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Spielabbruch bei brennenden Pyros: Die Liga ist dagegen

Wenige Tage nach dem «Krawall-Derby» hat GC bei der Liga und der Stadt einen Vorstoss lanciert. Die Grasshoppers verlangen bei Pyro-Verstössen den sofortigen Spielabbruch.

In Zukunft verboten: Vermummte Fans im Zürcher Letzigrund.
In Zukunft verboten: Vermummte Fans im Zürcher Letzigrund.
Keystone

Unterstützt werden sie dabei von Stadtrat Gerold Lauber. Die SFL goutiert das Vorhaben nicht. Und der FCZ stützt den Antrag nur teilweise. Zürichs Präsident Ancillo Canepa befürwortet zwar das Verbot für das Entzünden von Pyro-Fackeln, die übrigen Forderungen der «Hoppers» lehnt er hingegen ab: «Der FCZ ist nicht dafür, dass die Spiele sofort abgebrochen werden sollen. Es ist die Frage zu stellen, ob die Massnahmen zur Durchsetzung der Nulltoleranz wirklich durchdacht sind und sich alle der Konsequenzen bewusst sind.»

Die GC-Führung um Roland Leutwiler vertritt eine andere Haltung, wie dem mit den übrigen Klub-Vertretern der Swiss Football League (SFL) offenbar nicht abgesprochenen Antrag zu entnehmen ist. Sie seien sich mit Lauber darüber einig, dass das Abbrennen von Pyros, Knallpetarden und Rauchbomben im Stadion den sofortigen Spielabbruch zur Folge haben soll, legten die Grasshoppers in einem Communiqué dar.

Liga ist dagegen

GC verlangt von der SFL, im Reglement eine entsprechende Anpassung vorzunehmen. Nicht nur Canepa stemmt sich gegen die seiner Meinung nach voreiligen Eingaben der Leutwiler-Crew. Ein einflussreicher Insider und profunder Kenner der Schweizer Fussball-Szene bezeichnete die Idee, künftig Spiele sofort abzubrechen als «naiv» und für den nationalen Profi-Fussball als «existenzbedrohend». Forfaitniederlagen oder Punktabzüge könnten künftig regelrecht provoziert werden.

Das Papier der Grasshoppers ist brisant. Die Liga reagierte bereits mit einer schriftlichen Stellungnahme, die erahnen lässt, dass die Mehrheit der Beteiligten wenig vom Vorstoss der Stadtzürcher hält: «Es besteht die breite Befürchtung, dass der von GC vorgeschlagene Lösungsweg zu einer Verfälschung der sportlichen Wettbewerbe führen könnte. Die Meisterschaften könnten nicht mehr auf dem Rasen, sondern am grünen Tisch entschieden werden. » Jeder Klub habe aber das Recht, zu Handen der GV der SFL (25. November) Anträge zur Anpassung der Reglemente einzureichen. Die SFL beabsichtigt nun, den Antrag von GC so rasch als möglich mit den Klubs der Axpo Super League zu diskutieren.

Bauliche Sofortmassnahmen

Im Hinblick auf das Meisterschaftsspiel FCZ gegen Basel am 23. Oktober soll mit provisorischen baulichen Massnahmen die Sicherheit im Letzigrund erhöht werden. In der Winterpause werden die Abschrankungen zwischen den Sektoren massiv verstärkt. Mit Gittern soll zudem das Betreten des Innenraums verhindert werden. Im Bereich der Eingänge im Gästesektor werden zusätzliche mannshohe Drehkreuze installiert. Im nächsten Frühjahr wird das Stadion mit besseren Videoanlagen ausgerüstet, um die Identifizierung von möglichen Krawallverursachern zu erleichtern.

In die Hausordnung des Letzigrund-Stadions wird ein Vermummungsverbot aufgenommen – am letzten Sonntag hatten sich beidseits radikalisierte Gruppen mit Sturm-Mützen und Schals vermummt. Beide Vereine werden verschärft Stadionverbote aussprechen. GC und der FCZ prüfen im Weiteren, wie die Identifikation von fehlbaren Fans mittels elektronischen Medien verbessert werden könnte.

si/jcu/fal

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