«So mies fühle ich mich fast jedes Wochenende»

Vaduz-Trainer Giorgio Contini spricht über die Spekulationen um St. Gallen, den neuen YB-Chef und zieht einen interessanten Vergleich.

Manchmal geht es Vaduz-Trainer Giorgio Contini in etwa so, wie es dieses Bild ausdrückt.

Manchmal geht es Vaduz-Trainer Giorgio Contini in etwa so, wie es dieses Bild ausdrückt.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Giorgio Contini, YBs neuer Trainer Adi Hütter gibt am Samstag im Spiel gegen Ihr Team seinen Einstand. Was wissen Sie vom Österreicher?
Er bringt einen glänzenden Leistungsausweis mit. In der letzten Saison holte er mit Red Bull Salzburg das Double, das sagt wohl schon alles.

Denken Sie, dass YB unter dem neuen Trainer ein völlig anderes Gesicht hat?
Bestimmt wird Hütter versuchen, sofort seine eigene Philosophie einzubringen. Doch er hat zurzeit die gleichen Probleme wie ich.

Wie meinen Sie das?
Während der Nationalmannschaftspause sind viele Spieler eben auch bei ihren Nationalteams. Da hast du als Trainer manchmal nicht mehr als sieben, vielleicht zehn Spieler im Training. Das ist natürlich keine ideale Vorbereitung auf ein Spiel, weil man eigentlich nichts einstudieren kann.

Und trotzdem sind Sie für das Spiel in Bern zuversichtlich?
Selbstverständlich, in Bern hat ja schon Aufsteiger Lugano mit einem 1:0-Sieg bewiesen, dass man auch im Stade de Suisse etwas holen kann. Und ich weiss auch aus eigener Erfahrung, dass man in Bern durchaus gewinnen kann. In der vergangenen Saison siegten wir dort ebenfalls mit 1:0.

Apropos Nationalmannschaft. Was sagen Sie zur Leistung in der bisherigen EM-Qualifikation?
Ich würde es mir niemals anmassen, an unserer Nationalmannschaft Kritik zu üben. Nur so viel: In den Spielen, beispielsweise in Slowenien und am Dienstag in England, hat die Schweiz meiner Meinung nach gut, ja teilweise sogar sehr gut gespielt und trotzdem verloren. Dieses Gefühl kenne ich. So mies fühle ich mich fast an jedem Wochenende.

Sie werden mit dem FC St. Gallen in Verbindung gebracht. Hatten Sie schon Kontakt mit dem Club?
Nein, ich persönlich nicht. Aber St. Gallen hat meines Wissens beim FC Vaduz offiziell angefragt, ob es allenfalls möglich wäre, mich vorzeitig aus dem noch bis Ende Saison laufenden Vertrag zu holen.

Würde Sie der FC St. Gallen überhaupt reizen?
Sagen wir es mal so: Beim FC Vaduz bin ich daran, mich für höhere Aufgaben vorzubereiten. Der Verein gibt mir die Möglichkeit, dass ich mich in verschiedenen Bereichen, die ein fussballerisches Unternehmen mit sich bringt, integrieren kann. Ich bin in sämtliche Abläufe miteinbezogen. Sei das im Marketing, im Scouting, in der Arbeit eines Sportchefs oder eines Medienchefs. Ich bin stets auch informiert darüber, wie der Club strategisch denkt und wie auch in der Chefetage gearbeitet wird. Ich denke, dass es im heutigen Business nicht mehr reicht, wenn sich ein Trainer einzig um seine Mannschaft kümmert. Man muss den Horizont öffnen.

Sie waren beim FC St. Gallen Spieler und Co-Trainer, was haben Sie für Erinnerungen an diesen Club?
Viele gute.

Und die die wären?
Ich konnte unter Ralf Loose und Rolf Fringer als Assistenztrainer viel lernen und von ihrer Erfahrung profitieren. Sie haben mich ein Stück weit geprägt wie danach Murat Yakin beim FC Luzern.

Der FC Basel holt per sofort Naser Aliji zurück. Der albanische Linksverteidiger hat für Ihre Mannschaft bisher sämtliche Saisonspiele bestritten. Wir gross ist der Verlust?
Natürlich ist das eine Schwächung. Doch es ist für uns eine Auszeichnung, dass der Schweizer Meister diesen Spieler jetzt zurückholt. Das beweist doch auch, dass wir Aliji in Vaduz weiterentwickeln konnten. Und ich muss sagen, dass er bei uns hervorragend und hochprofessionell gearbeitet hat. Ich freue mich für ihn sehr, dass er nun beim souveränen Tabellenleader um den Titel mitspielen kann.

DerBund.ch/Newsnet

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