Selbstkritischer Chiumiento

Der FCZ-Mittelfeldspieler meldet sich fit für das Spiel bei YB. Und sagt: «Die Rückrunde war bis jetzt nicht gut.»

«Wir sollten wieder vermehrt auf uns statt auf die Gegner schauen»: FCZ-Spieler Davide Chiumiento. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

«Wir sollten wieder vermehrt auf uns statt auf die Gegner schauen»: FCZ-Spieler Davide Chiumiento. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Peter M. Birrer@tagesanzeiger

Als sich der FCZ in die Winterpause verabschiedete, sah die Tabelle so aus, dass Urs Meier sagen durfte: «Wir sind auf Kurs.» Seine Mannschaft lag auf Platz 2, dank des besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Young Boys. Dann aber brach das neue Jahr an, in dem die Zürcher die Berner vorbeiziehen lassen mussten, was sich vor allem mit der Heimschwäche erklären lässt: 0:1 gegen Thun, 0:0 gegen Aarau, 0:1 gegen Sion. Allerdings geht die Selbstkritik von ­Davide Chiumiento weiter: «Wir haben bis jetzt insgesamt keine gute Rückrunde absolviert. Es wird kein Spieler behaupten, dass er zufrieden ist.»

Der Mittelfeldspieler ist von einer Fussverletzung genesen, die er gegen Aarau erlitten hatte. Nun steht er morgen wieder im Aufgebot, wenn es ­gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber YB geht. «Wir sollten wieder vermehrt auf uns statt auf die Gegner schauen», sagt Chiumiento, wobei das gerade in dieser ­Begegnung schwerfallen dürfte. Bei ­einer Niederlage würde der Rückstand auf sieben Punkte anwachsen. «Verlieren verboten» hat Trainer Meier darum als Devise ausgegeben, «wenn wir den zweiten Platz im Auge behalten wollen, können wir es uns nicht leisten, ohne Lohn heimzufahren.»

YB: Bickel im Zwiespalt

Nur, der Gegner hat seit dem 2. November und dem 0:1 gegen Vaduz vieles richtig gemacht, aus elf Spielen 27 Punkte ­gewonnen. In Zahlen: 8 Siege, 3 Remis, 0 Niederlagen. Das ist wohl eine schöne ­Bilanz, aber der FC Basel ist immer noch ein Stück entfernt. Das bringt die Gefühlswelt von YB-Sportchef Fredy Bickel durcheinander. Einerseits liefert ihm die Serie der Ungeschlagenheit den Beleg ­dafür, dass «etwas wächst». Anderseits hilft sie ihm nicht über den Ärger hinweg, dass in dieser Saison leichtfertig zu viele Punkte liegen gelassen worden sind. ­Gegen Aarau etwa resultierten aus 3 Partien statt 9 nur deren 2.

Bickel will YB zwar nicht ganz aus dem Titelrennen reden. Er geht aber davon aus, dass die Meisterschaft zum sechsten Mal in Serie nach Basel geht – auch wenn der FCB keinen unwiderstehlichen Eindruck hinterlässt: «Unter normalen Umständen wird das wieder so sein. Die Realität ist eben die, dass offensichtlich kein Konkurrent bereit ist, ­Anzeichen von Schwächen der Basler auszunützen.» YB konzentriert sich primär auf den Kampf um Platz 2, «und darum», sagt Bickel, «ist dieser Sonntag für uns von so enormer Bedeutung».

Voraussichtliche FCZ-Aufstellung: Da Costa; Nef, Kecojevic, Djimsiti; Schneuwly, Kukeli; Buff, Chiumiento, Schönbächler; Chikhaoui, Etoundi.

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