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Baders Triumph und starke Slowaken

Die Slowakei fordert Weltmeister Schweden und unterliegt knapp 3:4 nach Verlängerung. Österreich schafft den Klassenerhalt.

Spaziergang: Die Tschechen freuen sich nach dem ersten Treffer gegen Frankreich. (13. Mai 2018)
Spaziergang: Die Tschechen freuen sich nach dem ersten Treffer gegen Frankreich. (13. Mai 2018)
Lars Moeller, Keystone
Die USA befinden sich weiter im Torrausch. Sie lassen den Norwegern keine Chance und siegen 9:3.
Die USA befinden sich weiter im Torrausch. Sie lassen den Norwegern keine Chance und siegen 9:3.
Joe Klamar, AFP
Bundestrainer Marco Sturm hat an der WM eine schwierige Aufgabe zu lösen. Nicht weniger als 15 Spieler fehlen ihm gegenüber dem olympischen Turnier.
Bundestrainer Marco Sturm hat an der WM eine schwierige Aufgabe zu lösen. Nicht weniger als 15 Spieler fehlen ihm gegenüber dem olympischen Turnier.
Julian Stratenschulte, Keystone
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Der Zürcher Trainer Roger Bader führte Österreich an der WM in Dänemark zu einem fast schon historischen Ligaerhalt. Österreich gewann das entscheidende Direktduell gegen Weissrussland 4:0. Der Ligaerhalt Österreichs nimmt aus verschiedenen Gründen historische Ausmasse an. Seit 2008 ist keinem Aufsteiger mehr der Verbleib in der höchsten Division gelungen. Österreich selbst schaffte es seit 2004 in sechs Anläufen nicht, den direkten Wiederabstieg zu verhindern.

Nun schafften es die Österreicher ausgerechnet unter einem Schweizer Trainer. Dieselbe Euphorie wie die österreichischen Fussballer einst unter Marcel Koller dürfte Baders junge und unerschrockene Eishockey-Auswahl nicht auslösen. Für die Sportart im östlichen Nachbarland der Schweiz ist der Erfolg aber dennoch bemerkenswert.

Drei Treffer in Überzahl

Gegen die Weissrussen legte Österreich die Basis mit drei Powerplay-Toren im Mitteldrittel. Unter anderen traf auch Ambri-Piottas Dominic Zwerger, 24 Sekunden vor der zweiten Pause zum Schlussstand von 4:0. Vor dem letzten Spiel liegt Österreich uneinholbare vier Zähler vor den punktelosen Weissrussen.

Während Österreich jubelt, muss Weissrussland drei Jahre vor der nächsten Heim-WM den Gang in die B-Gruppe antreten. Bei den Weissrussen hatte in Kopenhagen von Beginn weg kaum etwas zusammengepasst. Auch ein Trainerwechsel vor dem Spiel gegen die Schweiz von Dave Lewis zu Sergej Puschkow half nicht. Weissrussland gehörte während 14 Jahren der höchsten Division an.

Slowaken sitzen der Schweiz im Nacken

Die Slowakei stellte an der Eishockey-WM in Kopenhagen den nächsten Schweizer Gegner vor grosse Probleme. Am Ende setzten sich die Schwweden erst in der Overtime durch. Der Aussenseiter aus Osteuropa holte sich aber einen wichtigen Punkt.

Die Slowaken haben im Kampf um den Einzug in die K.o.-Phase noch nicht aufgegeben und liegen in der Tabelle nur noch einen Punkt hinter der Schweiz. Damit muss die Auswahl von Trainer Patrick Fischer in den verbleibenden Partien noch mindestens zwei Punkte gewinnen, um den Einzug in die Viertelfinals nicht noch zu gefährden.

NL-Söldner als Matchwinner gegen Deutschland

Mut dürfte den Schweizer machen, dass auch Schweden nicht unverwundbar ist. Der Titelverteidiger, der sich als erstes Team der Gruppe A das Viertelfinal-Ticket gesichert hat, verspielte eine 3:1-Führung. In der Schlussphase der regulären Spielzeit standen die Slowaken dem Siegtreffer gar näher, obwohl die Schweden von der Mehrheit der rund 12'500 Zuschauern in der ausverkauften Royal Arena von Kopenhagen unermüdlich nach vorne gepeitscht wurden.

In der Gruppe B muss sich der Olympia-Zweite Deutschland die vierte Viertelfinal-Qualifikation in Folge an einem grossen Turnier wohl abschminken. Die Deutschen kassierten beim 1:3 gegen Lettland ihre vierte Niederlage im fünften Spiel. Lettland auf der anderen Seite durfte einmal mehr auf die starken Elvis Merzlikins (HC Lugano, 33 Paraden) und Ronalds Kenins (ZSC Lions, bald LHC, Torschütze zum 1:0) zählen und wahrte sich seine Chancen auf die Viertelfinals. Zum entscheidenden Spiel um das letzte Ticket dürfte es am Dienstag im abschliessenden Direktduell gegen Gastgeber Dänemark kommen.

Hoher finnischer Sieg gegen Kanada

Der letztjährige Finalist Kanada unterlag Finnland überraschend deutlich 1:5. In der 17. Minute und nach zwei Powerplay-Toren führten die Nordländer bereits 3:1. Für die drei Treffer im ersten Drittel benötigten die Finnen bloss zehn Torschüsse. Mikko Rantanen, Teamkollege von Sven Andrighetto bei den Colorado Avalanche, zeichnete sich als Doppel-Torschütze aus. Damit gelang Finnland eine eindrückliche Reaktion auf die überraschende 2:3-Niederlage gegen Dänemark. Die Kanadier verliessen bereits zum zweiten Mal an diesem Turnier das Eis als Verlierer.

WM in Dänemark. Gruppe A (in Kopenhagen):Slowakei - Schweden 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1) n.V. Kopenahgen. - 12'490 Zuschauer (ausverkauft). - SR Iverson/Reneau (CAN/USA), Jensen/Kohlmüller (DEN/GER). - Tore: 11. Jurco (Grman, Kristof) 1:0. 16. Everberg (John Klingberg, Lindholm) 1:1. 19. Nyquist (Backlund, Gustafsson) 1:2. 25. De la Rose (Kempe, Wikstrand) 1:3. 37. Daloga (Nagy/Ausschluss Sekera!) 2:3. 47. Nagy (Kristof, Cajkovsky) 3:3. 65. Zibanejad (Rakell, John Klingberg/Ausschluss Daloga) 3:4. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 1mal 2 Minuten gegen Schweden.

Österreich - Weissrussland 4:0 (1:0, 3:0, 0:0) Kopenhagen. - 7370 Zuschauer. - SR Öhlund/Rantala (SWE/FIN), Oliver/Vanoosten (USA/CAN). - Tore: 5. Viveiros 1:0. 31. Komarek (Unterweger/Ausschluss Platt) 2:0. 35. Raffl (Komarek/Ausschluss Falkowski) 3:0. 40. (39:36) Zwerger (Ulmer/Ausschluss Lisowez) 4:0. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Österreich, 4mal 2 Minuten gegen Weissrussland. - Bemerkungen: Österreich mit Ulmer (Lugano), Zwerger (Ambri-Piotta) und Obrist (Kloten).

Rangliste: 1. Schweden* 5/14 (23:5). 2. Russland 5/13 (27:7). 3. Tschechien 5/9 (17:12). 4. Schweiz 5/9 (17:13). 5. Slowakei 5/8 (12:12). 6. Frankreich 5/6 (12:18). 7. Österreich 6/4 (10:26). 8. Weissrussland 6/0 (4:29) =.

Gruppe B (in Herning):Lettland - Deutschland 3:1 (0:0, 1:0, 2:1) Herning. - 8997 Zuschauer. - SR Kaukokari/Mayer (FIN/USA), Fluri/Malmqvist (SUI/SWE). - Tore: 37. Kenins (Abols, Balcers) 1:0. 41. (40:15) Galvins (Indrasis, Dzerins) 2:0. 48. (47:54) Dzerins (Redlihs, Freibergs) 3:0. 49. Kahun (Draisaitl, Ehliz) 3:1. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lettland, 2mal 2 plus 10 Minuten (Draisaitl) gegen Deutschland. - Bemerkungen: Lettland mit Merzlikins (Lugano/33 Paraden) und Kenins (ZSC Lions).

Dänemark - Südkorea 3:1 (0:0, 2:1, 1:0) Herning. - 10'591 Zuschauer (ausverkauft). - SR Gouin/Sjöqvist (CAN/SWE), Lasarew/McCrank (RUS/CAN). - Tore: 23. Frans Nielsen (Daniel Nielsen) 1:0. 25. Kim Kisung (Kim Sangwook) 1:1. 33. Jesper Jensen (Bjorkstrand) 2:1. 57. Hardt (Frans Nielsen, Jensen Aabo/Ausschluss Radunske) 3:1. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Dänemark, 4mal 2 Minuten gegen Südkorea.

Kanada - Finnland 1:5 (1:3, 0:0, 0:2) Herning. - 9313 Zuschauer. - SR Lemelin/Olenin (AUT/RUS), Goljak/Sefcik (BLR/SVK). - Tore: 9. Rantanen 0:1. 11. Pageau (Horvat) 1:1. 14. Pesonen (Nutivaara, Tolvanen/Ausschluss Bailey) 1:2. 17. Rantanen (Granlund, Teravainen/Ausschluss Beauvillier) 1:3. 46. (45:17) Tolvanen 1:4. 46. (45:27) Teravainen (Aho, Kivistö) 1:5. - Strafen: 11mal 2 Minuten gegen Kanada, 8mal 2 Minuten gegen Finnland. - Bemerkung: 17. Torhüterwechsel Kanada (Kuemper für McElhinney).

Rangliste: 1. USA* 5/13 (28:7). 2. Finnland 5/12 (30:6). 3. Dänemark 6/11 (13:16). 4. Kanada 5/10 (27:11). 5. Lettland 5/9 (14:14). 6. Deutschland 5/5 (13:15). 7. Norwegen 5/3 (7:22). 8. Südkorea 6/0 (4:45).

* = Viertelfinals, = Absteiger

SDA/fal

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