Streller tritt aus dem Basel-VR zurück

Der frühere Nationalspieler und Sportchef möchte sich künftig auf seine berufliche Weiterbildung konzentrieren.

Verlässt den FC Basel definitiv: Marco Streller ist nicht mehr Teil des Vorstands. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Verlässt den FC Basel definitiv: Marco Streller ist nicht mehr Teil des Vorstands. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Marco Streller verlässt den FC Basel nun ganz. Er war dem Verein nach seinem Rücktritt als Sportchef im Sommer noch im Verwaltungsrat erhalten geblieben, auch dieses Amt gibt der frühere Schweizer Nationalspieler nun ab. Bis zur nächsten Generalversammlung wird das Basler Urgestein noch Mitglied des Vorstands sein, danach ist Schluss. «Jeder, der mich kennt, weiss, wie schwer mir dieser Entscheid fällt», wird Streller auf der Website des Clubs zitiert.

Er sei überzeugt, dass es sich nicht um einen Abschied für immer handle, sagt Streller weiter, «dafür fühle ich mich dem FCB viel zu sehr verbunden». Der frühere Stürmer wechselte bereits während seiner Jugendzeit zum Club und absolvierte dort die meisten seiner Spiele. Gleich achtmal wurde Streller mit dem FCB Meister, nach seinem Abstecher nach Deutschland (Köln, Stuttgart) sogar sechsmal in Serie. Er absolvierte insgesamt 37 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft, das letzte im März 2011 in Bulgarien.

Strellers Rücktritt als Spieler folgte 2015 nach den sechs aufeinanderfolgenden Titeln in der Super League. Im Sommer 2017 trat er beim FC Basel die Nachfolge von Sportchef Georg Heitz an. Unter Streller spielte der Club seine erfolgreichste Champions-League-Kampagne je, setzte sich in einer Gruppe mit Manchester United, ZSKA Moskau und Benfica Lissabon durch und scheiterte dann im Achtelfinal an Manchester City. Das Rückspiel gewann Basel 2:1.

Mit Streller wurde der FCB 2019 Cupsieger. Die Zeit als Sportchef war aber auch geplagt von Misserfolgen. Nach acht Jahren der Dominanz mussten die Basler den Meistertitel 2018 diskussionslos den Berner Young Boys überlassen. Der von Streller als «eines der aufregendsten Talente Europas» angekündigte und für rund fünf Millionen Franken verpflichtete Dimitri Oberlin entpuppte sich als Flop, Basel hat ihn mittlerweile nach Belgien verliehen. Die aus der Bundesliga zurückgeholten Valentin Stocker und Fabian Frei konnten das Ende der Basler Dominanz nicht verhindern.

Machtkampf verloren?

Viel gewichtiger als die Transferpolitik wogen die immerwährenden Trainerdiskussionen während Strellers Amtszeit. Bei seinem Antritt 2017 verzichtete er auf die Dienste von Double-Gewinner Urs Fischer und setzte auf seinen ehemaligen Nationalteam-Kollegen Raphael Wicky. Nach Platz 2 in seiner ersten Saison startete Wicky schlecht in die Saison 2017/18, verlor gegen St. Gallen und scheiterte in der Champions-League-Qualifikation an Paok Saloniki. Danach wurde er entlassen.

Nachdem Alex Frei das Team interimistisch gecoacht hatte, wurde in Marcel Koller Wickys Nachfolger gefunden. Ruhe kehrte nicht ein, abermals wurde der FCB Zweiter, nach einem Durcheinander und einer öffentlich ausgetragenen Trainerdiskussion gab Streller im Juni seinen Rücktritt bekannt. In den Medien wurde davon ausgegangen, dass er Koller loswerden und Aarau-Trainer Patrick Rahmen verpflichten wollte. Diesen Machtkampf soll Streller verloren haben. Seit dem Abgang 2019 war der 38-Jährige noch im Verwaltungsrat des Clubs, nun kehrt er dem FCB den Rücken. Vorübergehend, wie er sagt.


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