Schade oder schlimm?

Fussballgott Grädel kennt die simple und schmerzliche Wahrheit des bezahlten Fussballgeschäfts.

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Also gut, keine Champions League für YB. Keine Sternenbanner, kein Messi und kein CR7 im Wankdorf. Holzklasse statt Plüschfauteuil, Bratwurst statt Kaviar. Schade, aber nicht weiter schlimm. Der YB-Kassier hätte sicher wiederum Freude gehabt, wenn die Uefa ihr Füllhorn über ihm ausgeschüttet hätte und die Marktwerte der Spieler noch etwas steiler gestiegen wären. Aber man wirds überleben.

Wenn man Grädel fragt, schlechte Auftritte waren das weder in Bern noch in Belgrad, aber statt YB hat halt jetzt der Konjunktiv seine Sternstunde. Wenn man über die zwei Matchs bloss ein lächerliches Törchen weniger kassiert hätte, dann...(hier bitte Satzende einfügen). Grädel sagt es trotzdem auch noch in einer ungeschönten Version: YB ist gescheitert. Hat im entscheidenden Moment versagt. So sieht es nämlich nach Abzug des Konjunktiv-Bonus aus. Wer sie vorne nicht reintut, kriegt sie hinten rein. So simpel und schmerzlich ist die Wahrheit im bezahlten Fussballgeschäft.

Andere scheitern auch, und es tut weh, ihnen dabei zuzuschauen. Auch wenn neulich in einem Artikel in der «Sonntags-Zeitung» behauptet wurde, dass der Mensch gerne anderen beim Scheitern zuschauen täte, insbesondere, wenn es sich beim anderen um Beat Breu handelt.

Das gilt nicht für Grädel. Bei dem Medienzirkus zuschauen zu müssen, schmerzt genauso, wie es das früher tat, als YB aber immer wirklich an den allereinfachsten Aufgaben scheiterte. Wichtig ist, dass man immer wieder aufsteht. Und Beat Breu kann und darf seit seinem Sieg an der Alpe dHuez sowieso alles.

Lassen wir Grädel zusammenfassen: Das Ausscheiden der ansonsten doch eigentlich ziemlich gloriosen Berner Young Boys aus der Champions League war ein rabenschwarzer Abend für Leute, die sehr viel Geld auf ein Weiterkommen der Berner gesetzt haben und jetzt mit leeren Taschen dastehen.

Für die professionellen und nicht so professionellen Ticketdealer, die sich erneut auf ein gutes Geschäft freuten mit Menschen, die jeden Preis zu bezahlen bereit sind, nur um einmal Leo Messi auf dem Wankdorfrasen herumturnen zu sehen. Oder auch für Spieleragenten, weil Madrid klingt halt mehr sexy als Maribor und ist besser für die virtuelle Bewertung der Schützlinge. Für all sie ist dieses Ausscheiden schlimm. Für Menschen wie Grädel, die einfach nur gerne Fussball schauen und sich freuen, wenn ihre Mannschaft mal ein Spiel gewinnt und nicht gerade krachend scheitert: einfach nur ein bisschen schade.

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