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Ronaldo und die Liga für die Jung-Senioren

Der arbeitslose Ronaldo könnte Unterschlupf in der Major League Soccer (MLS) finden. Die US-Profiliga ist schon immer ein idealer Ort für gefallene oder ältere Fussball-Stars gewesen.

Eusebio war eine der grossen Figuren der Fussball-WM 1966 in England. Der Portugiese landete wie viele Fussballstars zum Ausklang der Karriere in der North American Soccer League. Eusebio trat für Las Vegas Quicksilver, New Jersey Americans und Toronto Metros-Croatia an.
Eusebio war eine der grossen Figuren der Fussball-WM 1966 in England. Der Portugiese landete wie viele Fussballstars zum Ausklang der Karriere in der North American Soccer League. Eusebio trat für Las Vegas Quicksilver, New Jersey Americans und Toronto Metros-Croatia an.
Keystone
Zwei Fusballgrössen in der neuen Welt: Der Brasilianer Pele und der Nordire George Best. Pele versuchte Mitte der Siebziger Jahre sein Glück bei den New York Cosmos, Best bei den Los Angeles Aztecs. Pele war auch in den USA sehr beliebt.
Zwei Fusballgrössen in der neuen Welt: Der Brasilianer Pele und der Nordire George Best. Pele versuchte Mitte der Siebziger Jahre sein Glück bei den New York Cosmos, Best bei den Los Angeles Aztecs. Pele war auch in den USA sehr beliebt.
Keystone
Carlos Valderrama, zweimal zum besten «Fussballer Südamerikas» gekürt, war gleich bei drei Klubs in den USA engagiert. Der Kolumbianer spielte für Tampa Bay Muting, Miami Fusion und Colorado Rapids. Valderrama war nicht nur wegen seiner Frisur ein auffälliger Fussballer. Seine Klasse war unbestritten, seine launige Art allerdings auch.
Carlos Valderrama, zweimal zum besten «Fussballer Südamerikas» gekürt, war gleich bei drei Klubs in den USA engagiert. Der Kolumbianer spielte für Tampa Bay Muting, Miami Fusion und Colorado Rapids. Valderrama war nicht nur wegen seiner Frisur ein auffälliger Fussballer. Seine Klasse war unbestritten, seine launige Art allerdings auch.
Keystone
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Der 32-jährige Ronaldo feilt in Rio an seiner Form. Gerne würde der Stürmer in einer europäischen Top-Liga ein wunderbares Comeback feiern. Branchenkenner zweifeln aber an der Fitness und die Rückkehr des mittlerweile übergewichtigen Brasilianers. Zudem ist nicht sicher, ob sein verletztes Knie den Belastungen als Spitzensportler standhält.

Der einstige Weltklasse-Fussballer sieht das natürlich anders: «Mein Knie macht Fortschritte, ich komme bald zurück.» Renommierte Klubs sehen das anders. Lose Kontakte zu Paris SG und Manchester City haben sich zerschlagen. Dass ihn die Engländer als Zuzug in Betracht ziehen, gilt mehr als PR-Gag der neuen Führung aus Abu Dhabi als eine ernsthafte Transferabsicht.

Immerhin scheinen die New York Red Bulls an Ronaldo, der seine schwere Verletzung (Riss der Patellasehne im linken Knie) am 13. Februar im Serie-A-Spiel zwischen Milan und Livorno zugezogen hat, ein Interesse an einem Engagement zu haben. Ein Vorteil für den ehemaligen Star könnte sein, dass er keine Ablöse kostet. Ein Job in der MLS, die seit 1993 existiert, wäre ein idealer Ort, die Karriere locker ausklingen zu lassen. Das Niveau in den USA und Kanada, so sagen es jedenfalls die Experten, sei nie so hoch wie in einer Top-Liga auf dem alten Kontinent.

In bester Gesellschaft

Ronaldo befände sich bei einem allfälligen Stellenantritt bei den Bulls in sehr guter Gesellschaft. Schon Grössen wie Johan Cruyff, George Best, Franz Beckenbauer oder Pele liessen ihre stolze Laufbahn in der damals benannten Nord American Soccer League ausklingen und mit US-Dollars versüssen. Englands Flankengott und Werbe-Ikone David Beckham verdient heute noch sein Taschengeld bei den Los Angeles Galaxys. Selbst Schweizer Fussballer scheuten sich nicht, die neue Welt fussballerisch zu bereichern. Der Walliser Raphaël Wicky ist bei Chivas engagiert, der heutige TV-Experte Alain Sutter kickte einst für Dallas Burn.

Ein einigermassen gesunder Ronaldo wäre als Attraktion für die MLS zu werten. Geht man vom Fitnessstand und vom Alter aus, würde der Brasilianer bestens zum Image dieser Liga passen. Dass diese Meisterschaft aber zu einem Sprungbrett für höhere Aufgaben in Europa werden könnte, daran will niemand glauben. Es sei denn, Ronaldo lehrt uns eines Besseren.

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