«Solche Typen wie Xhaka braucht es nun wirklich nicht»

England führt neue Verhaltensregeln für Profis gegenüber den Schiedsrichtern ein und will rigoros durchgreifen. Was Shaqiri und Co. jetzt erwartet. Die Reaktionen.

Oft im Clinch mit den Schiedsrichtern: Granit Xhaka.

Oft im Clinch mit den Schiedsrichtern: Granit Xhaka.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Wie die Premier League offiziell vermeldet, wird ab dem Saisonstart am 13. August rigoros durchgegriffen. Die Schiedsrichter sollen dabei vermehrt geschützt werden. «In vergangenen Spielzeiten haben Spieler und Staffmitglieder mit ihrem Verhalten teils eine nicht zu akzeptierende Grenze überschritten», heisst es auf der Website der Premier League.

Die neuen Verhaltensregeln für die Profis besagen: Berührt ein Spieler aggressiv den Schiedsrichter, wird dies direkt mit einem Platzverweis geahndet. Abfällige Gesten, unsittliches Verhalten und Beleidigungen ziehen ebenfalls sofort Rot nach sich.

«Wir wollen weiterhin Leidenschaft sehen»

Auch Gelbe Karten sollen vermehrt zum Einsatz kommen. Protestieren und Hände verwerfen wird mit einer Verwarnung sanktioniert. Bei einer Rudelbildung muss zumindest ein Spieler zwingend Gelb sehen. Körperkontakt, auch wenn dieser nicht aggressiv ist, bedeutet ebenfalls sofort Gelb. Baut sich ein Spieler demonstrativ vor dem Schiedsrichter auf, oder rennt auf diesen zu, um sich zu beschweren, wird auch sofort verwarnt.

Ligachef Richard Scudamore glaubt nicht, dass man mit diesen rigorosen Massnahmen die Emotionen aus dem Spiel nimmt. «Nein. Wir wollen weiterhin Leidenschaft sehen. Doch die Spieler und Trainer müssen sich bewusst sein, dass es eine Grenze gibt.»

«Für Xhaka könnte es ein böses Erwachen geben»

Der Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka, der von Gladbach zu Arsenal wechselt, ist besonders in Gefahr. Der Mittelfeldspieler gehörte in der Bundesliga zu den aggressivsten Profis, der sich oft auch mit den Schiedsrichtern anlegte und mehrmals des Feldes verwiesen wurde.

«In der Tat, für Xhaka könnte es schwierig werden und ein böses Erwachen geben», sagt Luigi Ponte, der Präsident der Schweizer Schiedsrichtervereinigung. Xhaka habe es in Deutschland eindeutig übertrieben und sich praktisch bei jeder heiklen Situation beim Ref beschwert. «Er hat gestikuliert und diskutiert, wenn er nicht einverstanden war. Er hat die Grenzen eindeutig überschritten. Nein, solche Typen wie Xhaka braucht es nun wirklich nicht.» Xhaka habe auch eine Vorbildfunktion, der er nicht nachgekommen sei.

Ponte sagt aber auch, dass die rigorosen Massnahmen in England ein zweischneidiges Schwert seien und problematisch werden könnten. «Die Gefahr besteht durchaus, dass die Schiedsrichter dann wieder viel zu oft im Mittelpunkt stehen. Und das kann es nun wirklich auch nicht sein.»

DerBund.ch/Newsnet

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