Modusänderung in der Super League kommt vorerst nicht

Markus Lüthi, Präsident des FC Thun und Gegner der Reform, bestätigt, dass das Traktandum von der Liste gestrichen wurde.

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Nichts ist schiefgelaufen. So sieht das Heinrich Schifferle, der Präsident der Swiss Football League (SFL) am Tag, an dem bekannt wurde, dass die Aufstockung der Super League von 10 auf 12 Teams vorerst verhindert wurde. Dabei zeigte sich Schifferle im August zuversichtlich, dass am 23. November die Reform beschlossen würde. Das Ja zur Reform an der Generalversammlung schien Formsache.

Dass es nun anders gekommen ist, verdeutlicht, dass einiges schiefgelaufen ist. Eine Reform muss von einer Zweidrittelmehrheit der 20 Proficlubs abgesegnet werden sowie von den anderen Abteilungen innerhalb des Schweizerischen Fussballverbandes. Da liegt das Problem: Ganz viele Interessen prallen aufeinander, eine Entscheidungsfindung ist schwierig. Umso mehr brauchte es einen Ligapräsidenten, der es versteht, zu vermitteln, sämtliche Parteien einzubinden.

Es war schon ein Geburtsfehler, die Clubs im August erst Stunden vor der Öffentlichkeit über die Details der geplanten Reform zu informieren. Schwerer wog allerdings ein Konflikt, der im Verband schwelt. Es geht darum, unter welchen Bedingungen die U-21-Teams der Proficlubs in der dritt- und vierthöchsten Liga mitspielen dürfen. Für dieses Recht bezahlte die SFL den Vereinen der Promotion League und der 1. Liga bislang insgesamt jährlich eine halbe Million Franken. Kürzlich hat die SFL diesen Vertrag aber einseitig gekündigt. Auch hier gelang es der Liga und Schifferle nicht, Brücken zu bauen.

«Gut Ding will Weile haben»

Im Gegenteil: An der letzten Konferenz der Ersten Liga sollen sich deren Vertreter äusserst unversöhnlich gezeigt haben. Nun haben sie ihre Macht als Druckmittel genutzt und die Modusänderung der Profiligen vorerst zum Scheitern gebracht. Das zeugt zwar auch von einer gewissen Kleingeistigkeit, bringt die SFL aber in Zugzwang. Denn: Der Entscheid zur Reform eilt. Ende nächster Saison läuft der Fernsehvertrag aus, die Ausschreibung für einen neuen Kontrakt soll im zweiten Quartal 2020 erfolgen. Bis dann muss klar sein, in welchem Modus gespielt wird.

Bis Ende Januar soll eine Arbeitsgruppe der SFL die Probleme lösen. Etwa klären, wie sich eine Reform auf die Einnahmen der Clubs auswirken könnte. Oder, ob eine Punkte­teilung nach 22 Runden Sinn ergibt. Nur: Das alles hätte schon passieren sollen, bevor die Liga im August vorpreschte. Zudem müssen die Differenzen mit der Ersten Liga beseitigt werden. Geht es nach der SFL, wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Februar endlich über die Reform abgestimmt werden. «Gut Ding will Weile haben», sagt Schifferle. Und: «Es wird sich alles lösen.» Der Präsident nennt sich selbst einen Dauer-Optimisten.


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