Thun erzielt nur einen gefühlten Punktgewinn

Die Oberländer ­absolvieren gerade ein ansprechendes Programm zum Jahresstart. Nach den drei Punkten gegen den FCZ letzte Woche bleiben vom 0:2 gegen Basel nur gemischte Gefühle.

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Es waren versöhnliche Gesten, als alles vorbei war in der Stockhorn-Arena. Die beiden Goalies hielten sich im Arm, Basels Vaclik und Thuns Nikolic, für beide gab es Grund zu Gratulationen, und müsste man ein Unentschieden mit einem Bild illustrieren, diese Szene am Samstagabend würde sich hervorragend eignen dafür.

Das unschöne Detail: Ein Remis war Thun am Samstag nicht geglückt, 0:2 hiess es, nachdem sich der Meister und die Oberländer einen eigentlich ausgeglichenen Kampf geliefert hatten.

Eigentlich. Darunter liess sich an diesem Abend vieles abhandeln beim FC Thun, ebenso in den ersten beiden Partien der zweiten Saisonhälfte und gemeinhin für den Start ins Jahr. Eigentlich hätten sich die Thuner gegen einen nach wie vor zwiespältig auftretenden FCB einen Punkt verdient. Und eigentlich könnte man nun von einem hervorragenden Rückrundenauftakt sprechen.

Doch da waren die Tore, am Samstag zwei auf Basler und keines auf Thuner Seite, und ergo auch die Punkte, drei noch am vergangenen Sonntag beim 4:2 in Zürich und keiner im ersten Heimspiel des Jahres.

Gegen den FC Basel rechnen die Thuner jetzt nicht unbedingt mit einem Vollerfolg, so viel Realismus hat sie insbesondere auch die Geschichte der Vorrunde gelehrt, als sie sich bereits nach drei Spieltagen ein erstes Mal am Tabellenende fanden. Und so ist es kein hervorragender, aber immerhin ein befriedigender Auftakt ins neue Fussballjahr. «Wir sind alle entspannter, aber noch nicht entspannt», sagt Sportchef Andres Gerber.

Nikolics Schwätzchen

Der Spielplan ist für den FC Thun ja ziemlich herausfordernd in diesen ersten Wochen der Rückrunde. Man ist mitten im 3-2-1-Programm, «Achtung, fertig, los» sozusagen, weil die Oberländer nacheinander gegen den Dritten (FCZ), den Zweiten (FCB) und den Ersten (YB, nächsten Sonntag) spielen.

«Darauf waren wir eingestellt», sagt Gerber, «deswegen war die Niederlage im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Konkurrent Lugano auch so ärgerlich.» Anders gesagt: Aus diesen ersten drei Spielen rechnete man jetzt nicht gleich mit neun Punkten. Dass es nun trotz allem schon drei sind, ist zufriedenstellend – zumal wenigstens die Bilanz gegen YB mit sechs Punkten vielversprechend ist.

Zufriedenstellend, so präsentierte sich Thun am Samstag vor allem nach der Pause. Den Start verschlief das Team von Marc Schneider völlig. «Da hatten wir Mühe», räumt der Trainer ein, «aber mich stört noch viel mehr, wie wir dann das Gegentor überhaupt erhalten haben.»

Nach einem Einwurf fehlte in der Thuner Defensive die Ordnung, Innenverteidiger Nicola Sutter liess in seinem Rücken Torschütze Dimitri Oberlin gewähren, auch Stefan Glarner stand zu weit weg, und Goalie Nikolic war schliesslich machtlos. «Sie waren zu dem Zeitpunkt das bessere Team», sagte der Serbe achselzuckend.

Für ihn als Leihgabe des Meisters war der Abend ja ein spezieller. Nicht nur mit Vaclik, auch mit anderen Baslern tauschte sich der 20-Jährige nach der Partie aus. «Von ihm kann ich viel lernen», sagte Nikolic über die Basler Nummer 1.

Und wie sah er seine Leistung, die mit zwei starken Paraden und zwei kaum haltbaren Gegentoren so schlecht nicht ausfiel? «Ich weiss nicht. Aber bei zwei Gegentoren und null Punkten kann man nie zufrieden sein.» Auf der Torwartposition jedenfalls hat Thun weniger Sorgen als auch schon in dieser Saison. «Wir haben im Winter viel zulegen können», sagt Sportchef Gerber.

Mit sieben Punkten Vorsprung auf das letztplatzierte Sion können die Oberländer jedenfalls fürs Erste durchatmen. Und wenn sie in nächster Zeit auch mal wieder mehr als nur gefühlte Zähler holen, dürften sie sich bald weiter von den formschwachen Wallisern absetzen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 07:01 Uhr

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