Umbauen mit Adi Hütter

Der «Bund» greift die offenen Personalien bei den Young Boys auf und zeigt, wie die Mannschaft in der Saison 2016/17 aussehen könnte.

Während Zakaria (2. v. l.) und Kubo (rechts) auch 2016/17 bei YB spielen dürften, sind Gerndt (links) und Steffen zwei Wackelkandidaten.

Während Zakaria (2. v. l.) und Kubo (rechts) auch 2016/17 bei YB spielen dürften, sind Gerndt (links) und Steffen zwei Wackelkandidaten.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Ruedi Kunz

Beginnt irgendwo ein neuer Trainer, werden die Karten automatisch neu ­gemischt. Wenn er wie Adi Hütter klare Vorstellungen hat, welchen Fussball er spielen will, führt das in der Regel zu grösseren Einschnitten beim Kader. Die ersten ­Mutationen sind bereits während der ­Winterpause zu erwarten – nur schon, um das 26-köpfige Kader etwas zu entschlacken nach dem frühzeitigen Ausscheiden in der Europa League und dem Scheitern im Cup-Achtelfinal gegen den FC Zürich.

Bekannt sind die Abwanderungs­gelüste von Renato Steffen, der sich seit mehreren Monaten ziert, seinen Ende Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern. Da Steffens Berater sich in den Kopf gesetzt hat, seinen Schützling spätestens nächsten Sommer in einer grösseren Liga unterzubringen, hält YB seit ­einiger Zeit Ausschau nach einem Nachfolger für den Neu-Nationalspieler. Dieser soll schon auf die Rückrunde hin ­verpflichtet werden, wenn Steffen weiterhin auf stur stellt. Sportchef Fredy Bickel hat die ­Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass sich der 24-jährige ­Aargauer die ­Sache nochmals überlegt: «Der Spieler selber ist nicht abgeneigt, bei YB zu bleiben. Doch sein Agent hat andere Pläne.»

Beim Trio Milan Vilotic, Sékou Sanogo und Yvon Mvogo ist eine baldige Luftveränderung nicht ausgeschlossen. Sollte es im Winter konkrete Angebote für einen dieser Spieler geben, werde man diese prüfen, sagt Bickel. Von ­einem Teil-Ausverkauf könne aber keine Rede sein. «Wir werden sicher nicht von uns aus aktiv.»

Afum, Gonzalez, Rochat

Keine Rolle in der Zukunftsplanung von YB spielen Samuel Afum, Alexander Gonzalez und Alain Rochat, deren Verträge Ende Saison allesamt auslaufen. Afum ist einer der grössten Fehlgriffe, den die Berner in der jüngeren Vergangenheit getan haben. Der Ghanaer mag schnell sein, doch ihm mangelt es an taktischem Verständnis und an Durchsetzungskraft. Bei Gonzalez dürften die spieltaktischen Mängel der Hauptgrund sein, weshalb er bei Coach Adi Hütter ausser Traktanden gefallen ist. «Afum und Gonzalez sind beide verständlicherweise nicht glücklich mit der jetzigen ­Situation und lassen den Markt sondieren», erklärt Bickel. Aus monetären Überlegungen dürfte er schon zufrieden sein, wenn sich im Januar jemand findet für ein Leihgeschäft.

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Ein weiterer Kandidat für ein Leih­geschäft ist Haris Tabakovic, sollte er in den verbleibenden Spielen vor Weihnachten nicht wider Erwarten noch ­kräftig Eigenwerbung betreiben. In der Rückrunde wird nämlich der an den ­Adduktoren operierte Guillaume Hoarau wieder mittun können. Die Stürmerhierarchie wird dann lauten: Hoarau, Gerndt, Kubo, Tabakovic.

Was macht Gerndt?

Noch nicht geklärt ist, wohin Alexander Gerndts Weg führt im nächsten Sommer. Eigentlich müsste man meinen, die ­Vertragsverlängerung mit dem pflegeleichten Schweden sei Form­sache. Doch seine Verletzungsgeschichte (Fussgelenk) ermahnt die sportliche Führung zur Vorsicht. In Absprache mit Coach Adi Hütter sei beschlossen worden, erst nach Abschluss der Vorrunde mit Gerndt über die Zukunft zu diskutieren. Ein ­Vertrauensbeweis seitens des Arbeit­gebers tönt anders. Und da Gerndts Kinder aus erster Ehe in Schweden leben, ist eine baldige Rückkehr in die Heimat eine Option.

Bleiben noch der 29-jährige Scott ­Sutter und der 32-jährige Raphaël Nuzzolo, die beide in der Hierarchie nach hinten gerutscht sind in der laufenden Saison und nur noch Ergänzungs­rollen zugeteilt erhalten. Es würde nicht sonderlich erstaunen, wenn Nuzzolo trotz Vertrag bis 2017 schon auf die nächste Saison hin zu seiner alten Liebe Neuchâtel Xamax zurückkehrt. Sutter könnte für einige Super-League-Clubs ein interessanter Spieler sein.

Der Bund

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