Sieben Punkte

Fussballgott «Grädel» weiss sehr gut, dass zwischen gesundem Selbstbewusstsein und übermässigem Hochmut nur ein schmaler Grat liegt. Und grüsst derweil Basel.

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Die neue Leichtigkeit hat Bern erfasst. Das merkt sogar Grädel, bei dem sich trotz der sinkenden Temperaturen immer häufiger so eine wohlige Wärme in der Herzregion einstellt, wenn es um Gelb-Schwarz geht. Und dieses Gefühl, es ist gekommen, um zu bleiben, das spürt Grädel ganz deutlich. Dieses Gefühl, das man nicht in Worte fassen kann. Aber sehr wohl in Zahlen: Sieben Punkte! Hallo Basel.

Sieben ist eine magische Zahl! Man denke nur an die sieben Weltwunder, die sieben Zwerge oder Frau Martullo-Blochers seven thinking steps. Und eben diese magischen sieben Punkte in der Tabelle. Sieben Punkte sind sieben Punkte, diesmal wird es klappen mit der Meisterschaft. Siebenhundertprozentig sicher.

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Verstehen Sie diese Worte nicht falsch, Grädel weiss aus vergangener schmerzhafter Erfahrung nur zu gut, wie es sich anfühlt, unterwegs zu Grossem zu sein und dann quasi auf der Ziellinie noch abgefangen zu werden. Eine Meisterschaft sei ein Marathon, kein 100-Meter-Lauf, hat Captain von Bergen schon zu Beginn der Saison angemahnt. Das mag so eigentlich stimmen, aber so wie die Mannschaft mit Siebenmeilenstiefeln über den Platz sprintet, ist das Rennen doch eigentlich gelaufen, oder? Sieben Punkte, Gruss nach Basel!

«Der Weihnachtsmann hat noch nie Meisterpokale gebracht, der Osterhase aber schon», zitierte Alex Frei letzte Woche Uli Hoeness, auf die ungewohnte Tabellenlage seines FC Basel angesprochen. Auch das stimmt für Grädel, es reicht füglich, wenn der Verbandsfunktionär den Kübel erst nach Ostern im Wankdorf abliefert. So bleibt ausreichend Zeit, um das gute Stück vorher noch ordentlich herauszuputzen. Ein vorzügliches Poliermittel für Silbersachen sei Schlämmkreide, die mit Spiritus zu einem dicken Brei angerührt wird, weiss das siebenmalkluge Internet. Apropos glänzende Situation, da war doch noch irgendwas in der Tabelle? Genau! Deshalb an dieser Stelle zwischendurch ein Gruss nach Basel.

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Wichtig ist jetzt einfach, dass die gute Stimmung und der tolle Lauf in der Mannschaft, im Umfeld und beim Anhang nicht plötzlich in Arroganz umschlagen, denn zwischen gesundem Selbstbewusstsein und übermässigem Hochmut liegt nur ein ganz schmaler Grat. Infantil und komplett unsportlich gegenüber dem Verfolger und allen anderen Teams wäre das ausserdem, klar, aber bei diesen Siebensiechen auf dem Platz, da kann jetzt wirklich nichts mehr schiefgehen. Derweil gehen beste Grüsse nach Basel – sieben Punkte! (Der Bund)

Erstellt: 23.11.2017, 07:03 Uhr

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