Auf eine Sensation spekulieren die Luzerner Erstliga-Kicker, die im Mai die Aufstiegsspiele für die Challenge League nur knapp verpasst haben – auch deshalb, weil die Basler nicht in Bestbesetzung anreisen werden. FCB-Coach Christian Gross will den Stammspielern Carlitos, Scott Chipperfield, Franco Costanzo, Benjamin Huggel und Valentin Stocker eine Pause gewähren. Zudem können Eren Derdiyok, Ivan Ergic und François Marque verletzungsbedingt nicht mittun. Demgegenüber wartet der genesene Marco Streller darauf, seinen Torhunger bei den Schötzer Amateuren stillen zu können.

St. Galler Flop

Auf eine Überraschung hofft man in der Innerschweiz auch beim FC Ibach, der diesen Sommer in die 2. Liga interregional aufgestiegen ist. Drei Spieler dieses Teams waren vor drei Jahren dabei, als Kantonsrivale Küssnacht am Rigi den grossen FC St. Gallen mit 2:1 aus der Cup-Konkurrenz warf. 2000 Tickets wurden für den Fight mit Uefa-Cup-Teilnehmer Young Boys am Sonntag bereits abgesetzt. Der Ibächler Kassier rechnet mit 3600 Zuschauern.

Revanchegelüste in Amriswil

Uralte, aber noch nicht vergessene Revanchegelüste hegt der FC Amriswil gegen den FC Schaffhausen. 1963 traf der Thurgauer Zweitligist auf den damaligen NLA-Verein und erreichte ein 1:1 nach Verlängerung. Weil es damals noch kein Penaltyschiessen gab, musste ein Wiederholungsspiel über den Einzug in die Sechzehntelfinals entscheiden. Vom Verband wurde die Partie auf einen Mittwochnachmittag (16 Uhr) angesetzt, weil es in Schaffhausen keine Flutlichtanlage gab. Da jedoch die Amriswiler Kicker alle berufstätig waren und für das Fehlen am Arbeitsplatz nicht entschädigt werden sollten, weigerten sie sich anzutreten. Der SFV hielt sich streng an die Reglemente und schenkte dem Höherklassigen einen Forfaitsieg.

Topklubs gesetzt

In der 1. Hauptrunde konnten die Teams aus der Axpo Super League und der Challenge League nicht aufeinandertreffen. Bei der nächsten Auslosung am kommenden Mittwochabend sind nur noch die ASL-Vereine gesetzt, derweil die unterklassigen Vereine Heimvorteil geniessen.

si/jr

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