The sun is shining

Fussballgott-Grädel musste sich jüngst schlimme Sachen anhören. Da kommt die Hoarau-Geschichte gerade recht.

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Es war diese Szene in dieser 83. Minute, die selbst den Körpertherapeuten von der psychiatrischen Privatklinik Wyss im Block A in ihren Bann zog. Trainer Hütter wechselte Schick ein, der Spielstand gegen den FC Basel war auch schick – 2:0. Als Hoarau zum Einwechselspieler eilte, also eilte im hoarauischen Sinne, sich ihm folglich eher gemächlich näherte, aber nicht etwa, um ausgewechselt zu werden. Nein, um Schicks Kopf in beide Hände zu nehmen, seinen Mitspieler mit vielen Streicheleinheiten höchstpersönlich im Match zu begrüssen.

Rührend. Aber Hütter blickte böse, war ähnlich verwundert wie der Körpertherapeut von der psychiatrischen Privatklinik Wyss auf seinem Sitz im Block A – aber aus anderen Gründen –, denn Hoarau war nun nicht mehr in der optimalen Position, den Vorsprung verteidigen zu helfen. Aber was sagte Hoarau zum genervten Trainer, der wie alle andern auf einer Adrenalin-Welle surfte? «Hey man, the sun is shining», oder «Hey Coach, easy, ich werde gleich als Mittelverteidiger im eigenen Strafraum verteidigen», oder «Hey. Lose or win, it’s just a game»? Wir wissen es nicht. Aber Hütter beruhigte sich schnell, als hätte er Gottes Wort in seinem Innern vernommen.

Was aber sagte Hoarau zu Schick? Nach tagelangen Recherchen und unzähligen Telefonaten mit Experten (von Lippenlesern bis zu Freunden Hoaraus, Schick lachte nur ins Handy, wollte nichts sagen) ist es Grädel gelungen, den wahren Sachverhalt des Gesprächs auszugraben. Und Grädel staunte nicht schlecht. Hoarau fragte also Schick, ob er wisse, wer besser auf Gras sei als Roger Federer. Schick war schon ein wenig verwundert ob dieser Frage, hörte Hoarau im Weglaufen aber die Antwort sagen: «Bob Marley!»

Es ist eine schöne Geschichte, und Grädel ist froh, sie zu kennen. Denn Grädel musste sich jüngst einige schlimme Sachen anhören auf Fussballplätzen. Von Frauen. Wie sie an der Europameisterschaft in Holland mit «Blut und Schweiss» (waren noch Tränen dabei, Grädel kann sich nicht mehr genau erinnern?) das Spielgegen Island «umgebogen» hätten.Ja, die Frauen sind in der Welt des Männerfussballs angekommen, die Gleichstellungsbüros mögen sich freuen. Aber Grädel freut sich mehr an Guillaume Hoarau. (PS: Hoarau wurde vom Direktor der psychiatrischen Privatklinik Wyss übrigens angefragt, ob er Interesse habe, die Entspannungs-Gruppe am Donnerstagmorgen zu leiten.)

Der Bund

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