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Shaqiri zwischen Klinik und Rasen

Der Schweizer hatte gestern seinen ersten Arbeitstag bei Inter. Morgen möchte er gegen Genoa debütieren.

«Es geht mir gut, und ich bin glücklich, hier zu sein.»: Xherdan Shaqiri bei Inter Mailand. Foto: PD
«Es geht mir gut, und ich bin glücklich, hier zu sein.»: Xherdan Shaqiri bei Inter Mailand. Foto: PD

Die italienischen Sportzeitungen wissen alles. Die «Gazzetta dello Sport», Hausblatt der beiden Mailänder Grossclubs Inter und Milan, meldete schon vor Xherdan Shaqiris erstem (Einzel-)Training am späteren Nachmittag: Der Schweizer Nationalspieler, bei den Bayern gerade noch im Weihnachtsurlaub, wird auf der Bank sitzen und bereit sein für einen Teileinsatz, wenn Inter morgen um 12.30 Uhr Genoa empfängt.

Ob das stimmt? Shaqiri selbst weiss es noch nicht. Der 23-Jährige hat am Freitag seinen ersten ganzen Tag im neuen Umfeld verbracht. Am Morgen absolvierte er in einer Klinik im Süden von Mailand die medizinischen Tests. Danach unterschrieb er den Leih- und ­Anschlussvertrag am Club-Hauptsitz im Stadtzentrum. In der zweiten Tageshälfte stand er im Trainingszentrum in Appiano Gentile, wenige Kilometer südlich der Grenze in Chiasso, zum ersten Mal auf dem Rasen. Mit zwei Fitnesstrainern. Aber ohne Teamkollegen, die waren am Vormittag auf dem Platz.

Es haben sich viele geäussert zum Shaqiri-Transfer. Bayerns Vorstands­vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, als Spieler zwischen 1984 und 1987 selbst drei Saisons bei Inter, sagte, Shaqiri habe wie er damals zu Inter und nur zu Inter gewollt. Rummenigge schloss mit den Worten: «Inter ist Inter.»

Inters indonesischer Präsident Erick Thohir ist glücklich, mit wie viel Enthusiasmus die Interisti nach Podolski auch Shaqiri empfangen haben, schätzungsweise 400 Fans waren am Donnerstagabend gegen 22 Uhr am Flughafen Malpensa gewesen. Unter der Führung «von einem grossartigen Trainer wie Mancini» erwartet er von beiden Zuzügen ausgezeichnete Auftritte. In der Europa League muss sich Inter gemäss Uefa-Reglement allerdings für einen der zwei entscheiden, weil Shaqiri wie auch ­Podolski in dieser Saison bereits in der Champions League gespielt haben.

Die gewagte Ansage

Shaqiri selbst meldete zwischen Klinik und Vertragsunterzeichnung gegenüber «Sky Italia» und dem clubeigenen TV-Kanal: «Es geht mir gut, und ich bin glücklich, hier zu sein.» Er vergass auch nicht zu sagen, was die Fans gerne über sich hören: «Sie sind fantastisch, ich liebe sie schon. Forza Inter!» Die Champions League ist Shaqiris Ziel. «Natürlich», sagte er gar. Das ist ziemlich offensiv geredet, Inter liegt nach 17 von 38 Runden nur auf Rang 11, acht Punkte hinter Lazio Rom auf Platz 3. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit Mancini, der ihn angerufen und unbedingt gewollt habe. Den Wechsel vom europäischen Spitzenclub Bayern zum kriselnden italienischen Grossverein Inter sieht Shaqiri nicht als Rückschritt, «absolut nicht». Und ja: Morgen Sonntag würde er gerne spielen.

Die Rückennummer 91 wird er erhalten, weil Podolski mit Shaqiris 11 aus Münchner Zeiten spielt. Die Trikots der Neuzugänge hängen bereits an den Ständen der fliegenden Händler. Das Leibchen von Fabian Schär wird nicht so schnell dazukommen, auch wenn die «Gazzetta» gestern vermeldete, Inter wolle auch den Schweizer Nationalverteidiger des FCB verpflichten. Da sei gar nichts dran, heisst es bei den Basler Verantwortlichen. Sie wissen eben alles, die italienischen Sportzeitungen. Auch ­alles, das nicht passiert.

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