Sorgen wegen Basel, Ärger über Hitzfeld

Den Bayern sind vor dem Champions-League-Duell mit dem FC Basel ihre traditionellen Stärken abhanden gekommen: Das unerschütterliche Selbstvertrauen und die Treffsicherheit in der Offensive.

Seine Stürmer treffen das Tor nicht mehr: Bayern-Trainer Louis van Gaal.

Seine Stürmer treffen das Tor nicht mehr: Bayern-Trainer Louis van Gaal.

(Bild: Keystone)

Alexander Kühn@alexkuehnzh

Fünf Tore in sechs Bundesligaspielen ist die magere Ausbeute des FC Bayern in dieser Saison. Nur die grosse WM-Entdeckung Thomas Müller war schon zweimal erfolgreich, während Miroslav Klose so weit von seiner Form entfernt ist, dass einige Fans schon fordern, an seine Stelle den 30-Millionen-Euro-Fehleinkauf Mario Gomez zu stellen.

Kloses bisherige Bilanz: null Treffer aus zehn Torschüssen, von denen neun neben dem Gehäuse landeten. Sein ebenfalls torloser Sturmpartner Ivica Olic brachte es in vier Einsätzen auf fünf Torschüsse, bei denen der gegnerische Goalie zweimal eingreifen musste.

«Klose und Olic haben den Gomez-Virus», spottet der Komiker Matze Knop, der für «Bild» regelmässig in die Rolle von Bayern-Trainer Louis van Gaal schlüpft. Ottmar Hitzfeld ortet das Problem anderswo. Ohne die beiden verletzten Flügelspieler Arjen Robben und Franck Ribéry seien die Münchner um 30 Prozent schwächer, so der Schweizer Nationaltrainer, der von 1998 bis 2004 sowie von 2007 bis 2008 selbst Bayern-Coach war, im «Sonntagsblick».

Nur jeder 26. Schuss landet im Tor

Van Gaal reagiert gereizt auf Hitzfelds Kommentar. «Ottmar Hitzfeld kann das beziffern, weil er keine Verantwortung trägt», poltert der Holländer in der Münchner «tz». «Mit Robben und Ribéry haben wir mehr Kreativität. Aber letztes Jahr haben wir die Wende auch ohne sie hinbekommen.» Damals feierten die Bayern in der Champions League mit dem 4:1 über Juventus Turin ihre sportliche Auferstehung.

Eine Tatsache, die Van Gaal nicht wegdiskutieren kann, ist die katastrophale Chancenverwertung seiner Mannschaft. Bisher landete nur jeder 26. Abschlussversuch des FC Bayern im gegnerischen Tor. «Mit dieser Leistung kann man in der Champions League nicht bestehen, das ist klar», sagt Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge trocken.

Um Druck von Van Gaal zu nehmen, haben sich Rummenigge und seine Vorstandskollegen mit dem Trainer dennoch auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2012 geeinigt. «Nach einem Sieg kann jeder Verträge verlängern, wir bekennen uns aber auch jetzt zu Van Gaal», sagt Rummenigge, der mit der Aktion an den Charakter der Mannschaft appellieren will. Vor allem die Nationalspieler nimmt er in die Pflicht. So klingen seine Forderungen vor dem Match gegen den FC Basel denn auch wie das klassische Anforderungsprofil eines deutschen Internationalen: «Leidenschaft, Wille, Aggressivität und Laufbereitschaft.»

DerBund.ch/Newsnet

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